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Welttag des geistigen Eigentums 2026

Der Sport und die Schutzrechte: Startblock für Innovationen

Modernste Ausrüstung, Messgeräte, Trainingsmethoden, Übertragungstechnik und vieles mehr: Im Sport spielt geistiges Eigentum eine entscheidende Rolle. Intellectual property (IP) ist essentiell für den Schutz und die Förderung von Erfindungen, Designs und Marken, die die Welt des Sports prägen, Sportler inspirieren und Fans begeistern.

Daher steht der Sport 2026 im Mittelpunkt des externer Link Welttags des geistigen Eigentums, den die Weltorganisation für geistiges Eigentum (externer Link WIPO) jährlich veranstaltet. Auch das DPMA und die deutschen Patentinformationszentren feiern mit. „IP-Schutzrechte haben die Entwicklung des Sports zu der globalen 350-Milliarden-Dollar-Branche ermöglicht, die wir heute kennen“, so WIPO-Generaldirektor Daren Tang.

Die Sportbranche ist heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Insbesondere die Ausrichtung großer Sportveranstaltungen wie Olympischer Spiele oder Weltmeisterschaften kann erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die Gastgeberländer haben. In München beispielsweise freut man sich noch heute über die infrastrukturellen Verbesserungen, schönen Spielstätten und wegweisende Ikonographie, die Olympia 1972 mit sich brachte. Hier wird besonders deutlich, dass Sport ein wichtiger Motor für nachhaltige Entwicklung sein kann. Aber der Sport leistet auch Wichtiges in den Bereichen Gesundheit, Bildung und soziale Inklusion. Er fördert Toleranz, Respekt und die Gleichberechtigung von Frauen. Sport ist eine universelle Leidenschaft, die Menschen aus aller Welt zusammenbringt.

(Para-)Sport ist IP in Aktion

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Schutzrechte haben bei der Entwicklung des Sports schon immer eine wichtige Rolle gespielt. In jeder Sportart arbeiten kreative Köpfe hinter den Kulissen daran, die Grenzen der sportlichen Leistung zu erweitern, das Zuschauererlebnis zu verbessern oder Veranstaltungen in jedes Haus zu übertragen.

Sport ist praktisch „IP in action“: Patente fördern technologische Fortschritte, die zu besserer Sportausrüstung führen. Marken und Designs tragen zur unverwechselbaren Identität von Veranstaltungen, Teams und Ausrüstung bei. Verwertungs- und Übertragungsrechte generieren gewaltige Umsätze. IP-Rechte sind die Grundlage für Lizenz- und Merchandising-Vereinbarungen, die die Entwicklung der Sportindustrie vorantreiben. Stärkere und leistungsfähigere Sportgeräte aus Hightech-Materialien ermöglichen es Sportlerinnen und Sportlern auf der ganzen Welt, neue Leistungshöhen zu erreichen und gleichzeitig das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Technische Innovation spielt eine besonders große Rolle im Para-Sport. Menschen, deren Körper durch Unfälle, Krankheiten oder Fehlentwicklungen beeinträchtigt sind, helfen technische Erfindungen wie Prothesen, Rollstühle oder Signalgeber dabei, Leistungssport auf Spitzenniveau zu betreiben. Noch vor wenigen Jahrzehnten trugen Paralympioniken bei Wettkämpfen ihre Alltagsprothesen. Erst seit den 1980er Jahren gibt es spezielle Sportprothesen, deren Entwicklung seither stetig vorangetrieben wird.

Technische Innovationen sind besonders im Para-Sport segensreich

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat klare Regeln für Hilfsgeräte festgelegt, die die individuelle Behinderung der Athleten berücksichtigen. Beispielsweise wird die zulässige Länge von Prothesen anhand einer komplexen Formel bestimmt, die etwa die Körpergröße des Trägers und die Länge des Oberschenkels einbezieht.

Auf ihrer Internetseite stellt die WIPO zum Welttag des geistigen Eigentums ein externer Link Beispiel für einen hochspezialisierten Hersteller von Prothesen vor: das deutsche Unternehmen externer Link Ottobock. Es begann vor über 100 Jahren als Hersteller von Holzprothesen für die Versehrten des Ersten Weltkriegs. Heute stellt es vor allem High-tech-Sportprothesen, Rollstühle, Exo-Gelenke, Trainingsgeräte oder Orthesen her und unterstützt paralympische Athleten mit fortschrittlichen Hilfsmitteln, etwa durch KI-gestützte Prothesen wie die „bebionic“-Hand. Rund 1900 Patente hat Ottobock im Lauf der Jahre angemeldet.

Hier einige aktuelle Beispiele:

Prothesen & Co

Patentanmeldungen von Ottobock

DE102014006571B3: Prothesenfuss
DE102022133618A1: Prothesenfusssockel
DE102023129572A1: Bewegungstraining
DE102024113281A1: Handprothese
DE102018125812B4: Rollstuhl
DE102024119589A1: Handorthese
DE102024136853B3: Gelenk
EP04501287B1: Prothesenfusseinsatz

Bilder: WIPO, DEPATISnet

Stand: 16.04.2026