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Tag der gewerblichen Schutzrechte Stuttgart 2026

Gemeinsam stark: DPMA und Patentinformationszentren unterstützen KMU und Start-ups für eine bessere Schutzrechtspraxis
Der Tag der gewerblichen Schutzrechte des Patent- und Markenzentrums Baden-Württemberg bringt jedes Jahr Unternehmen, Patentfachleute und Existenzgründer zum gegenseitigen Austausch zusammen. DPMA-Vizepräsident Bernd Maile diskutierte im Bühnengespräch mit dem Leiter des Patent- und Markenzentrums, Dr. Hendrik Bartsch, aktuelle Entwicklungen im gewerblichen Rechtsschutz.
Besonders entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität Deutschlands sind die sogenannten Schlüsseltechnologien, zum Beispiel aus dem Digitalbereich. Darüber sind sich Bernd Maile und Dr. Hendrik Bartsch im Bühnengespräch einig. „Insgesamt sehen wir bei wichtigen Digitaltechnologien eine deutlich zunehmende Innovationstätigkeit“, so Bernd Maile. Auch aus Deutschland seien 12,3 Prozent mehr Patentanmeldungen in diesem Bereich veröffentlicht worden. Und: „Gerade in den Schlüsseltechnologien sind viele KMU und Start-ups vertreten. Es ist uns ein großes Anliegen, diese Zielgruppe hinsichtlich einer effektiven Schutzrechtspraxis zu unterstützen. Dazu gehört auch, Vernetzungsstrukturen zu schaffen“
Roadshow für KMU, Start-ups und Existenzgründer
Kleine und mittelgroße Unternehmen für den Nutzen von Schutzrechten des geistigen Eigentums vermitteln – das ist dem DPMA seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen beim Tag der gewerblichen Schutzrechte in Stuttgart. Studien zeigen, dass Unternehmen, die über Schutzrechte verfügen besonders erfolgreich sind – doch noch immer nutzen viele Klein- und Kleinstunternehmen diese Vorteile nicht. Um dem abzuhelfen erweitert das DPMA sein KMU-Angebot, das bislang Seminare, Workshops, gezieltes Infomaterial und Vorträge umfasste, um eine Roadshow. Diese startet am 27. August, geht quer durch ganz Deutschland und wird zusammen mit den Patentinformationszentren, den regionalen Industrie- und Handelskammern und der Vereinigung von Fachleuten für den gewerblichen Rechtsschutz (VPP) durchgeführt „Wir wollen bei dieser Roadshow Wissen zu Schutzrechten des geistigen Eigentums vermitteln. Und wir werden auch Unternehmen, die schon Schutzrechte nutzen, zu Wort kommen lassen – so können Unternehmen sich vernetzen und voneinander lernen“, betont Bernd Maile.
KMU-Studie für gezieltere Unterstützungsmaßnahmen
Außerdem will das DPMA weitere gezielte Unterstützungsmaßnahmen entwickeln und hat dazu zusammen mit der Weltorganisation für geistiges Eigentum und der Ostbayrischen Technischen Hochschule Regensburg eine Studie durchgeführt. Hierfür wurden die Datensätze von fast 13.000 Start-ups aus forschungsintensiven Branchen ausgewertet und Tiefeninterviews geführt. Wichtigste Erkenntnis daraus: Technologiegetriebene Start-ups profitieren stark von Schutzrechten des geistigen Eigentums – gleichzeitig besteht aber noch ein hoher Informationsbedarf und es gibt viele Stellschrauben, mit denen man den Zugang dieser Unternehmen zum Schutzrechtsystem verbessern kann.
Vereinfachte digitale und einheitliche Anmeldeplattform
Auch das neue Nutzerportal des DPMA ist eine dieser Stellschrauben und daher Thema beim Bühnengespräch. Es wird einen vergrößerten Funktionsumfang haben, alle vier Schutzrechte bedienen und einfacher als bisher zu handhaben sein. „Wir haben bereits in verschiedenen Workshops mit unseren Nutzerinnen und Nutzern Umsetzungsvorschläge erarbeitet: beispielsweise für das „Look-and-Feel“ der Nutzeroberflächen, inklusive der Gestaltung eines persönlichen Dashboards. Außerdem wird eine Zweifaktor-Authentifizierung die derzeit noch erforderliche qualifizierte elektronische Signatur ersetzen“, so der DPMA-Vizepräsident. Als Erstes wird bis April 2027 ein sogenanntes „e-Filing“ für Patente und Gebrauchsmuster realisiert (für Anmeldungen und Nachgänge). Bis Ende 2028 sollen dann alle Funktionsinhalte, die man von DPMAdirektPro und DPMAdirektweb kennt, vollständig in das neue Nutzerportal überführt worden sein.
Trotz leicht rückläufiger Anmeldezahlen: Baden-Württemberg deutschlandweit weiterhin auf Platz 1
Die Automobilkrise geht an Baden-Württemberg mit seinen zahlreichen Unternehmen aus dem Automobil- und Automobilzulieferersektor nicht spurlos vorüber: Zwar steht das Bundesland innerhalb Deutschlands weiterhin unangefochten auf Platz 1 was die Zahl der Patentanmeldungen betrifft, doch mit 15.161 Anmeldungen waren es 2025 2,2 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Besonders in den Technologiefeldern Transport, Computertechnik, Maschinenelemente sowie elektrische Maschinen und Geräte, elektrische Energie waren rückläufige Anmeldezahlen zu beobachten. Im Gegensatz dazu stiegen die Patentanmeldungen aus Gesamtdeutschland insgesamt um 5,6 Prozent. Mit einem Anteil von 35,8 Prozent an allen aus Deutschland kommenden Patentanmeldungen ist Baden-Württemberg jedoch weiterhin eine der innovativsten und exportstärksten Regionen Europas.
Tipps und Erfolgsrezepte aus der Praxis
Der Tag der gewerblichen Schutzrechte in Stuttgart bot den Teilnehmenden eine Fülle praxisnaher Informationen. IP-Fachleute und Vertreterinnen und Vertreter innovativer Unternehmen stellten ihre Erfolgsrezepte in puncto gewerblicher Schutzrechte vor und gaben Tipps aus der Praxis. Unter anderem ging es hierbei um IP-Klauseln in Verträgen zur Forschung und Entwicklung mit Hochschulen, um die Suche nach dem passenden Markennamen sowie um Schutzrechtsdurchsetzung in China. Das komplette Programm der Tagung finden Sie
hier.
Des Weiteren gab es viel Gelegenheit zum Netzwerken und die Gäste hatten den ganzen Tag über Gelegenheit, die begleitende Ausstellung zu besuchen. Neben Anbietern mit Softwareprodukten für das IP-Management war hier auch das DPMA mit einem Informationsstand vertreten.
Bilder: DPMA
Stand: 16.07.2026



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