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KMU-Fonds 2026: EU-Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen startet wieder

Individueller IP-Scan, Anmeldung von Patenten, Marken, Designs und Sorten sowie Stand-der-Technik-Recherchen: Kleine und mittelgroße Unternehmen erhalten EU-Förderung, um ihr geistiges Eigentum zu schützen – Laut KMU-Barometer verfügen nur 10 Prozent der kleinen Unternehmen über Schutzrechte – DPMA-Präsidentin: Nur wer geistiges Eigentum schützt, kann dessen volles wirtschaftliches Potenzial ausschöpfen

Pressemitteilung vom 2. Februar 2026

München. Um ihr geistiges Eigentum zu ermitteln und zu schützen, können kleine und mittelgroße Unternehmen ab sofort (Start: 2. Februar) wieder europäisches Fördergeld beantragen. Mit dem auch 2026 neu aufgelegten KMU-Fonds gewährt das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) Zuschüsse unter anderem für sogenannte IP-Scans, also grundlegende Untersuchungen zum jeweiligen Potenzial, geistiges Eigentum zu schützen. Zudem übernimmt das EUIPO einen Großteil der Kosten für Patent-, Marken- und Designanmeldungen und für Stand-der-Technik-Recherchen. Zuschüsse gibt es auch für Sortenschutzanmeldungen.

„Nur wer sein geistiges Eigentum wirksam schützt, kann dessen volles wirtschaftliches Potenzial ausschöpfen“, betont die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Eva Schewior. „Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Fundament unserer Volkswirtschaft. Viele dieser Unternehmen könnten sich noch besser entwickeln, wenn sie die Chancen durch den Schutz geistigen Eigentums erkennen und konsequent nutzen.“ Das DPMA koordiniert das Förderprogramm auf deutscher Ebene.

Schutzrechte des geistigen Eigentums wie Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs schützen gegen Nachahmung, sichern Investitionen ab und machen Unternehmen attraktiver für Investoren. Laut dem KMU-Barometer des EUIPO bestehen rund zwei Drittel der Arbeitsplätze in der Europäischen Union in kleinen und mittleren Unternehmen. Diese erzielen zudem mehr als die Hälfte der EU-Wertschöpfung. 93 Prozent der europäischen KMU, die Schutzrechte des geistigen Eigentums nutzen, sehen laut der Studie dadurch eine ausschließlich positive Wirkung. Das Problem: Gerade einmal rund zehn Prozent der KMU verfügen derzeit über solche Schutzrechte.

Unternehmen, die eine Förderung aus dem KMU-Fonds 2026 erhalten möchten, sollten sich zunächst auf den externer Link Internetseiten des KMU-Fonds anmelden und den Antrag stellen. Darauf sollten sie den Finanzhilfebescheid (Gutschein) des EUIPO abwarten und den Gutschein aktivieren. Im nächsten Schritt können sie Patent, Marke, Design oder Sorte anmelden, einen IP-Scan-Termin vereinbaren oder eine Stand-der-Technik-Recherche in Auftrag geben. Die Dienstleistungen sollten innerhalb der vom EUIPO vorgegebenen Frist durchgeführt werden. Danach können die Unternehmen einen Erstattungsantrag mit Originalrechnung/Kostenbeleg im KMU-Fonds-Nutzerbereich beim EUIPO einreichen.

Im KMU-Fonds 2026 stehen insgesamt 23 Millionen Euro zum Abruf bereit. In den vergangenen fünf Jahren wurden in der gesamten EU rund 98.000 Unternehmen durch den Fonds gefördert, rund 10.000 davon aus Deutschland. KMU sind nach der zugrundeliegenden Definition selbständige Unternehmen mit maximal 250 Mitarbeitern und einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von bis zu 43 Millionen Euro (vergleiche EU-Kommission-Empfehlung Dokument 2003/361/EC).

Weitere Informationen zum KMU-Fonds finden Sie auf unseren Internetseiten.

Das Deutsche Patent- und Markenamt

Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums - für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und sechstgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten - München, Jena und Berlin - sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.

Bild: EUIPO

Stand: 02.02.2026