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"Chinesische Innovationsstrategie trägt Früchte": Global Innovation Index 2018 in New York veröffentlicht - Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts plädiert für verstärkte Anstrengungen beim Schutz des geistigen Eigentums in Deutschland

Pressemitteilung vom 10. Juli 2018

München. Nach dem gerade veröffentlichten Global Innovation Index (GII) 2018 der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ist China erstmals unter den 20 innovativsten Staaten der Welt. "Das Ranking zeigt, dass die nationale Innovationsstrategie der chinesischen Regierung Früchte trägt", sagte die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), Cornelia Rudloff-Schäffer, am Dienstag. "China hat einen klaren Plan für Innovationsschutz und geistiges Eigentum", hob Rudloff-Schäffer hervor. Bis 2020 soll nach dem Willen der chinesischen Regierung die Zahl der Patentanmeldungen in China von 1,38 Millionen im Jahr 2017 auf zwei Millionen anwachsen. Gleichzeitig wird der Fokus auf die Steigerung der Qualität der Entwicklungen durch transnationale Kooperationen im Bereich Industrie 4.0 und intelligente Fertigung (Smart Factory) gelegt. Zur Bewältigung des enormen Anstiegs der Anmeldungen werden derzeit sechs neue Patentprüfungszentren mit jeweils bis zu 1 500 Prüferinnen und Prüfern aufgebaut. Heute schon beschäftigt China rund 11 000 Prüferinnen und Prüfer (zum Vergleich: Im DPMA arbeiten derzeit rund 900 Experten in der Patentprüfung, bis Ende 2019 sollen mehr als 100 Ingenieure und Naturwissenschaftler zusätzlich eingestellt werden). Auch im Ausland sollen die chinesischen Patentanmeldungen nach dem Willen der chinesischen Regierung stark zunehmen.

"Der Global Innovation Index 2018 zeigt, dass die Entwicklung in China in Deutschland und Europa weiterhin sehr aufmerksam beobachtet werden muss", sagte Rudloff-Schäffer. Deutschland behaupte sich im Global Innovation Index in der Spitzengruppe: "Unser Land gehört nach wie vor zu den innovativsten Staaten der Welt." Im GII-Ranking liegt Deutschland unter den 126 betrachteten Volkswirtschaften erneut auf Platz 9. Angeführt wird die Rangliste von der Schweiz, den Niederlanden und Schweden. Unter den Top 10 befinden sich acht europäische Staaten, die USA liegen auf Platz 6. China ist von Platz 22 auf Platz 17 vorgerückt - und damit erstmals unter den Top 20.

"Stärker auf Innovationsschutz ausrichten"

Der angesehene Global Innovation Index zur weltweiten Innovationskraft, der jährlich von der WIPO in Zusammenarbeit mit der französischen Business School INSEAD und der Cornell University in New York publiziert wird, basiert auf 80 Indikatoren. Spitzenplätze belegt Deutschland unter anderem in der Logistik, bei den Investitionen deutscher Unternehmen in Forschung und Entwicklung und bei der Zahl der Patentanmeldungen. Schwächen hat Deutschland zum Beispiel bei Unternehmensgründungen und bei neuen Geschäftsmodellen. In vielen Staaten ist das Gründen leichter. Auch die Ausgaben für Bildung sind international gesehen vergleichsweise gering.

"Der Global Innovation Index 2018 belegt, dass Deutschland in Sachen Innovation, was Investitionen und Förderung angeht, international in einer guten Position ist", resümierte die DPMA-Präsidentin. "Diese stabile Position könnten wir noch ausbauen, wenn Industrieunternehmen und der größere Mittelstand in Deutschland sich wie die Innovatoren in China und anderen Staaten stärker auch auf den Schutz von Innovationen ausrichteten." Durch gewerbliche Schutzrechte wie Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs würden Innovationen auch für Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie die so genannten Mid Caps wirtschaftlich stärker nutzbar: "Geistiges Eigentum ist gerade in unserer technologiegetriebenen Wirtschaft einer der Hauptgaranten für Wachstum und Wohlstand. Diese Erkenntnis ist ein Eckpfeiler des Entwicklungsplans der innovationsorientierten chinesischen Wirtschaft."

Weitere Informationen finden Sieauf den Internetseiten des Global Innovation Index.

Das Deutsche Patent- und Markenamt

Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums – für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und fünftgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine mehr als 2 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten – München, Jena und Berlin – sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.

Stand: 06.09.2018 

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