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Carl Zeiss Jena

Linsen-Logo mit Schriftzug "Carl Zeiss Jena"

Das Original-Zeichen aus der Warenzeichenanmeldung von 1904

Im Zusammenspiel mit der Wissenschaft

Am 17. November 1846 gründete Carl Zeiss in Jena eine optische Werkstatt. Bereits ein Jahr später begann er, einfache Mikroskope zu bauen. Bald wurde dem jungen Mechaniker klar, dass er nur im Zusammenspiel mit der Wissenschaft erfolgreich sein würde. Hierfür gewann er 1863 den Physiker Ernst Abbe, so dass ab 1873 bei Zeiss Mikroskope gebaut wurden, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basierten. Das Unternehmen entwickelte sich rasch zu einem weltweit agierenden Hersteller optischer Geräte, wie Ferngläser, Projektionsplanetarien oder Operationsmikroskopen.

Eine Linse als Markenzeichen

aufwendig gestaltetes Linsen-Logo

abweichend vom Standard - Linsenzeichen auf einem Fotokatalog 1910

Die erste Marke wurde am 11. Mai 1904 beim Reichspatentamt angemeldet und am 24. Juni 1904 eingetragen. Bereits 1902 hatte Emil Dönitz, damaliger Leiter der Patentabteilung, den Linsenrahmen entworfen, der nach einem Bauteil eines Fotoobjektivs geformt ist. Den Schriftzug gestaltete vermutlich der Maler Erich Kuithan.

Seit 1906 kennzeichnete das Warenzeichen fast alle Geräte und Druckschriften. Mit der Schriftdicke und auch der Form einzelner Buchstaben experimentierte man anfänglich noch. Schon bald sollte sich aber eine einheitliche Form durchsetzen. Der Linsenrahmen wurde zum Markenzeichen für optische und feinmechanische Spitzenleistungen. Das zeigte sich auch an der Vielzahl von Imitationen: Andere Unternehmen wollten vom Renommee von "Carl Zeiss" profitieren.

stilisierte Linse: oben steht Zeiss, unten Ikon

Zeiss-Ikon-Logo, verwendet von 1926 - 1972

Bereits in den 1920er Jahren verwendeten verschiedene Tochterunternehmen das Linsenzeichen in variierter Form. So zum Beispiel die "Zeiss-Ikon AG", an der "Carl Zeiss" mehrheitlich beteiligt war.

Streit um die Marke

Am Ende des Zweiten Weltkrieges deportierten die Amerikaner Führungskräfte und Wissenschaftler der Jenaer "Carl Zeiss"-Werke nach Oberkochen in Württemberg. Dort baute man ein neues Unternehmen auf. Es lag nahe, als Marke für das neu gegründete Werk wieder eine Linse zu verwenden.

Bis 1953 arbeiteten Jena und Oberkochen eng zusammen. Im Frühjahr machte aber die Staatsführung der DDR klar, dass sie diese Zusammenarbeit nicht mehr dulden wollte. Einige Mitarbeiter von "Carl Zeiss Jena", die für diese Zusammenarbeit standen, wurden als Spione verhaftet. Außerdem verlor Jena zeitweise seine Handlungsfähigkeit für den Export, den die DIA (Deutscher Innen- und Außenhandel) abwickelte. "Carl Zeiss Oberkochen" steuerte nun einen unabhängigen Kurs. Keinesfalls wollte man zulassen, dass die staatliche DIA die Linse als Warenzeichen verwendete. Man nannte sich von nun an nur noch "Carl Zeiss", wo dies rechtlich möglich war. Entsprechend veränderte sich auch die Linse: Das Wort "Jena" wurde hier entfernt. In der oberen, verjüngten Linse stand nun "Carl", in der unteren "Zeiss".

Das Logo entwickelt sich weiter

Quadrat, oben Zeiss, unten West Germany

Das "Zeiss"-Logo wurde in den folgenden Jahren weiter verändert und verfeinert. Nach der sogenannten "Londoner Vereinbarung" 1971 hatten die beiden Unternehmen in Oberkochen (Westdeutschland) und Jena (Ostdeutschland) die Gestaltung ihres Markenauftritts deutlich unterschieden. Für "Zeiss" in Oberkochen stand allein der Schriftzug "Zeiss" in markant eckigen Buchstaben. Ende der 70er Jahre wurde das Wort dann in ein Quadrat gebunden. Zur klaren Unterscheidung führte man zusätzlich "West Germany" als Herkunftsbezeichnung ein. In Jena blieb die Linse bis zur Wiedervereinigung erhalten.

Zwei Marken verschmelzen

Nach dem Mauerfall übernahm das westdeutsche Oberkochener Unternehmen die ostdeutsche "Carl Zeiss Jena GmbH". Eine neue gemeinsame Wort-Bild-Marke für Oberkochen und Jena entstand in den Jahren 1993/94 - das blaue "Zeiss"-Logo. Sowohl das Quadrat als auch die Linse sind in diesem Logo enthalten. Die untere Gerade des Quadrats wurde durch den Linsenbogen ersetzt, zusätzlich wurde der Schriftzug "Zeiss" durch abgerundete Buchstaben modernisiert. 1997 stellte man vom helleren Blau auf das heutige dunklere Blau um. Das alte Warenzeichen wird, um die Schutzrechte aufrecht zu erhalten, noch in einzelnen Geschäftsbereichen verwendet.

Bilder: Carl Zeiss AG

Stand: 10.08.2021