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Von Berlin nach München: Siemens und Langenscheidt

Siemens - von der "Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske" zu einem der weltweit größten Unternehmen der Elektrotechnik und Elektronik

Siemens-Logo

Registernummer: 302012027415, Anmeldetag: 27.04.2012, Marke eingetragen

Werner Siemens gründete 1847 in Berlin zusammen mit Johann Georg Halske die "Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske". Das 1899 registrierte Siemens-Logo, bestehend aus den ineinander verschlungenen Buchstaben "S" und "H" (für Halske), ist als Marke noch heute in Kraft und unter der Registernummer 2004113 beim DPMA eingetragen.

Daneben hält das Unternehmen eine Vielzahl von Marken für die unterschiedlichsten Produkte und Aktivitäten wie zum Beispiel die Wort-/Bildmarken "Advanced Partner Siemens" und "Solution Partner Siemens", die 2012 angemeldet wurden.

Siemens-Logo

Das alte Siemens/Halske-Logo aus dem 19. Jahrhundert (Registernummer: 2004113)

102 Jahre nach der Firmengründung, am 1. April 1949, wird die Zentrale von Siemens & Halske nach München verlegt – Berlin bleibt zweiter Firmensitz. Große Schäden an den Werkshallen und die politisch heikle Lage in Berlin machten diese Entscheidung notwendig. Von der amerikanischen Besatzungszone versprach sich die Konzernleitung zudem die größte wirtschaftliche Bewegungsfreiheit.

Bereits im Herbst 1949 bezog die neue Münchener Zentralverwaltung das Palais Ludwig Ferdinand am Wittelsbacherplatz 2. Mit dem Erwerb dieses klassizistischen Palais' setzte Siemens ein deutliches Zeichen für den Standort München.

Nachdem die Alliierten 1948 die Außenhandelsbeschränkungen für Deutschland lockerten, kaufte Siemens konfiszierte Patente, Namens- und Markenrechte sowie Vertriebs- und Produktionsgesellschaften zurück und gründete Auslandsniederlassungen. Zwischen 1952 und 1962 baute Siemens Gesellschaften und Stützpunkte in 30 Ländern wieder auf.

Die Forschungsbeschränkungen der Alliierten machten es Siemens schwer, in zukunftsträchtige Geschäftsfelder zu investieren. Dennoch gelang dem Unternehmen 1953 ein großer Schritt für seine Entwicklung: Ein spezielles Verfahren zur Herstellung von hochreinem Silizium für die Halbleitertechnik wird entwickelt und patentiert. Hierfür wurde die Wortmarke SIMATIC beim Deutschen Patentamt angemeldet, die heute noch unter der Registernummer 2031014 in Kraft ist.

Am 1. Oktober 1966 wird die Siemens Aktiengesellschaft gegründet. Mit diesem Schritt ist der Prozess des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen. Heute unterhält der Siemens-Konzern, der seine Unternehmensaktivitäten inzwischen unter dem Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser in die drei Sektoren Industry, Energy und Healthcare gebündelt hat, 25 Standorte in Deutschland und ist in 190 Ländern vertreten. Siemens zählt weltweit zu den größten Unternehmen der Elektrotechnik und Elektronik.

Langenscheidt - blaues "L" auf gelbem Grund

blaues L auf gelebem Grund

Eingetragene Wort-Bildmarke (Registernummer: 909419

Der Langenscheidt-Verlag wurde am 1. Oktober 1856 von Gustav Langenscheidt in Berlin gegründet. Sein Urenkel Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt gründete, aufgrund des Mauerbaus in Berlin, 1961 eine Niederlassung in München. 1968 wurde dort in der Neusser Straße 3 das erste eigene Verlagsgebäude bezogen.

Die Initiale des Unternehmens ist das markante Logo, das bereits 1903 den Einband des ersten Taschenwörterbuchs zierte. Die entscheidende Gestaltung erfolgte zur Hundertjahrfeier: ein türkisblaues L auf gelbem Grund im Jahr 1956 beim Deutschen Patentamt angemeldet. Danach folgten kleinere Veränderungen. Für den neuen Markenauftritt, der auch die gestalterische Weiterentwicklung des traditionsreichen Markenzeichens beinhaltet, erhielt Langenscheidt 2013 einen Red Dot Award.

Von 1980 an baute Langenscheidt den Bereich Reise und Kartografie durch Firmenübernahmen im In- und Ausland systematisch aus. Der wichtigste Expansionsschritt war die Übernahme des internationalen Tourismusverlags APA Publications, Singapur. Damit wurde Langenscheidt zu einem der weltweit größten Anbieter von Reiseliteratur.

Den ersten Übersetzungscomputer im Taschenrechnerformat der Welt präsentierte Langenscheidt 1983 mit dem Alpha 8. Es gab ihn in Deutsch-Englisch, Deutsch-Französisch, Deutsch-Italienisch, Deutsch-Spanisch und Deutsch-Latein.

3-D-Bild von Buch mit großem "L"

Eingetragene Wort-Bildmarke (695547)

Die ersten Wörterbuchanwendungen für PDAs und Smartphones kamen 2005 auf den Markt. Fünf Jahre später erschienen die ersten digitalen Bücher und Apps. Mit "Langenscheidt IQ" präsentierte das Unternehmen 2012 erstmals einen crossmedialen, individualisierbaren Sprachkurs für Selbstlerner.

Übrigens: Langenscheidt ruft seit 2008 (in Kooperation mit anderen) Jugendliche jährlich zu einer Abstimmung über das Jugendwort des Jahres auf. Zu einem Schwerpunkt des Verlages wurde 2015 "DaF – Deutsch als Fremdsprache" und beteiligt sich damit an der "Wir zusammen" Integrations-Initiative der deutschen Wirtschaft.

Am 26. April 2019 wurde Langenscheidt vom Pons-Verlag, einem Wörterbuchverlag der Klett-Gruppe mit Sitz in Stuttgart, übernommen.

Bilder: DPMA aus DPMAregister

Stand: 04.12.2019