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Barbara Crawford Johnson

Im Mission Control Center feiert man die erfolgreiche Rückkehr der Apollo 11-Mondlandeer

Im Mission Control Center feiert man die erfolgreiche Rückkehr der Apollo 11-Mondlander

Die Chefin

Vom Apollo-Programm bis in die Space Shuttle-Ära war Barbara Crawford Johnson die Frau, die den Raumschiffen den Kurs vorgab. Sie arbeitete 36 Jahre lang bei der NASA bzw. der Rockwell International Space Division, half bei der Steuerung der Raumstation Skylab und war richtungsweisend für das Shuttle-Programm.

Aber der Höhepunkt ihrer Karriere war die Mondlandung: "Das ganze Konzept, zum Mond zu fliegen, Menschen landen zu lassen und sie zurückzubringen, hat mich einfach umgehauen", sagte sie später. "Das war das Beste."

Crawford Johnson (geboren 1925) großes Vorbild war die Pilotin Amelia Earhart. Bereits in der High School entwickelte Johnson eine Leidenschaft für das Fliegen. Später freundete sie sich mit Piloten an, um zuerst mit ihnen und schließlich alleine fliegen zu können. Einmal endete ein Flug mit einer geliehenen Maschine in einem Baum. Nebenbei studierte sie und absolvierte als erste Frau ein ingenieurswissenschaftliches Studium an der University of Illinois. Ihr Studium finanzierte sie durch Nebenjobs als Kellnerin, Garderobiere oder „Käferzählerin“ in der biologischen Fakultät.

Von der Luft-Boden- zur Mond-Rakete

Barbara Crawford Johnson

Barbara Crawford Johnson

1946 begann sie ihre Arbeit für North American Aviation. Sie arbeitete an Navajo- und Hound Dog-Raketen, ehe ihre Firma einen Großauftrag für die Arbeit am Apollo-Programm erhielt. 1968 wurde sie zur Leiterin der Abteilung Mission Requirements and Evaluation im Apollo-Programm ernannt. Crawford Johnson war also eine von nur ganz wenigen hohen weiblichen Führungskräften bei Apollo.

Sie leitete eine Gruppe von mehr als 100 Ingenieuren (fast alles Männer!), die viele Aufgabenvon den Anforderungen der Flugerprobung über die Start- und Landungsflugbahn bis hin zur Überwachung von Ressourcen wie Sauerstoff und Batterien bearbeiteten. Schwerpunkt ihrer Arbeit war aber der Wiedereintritt eines Raumschiffs in die Atmosphäre. Johnsons Gruppe entwickelte ein System, das grafisch anzeigen konnte, ob die automatische Steuerung ordnungsgemäß funktionierte und das Raumschiff sich innerhalb der sicheren Bahnen bewegte. Wenn nicht, konnten die Astronauten übernehmen und manuell steuern.

Crawford Johnson vor dem Apollo-Simulator

Crawford Johnson vor dem Apollo-Simulator

Lange nach ihrem Eintritt in den Ruhestand (sie musste sich 1981 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Space Shuttle Programm zurückziehen) bedauerte sie, dass die NASA sich nach Apollo ganz vom Mond abgewendet hatte, statt beispielsweise auf die Errichtung einer Mondbasis hin zu arbeiten. „Ich glaube, das war ein Fehler."

Johnson starb 2005. Zwanzig Jahre später soll es – so die Ankündigung der NASA – wieder eine Mondlandung geben.

Bilder: NASA, University of Illinois, University of Illinois Archives

Stand: 11.09.2020 

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