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Fahrradkultur aus Chemnitz

Kopf über Fahrradlenker

Marke "Kopf über Fahrradlenker" aus dem Jahr 1911

Räder mit Köpfchen

Die Brüder Friedrich und Wilhelm Nevoigt gründeten am 1. Januar 1885 ihren ersten gemeinsamen Betrieb. Sie produzierten Wirkmaschinenplatinen für Strumpffabriken und erweiterten das Sortiment 1887 um Schreibfedern. 1895 startete die Produktion eigens entwickelter Fahrräder unter der Schutzmarke "Diamant".

Fahrradfahrer auf Rad

Olympia-Sieger und Weltmeister Carly Lorenz

Im Jahr 1898 führten die Nevoigts die selbst entwickelte Doppelrollenkette ein; Fahrradketten funktionieren heute noch nach diesem Prinzip. Die bekannte Marke "Kopf über Fahrradlenker" fand im Jahr 1911 Eingang in das Warenzeichenregister.

Die erste Diamant-Werksmannschaft für Radrennen wurde 1910 gegründet. Diese gewann 1921 insgesamt 20 der 29 großen Radrennen. 1936 errang das Fahrerpaar Ernst Ihbe (Leipzig)/Carly Lorenz (Chemnitz) auf dem neuen "Diamant"-Rennradmodell Nummer 67 olympisches Gold in Berlin, den deutschen Meistertitel und den ersten Platz bei der Weltmeisterschaft in Zürich.

Ein "Diamant"-Rad siegt bei der Friedensfahrt

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde "Diamant" 1946 Teil der sowjetischen Aktiengesellschaft "Awtowelo", bevor der Betrieb 1952 zum "Industrieverband Fahrzeugbau (IFA)" als "VEB Elite-Diamant, Chemnitz" überging. Ein weiteres Jahr später firmierte der Betrieb um in "VEB Fahrradwerke Elite-Diamant, Karl-Marx-Stadt". Die Fließbandproduktion im Fahrzeugbau führte "Diamant" bereits 1950 ein.

Die Sportlerlegende Gutav "Täve" Schur siegte 1955 auf einem "Diamant"-Rad bei der Internationalen Friedensfahrt. Im Folgejahr rollte das dreimillionste Fahrrad vom Band.

Der "VEB Elite-Diamant" wurde 1969 Teil des "VVB Textima". In der Bundesrepublik Deutschland wurden die "Diamant"-Fahrräder unter der Marke "Diadem" verkauft.

stilisierter Kopf mit Schriftzug "Diamant"

eingetragene Marke DE 1041396 vom 24.06.1981

Die Marke "Diamant" lebt weiter

Nach der Wende kam 1990 die Privatisierung und ab 1992 firmierte die Firma unter "Diamant Fahrradwerke GmbH". Im Jahr 1992 übernahm die Schweizer Unternehmensgruppe "Villiger" die Marke. Als es im Fahrradmarkt kriselte, zog sich "Villiger" 2002 aus dem Geschäft wieder zurück. Das amerikanische Familienunternehmen TREK nutzte die Chance. "Diamant" startete ab 2003 wieder durch. TREK entschied sich später, neben TREK keine weiteren Fahrradmarken separat fortzuführen, mit einer Ausnahme: "Diamant". Inzwischen produziert "Diamant" am Standort Hartmannsdorf wieder rund 200 000 Fahrräder pro Jahr (Stand: 2018).

Bild 1: Diamant Fahrradwerke GmbH, Bild 2: Diamant Fahrradwerke GmbH, Bild 3: DPMA aus DPMAregister

Stand: 10.08.2021