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Urlaubssaison: Geben Sie Fälschungen keine Chance!

viele Fußballtrikots am Himmel auf mehreren Leinen

Aktuelle EU-Zahlen: Fakes von Fußballtrikots beschlagnahmt; Fälschungen schaden insbesondere kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) – DPMA-Präsidentin appelliert zur anstehenden Feriensaison an Verbraucherinnen und Verbraucher

Pressemitteilung vom 26. Juni 2026

München. Sommer, Sonne – Vorsicht. Wer Ferien macht, sollte sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen am Strand oder in Straßenshops locken lassen. Ob Handtaschen, Sonnenbrillen oder Fußball-Trikots: Extrem günstig angebotene Markenprodukte sind häufig Fälschungen. Mit Blick auf aktuelle Zahlen der Europäischen Union (EU) zu Schäden durch Piraterie und angesichts der beginnenden Urlaubssaison wendet sich die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), Eva Schewior, an Verbraucherinnen und Verbraucher.
„Geben Sie auch im Urlaub Fälschungen keine Chance! Setzen Sie auf Originale – und lassen Sie sich nicht zum Kauf von Fakes hinreißen“, sagt DPMA-Präsidentin Eva Schewior. „Produkt- und Markenpiraterie schadet den Unternehmen, die Geld in die Entwicklung und Produktion der Originale investieren, kostet in Deutschland zehntausende Arbeitsplätze und mindert den Wohlstand für uns alle. Teils gefährden gefälschte Produkte sogar die Gesundheit von Menschen.“ Wie Studien zeigen, gibt es auch Zusammenhänge zwischen Produkt- und Markenpiraterie und organisierter Kriminalität.

Sommer, Sonne – Fußball. In Spanien haben Ermittlungsbehörden kurz vor der Fußballweltmeisterschaft 66.000 Fälschungen von Fußball-Trikots und weiteren Ausrüstungsteilen beschlagnahmt. Gedacht waren die Fakes offensichtlich für den Verkauf während der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft. An der externer Link Operation „Cleantrade“ wirkten nationale, europäische und internationale Polizeibehörden mit, unterstützt vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Im engen Austausch mit dem EUIPO sensibilisiert das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) regelmäßig für Marken- und Designschutz.

Ein wichtiger Beitrag ist die Publikation und Analyse von Daten. Eine aktuelle Umfrage des EUIPO zeigt etwa, dass für 72 Prozent der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher das Design ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung ist. In der Gruppe der jüngeren Verbraucherinnen und Verbraucher (18 bis 24 Jahre alt) liegt dieser Wert sogar bei 80 Prozent. Gutes Design ist Geld wert: 70 Prozent der befragten Deutschen sind bereit, für besser konzipierte Produkte mehr zu bezahlen.

Diese Branchen sind besonders geschädigt: Mode, Möbel, Elektronik

Weil Design einen hohen wirtschaftlichen Wert hat, sind designgetriebene Branchen nach Angaben des EUIPO besonders häufig von Fälschungen und unerlaubten Nachahmungen betroffen. Schlüsselsektoren sind dabei Mode, Möbel, Elektronik – und viele weitere Konsumgüterbereiche sind betroffen. Laut EUIPO werden die jährlichen europaweiten Schäden in der Bekleidungsbranche auf 12 Milliarden Euro taxiert, in der Handtaschen- und Schmuckbranche auf etwa 2,7 Milliarden Euro. In Deutschland belaufen sich die Schäden in diesen Bereichen allein auf mehr als 3,3 Milliarden Euro.

Kleine und mittelgroße Unternehmen trifft es besonders

Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) trifft es besonders, wenn von ihnen entwickelte und gestaltete Produkte gefälscht werden. Denn KMU bauen ihr Geschäft überproportional häufig auf eine kleine Zahl prägnanter Designs auf – und zugleich verfügen sie nur über begrenzte Ressourcen, ihre geschützten Designs zu überwachen und gegen Rechtsverletzungen vorzugehen.

Schutzrechtsintensive Branchen tragen überproportional zur Wirtschaftsleistung bei

Schutzrechte des geistigen Eigentums – Designs, Patente, Gebrauchsmuster und Marken – haben für die europäische und insbesondere für die deutsche Wirtschaft immense Bedeutung: Wie eine externer Link PDF-Datei grundlegende Auswertung von EUIPO und Europäischem Patentamt aus diesem Jahr zeigt, stellen schutzrechtsintensive Wirtschaftszweige 30,6 Prozent aller Arbeitsplätze in der Europäischen Union (Betrachtungszeitraum 2021 bis 2023). Für Deutschland liegt dieser Wert mit 34,1 Prozent sogar noch höher. Dabei erwirtschafteten diese Wirtschaftszweige einen Anteil von rund 47,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU. Deutschland bewegt sich mit 47,2 Prozent nahezu auf diesem Niveau. Die Löhne und Gehälter liegen in den schutzrechtsintensiven Wirtschaftszweigen deutlich höher als in anderen Branchen.

Gewerbliche Schutzrechte als elementarer erster Schritt

Patent, Marke, Gebrauchsmuster, Design: Die gewerblichen Schutzrechte sind die Grundlage, damit Originalhersteller ihre Rechte verankern, nachweisen und durchsetzen können. Das Deutsche Patent- und Markenamt setzt sich zusammen mit dem EUIPO, mit weiteren internationalen Einrichtungen und mit deutschen Organisationen wie dem Zoll gegen Produktpiraterie ein. Darüber hinaus informiert und sensibilisiert das DPMA zum Thema. Weitere Informationen zum Thema Produkt- und Markenpiraterie finden Sie auf unseren Internetseiten.

Das Deutsche Patent- und Markenamt

Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums - für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und sechstgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten - München, Jena und Berlin - sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.

Bilder: gettyimages/Edwin Leung

Stand: 26.06.2026