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Filinchen - das Waffelbrot aus Apolda

eingetragene Wort-Bild-Marke "Filinchen" DE30156584

Zu DDR-Zeiten beliebt

"Filinchen" ist ein dünnes Waffelbrot aus Thüringen, das in der DDR sehr bekannt und beliebt war. Es wird auch heute noch in Apolda hergestellt und ist inzwischen bundesweit erhältlich. Dabei ist "Filinchen" kein Knäckebrot und auch keine Waffel, sondern ein im Waffeleisen gebackenes Knusperbrot.

Patentschrift

Patent 21253 aus dem Jahr 1957

Das Waffelbrot besteht aus länglichen, goldgelben Platten. Es ist spröde und bricht sehr leicht und lässt sich daher nur mit weichen Materialien bestreichen. "Filinchen" wird typischerweise mit süßen Belägen wie Honig, Nusscremes oder Marmelade gegessen, gelegentlich auch mit herzhaften Brotaufstrichen oder Wurst belegt.

Mit Liebe gemacht - zu Felicitas

"Filinchen" gehen auf den Bäckermeister Oskar Kompa zurück, der 1946 in Apolda ein kleines Geschäft eröffnete. Mit der industriellen Waffel-Produktion begann man 1949. Im Jahr 1956 folgte dann die Produktion von Diäterzeugnissen; auch das Knusperbrot wurde nun erstmalig produziert. Der Name "Filinchen" entstand, weil Oskar Kompa seiner Jugendfreundin Felicitas (Kosename "Filinchen") etwas ganz Besonderes backen wollte. Die Wortmarke DD624275 "Filinchen" wurde am 19. Juni 1958 beim damaligen "Amt für Erfindungs- und Patentwesen" angemeldet und am 2. September 1958 eingetragen. Oskar Kompa erfand außerdem eine spezielle Backform, die sich durch die unregelmäßige Punkterhöhungen und Punktvertiefungen auszeichnet und so von einem waffelartigen Eindruck wegführt.

Produktionsgerät mit gestapelten Filinchen

Filinchen-Produktion

Im Jahr 1960 wurde das Privatunternehmen Gutena (Abkürzung für GUTE Nahrung) des Ehepaares Oskar und Martha Kompa in einen Betrieb mit staatlicher Beteiligung umgewandelt. Übrigens wurde die Marke DD618212 "Gutena" am 14. November 1955 angemeldet und ist bis heute gültig.

Nach der Enteignung siedelte die Familie Kompa 1961 in die Bundesrepublik Deutschland über - die Deutsche Investitionsbank wurde alleiniger Gesellschafter des Betriebes. Schließlich wurde "Gutena" 1972 ein volkseigener Betrieb.

"Filinchen" auch nach der Wende erfolgreich

Im Jahr 1990 entstand die "Gutena Nahrungsmittel GmbH" - alleinige Gesellschafterin wurde die Treuhand, 1992 wurde das Unternehmen privatisiert. Eigentümer ist seitdem die "WHG Weißenfelder Handelsgellschaft mbH".

Nachdem der Absatz nach 1990 kurzfristig einbrach, gelang es "Filinchen" in den letzten 30 Jahren als Markenartikel nicht nur regional bekannt zu bleiben, sondern auch in den Verbrauchermärkten in ganz Deutschland gelistet zu werden. Selbst auf europäischem und internationalem Markt wird die einstige "Bückware" heute angeboten und vermarktet. Nach umfangreichen Investitionen (Neubau der Produktionshallen und Modernisierung der Technologie) ist das Unternehmen heute einer der modernsten Betriebe im Freistaat Thüringen.

Bilder: WHG Weißenfelder Handelsgesellschaft mbH

Stand: 10.08.2021