Inhalt

Vita Cola

Die "Coca-Cola des Ostens" aus dem Fünfjahresplan

Die Geschichte der "VITA COLA" begann im Jahr 1958, nachdem die Regierung der DDR in ihrem zweiten Fünfjahresplan gefordert hatte, die Versorgung der Bevölkerung mit alkoholfreien Getränken zu verbessern. Das Ministerium für Lebensmittelindustrie beauftragte daraufhin die Chemische Fabrik Miltitz, ein Cola-Getränk zu entwickeln, das der "Coca-Cola" Westdeutschlands entsprechen sollte.

Als Vater der "VITA COLA"-Rezeptur gilt Dr. Hans Zinn, der die Abteilung Essenzen der Chemischen Fabrik Miltitz leitete. Er kreierte den einzigartigen Geschmack des Getränks und kombinierte eine Vielzahl ätherischer Öle aus Citrus, Vanille, Kolanüssen, Koffein und Vitamin C. Auch die Technische Hochschule Dresden war an der Entwicklung beteiligt: 1958 bat man sie um Hilfe, weil der Cola-Extrakt zu sehr schäumte und die Flaschen so nicht exakt befüllt werden konnten.

Labor

Labor in der Chemischen Fabrik Miltitz

Im Oktober 1958 war es dann soweit: Die Landesbrauerei Leipzig (später "VEB Sachsenbräu") begann das Getränk abzufüllen und meldete die Marke im November 1958 beim Amt für Erfindungs- und Patentwesen der DDR an (eingetragene Wortmarke DD624672). Als Name für das neue Getränk standen ursprünglich "VITA COLA" oder "Citrus Cola" zur Auswahl, die Wahl fiel schließlich auf "VITA COLA".

Volksgetränk in den 60er Jahren

Die Landesbrauerei genehmigte auch den anderen volkseigenen Betrieben, die "VITA COLA" zu produzieren, um die große Nachfrage zu decken. Dazu wurde ein Konzentrat, der sogenannte Grundstoff, an den jeweiligen Betrieb geliefert. Dieser bereitete den Grundstoff zu "VITA COLA" auf und vermarktete das Getränk mit einem eigenen Etikett. Das Erscheinungsbild am Markt war sehr unterschiedlich, das Geschmackserlebnis aber immer das gleiche.

Flaschenetikett

"Vita Cola" aus dem Getränkekombinat Potsdam

Bereits 1960 erhielten 106 Betriebe die Produktionserlaubnis und machten "VITA COLA" zum wahren Volksgetränk. Obwohl auch diese anderen Betriebe die Marke "VITA COLA" nutzten, blieben die Markenrechte ausschließlich bei der Landesbrauerei.

Muntermacher bei langen Beratungen

In einer groß angelegten Aktion bewarben die Firmen Anfang der 60er Jahre ihr Produkt als Muntermacher für Kraftfahrer und bei langen Beratungen. So entspräche der Koffeingehalt einer Flasche "VITA COLA" einer halben Tasse Bohnenkaffee, gleichzeitig habe die Cola den hohen Vitamin-C-Gehalt einer saftreichen Zitrone - damit sei die Cola auch gesundheitsfördernd.

Erst 1967, fast zehn Jahre nach der Markteinführung von "VITA COLA", kam mit der "Club-Cola" die zweite große Cola auf den DDR-Markt. Diese bekam einen betont weichen und süßeren Geschmack, der sich am Geschmack westlicher Marken orientierte.

"VITA COLA" nach der Wende

zwei Vita Cola Flaschen

Nachdem die Produktion mit der Wende eingestellt oder von kleineren Brauereien mit wechselndem Namen weitergeführt worden war, übernahm 1994 die zum "Brau & Brunnen Konzern" gehörende "Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH" die Marke. Zum 1. August 2005 gingen die Brauerei und die Marke "VITA COLA" schließlich an das hessische Unternehmen "Hassia Mineralquellen", das die Marke seitdem weiterführt.

Das Sortiment wurde inzwischen um zuckerfreie Varianten, Limonaden und Energydrinks ergänzt. Aber das Grundrezept der "VITA COLA" ist seit 50 Jahren unverändert.

Bilder: Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH

Stand: 10.08.2021