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Deutsche Patentanmeldungen in Digitaltechnologien legen stark zu

Aktuelle DPMA-Analyse: Künstliche Intelligenz und digitale Vernetzung – Deutsche Unternehmen holen bei Anmeldungen für ihren Heimatmarkt in wichtigen Bereichen auf. DPMA-Präsidentin: Es geht um Wohlstand und digitale Souveränität – Konsequenter Schutz geistigen Eigentums Basis für den wirtschaftlichen Erfolg.

Länderauswertung

Pressemitteilung vom 16. April 2026

München. Die Zahl veröffentlichter Patentanmeldungen deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen in digitalen Schlüsseltechnologien hat im vergangenen Jahr stark zugelegt. Insgesamt wurden 2025 in den für Digitalisierung wichtigsten Technologiefeldern 5.051 inländische Anmeldungen mit Wirkung für den deutschen Markt offengelegt – und damit 12,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutsche Anmelder liegen im Länder-Ranking auf ihrem Heimatmarkt insgesamt auf Rang 5 hinter den Vereinigten Staaten, China, der Republik Korea und Japan. Nach China (+ 14,4 %) verzeichnet Deutschland allerdings den zweitgrößten Zuwachs innerhalb der Top-5. Besonders stark war der Zuwachs bei den deutschen Unternehmen im anmeldestärksten Technologiefeld „Computertechnik“ (+ 20,5 %), dem ein großer Teil der Erfindungen mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz zugerechnet werden. Kein anderes Land in den Top-5 hat hier prozentual stärker zugelegt. Die Zahlen sind Teil einer pdf-Datei aktuellen Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA).

„Der positive Trend bei digitalen Schlüsseltechnologien macht Hoffnung, dass wir die zukünftigen Märkte mitprägen können. Es geht um unseren Wohlstand, aber auch um digitale Souveränität: Je wettbewerbsfähiger wir bei diesen Technologien sind, desto stärker ist unsere Position im internationalen Umfeld“, sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. „Deutschland hat mit seinen starken Industrieunternehmen, innovativen Start-ups und mittelständischen Unternehmen sowie hervorragenden Forschungseinrichtungen alle Voraussetzungen, um auch bei Digitaltechnologien führend zu sein. Der konsequente und strategisch ausgerichtete Schutz geistigen Eigentums ist dabei von zentraler Bedeutung. Patentanmeldungen von heute sind die Basis für innovative Produkte von morgen.“

Die Analyse zu Digitaltechnologien im Detail

Entwicklung Digitaltechnologien

Für die Analyse zur Digitalisierung haben wir veröffentlichte Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland beim DPMA und beim Europäischen Patentamt ohne Doppelzählungen betrachtet. Patentanmeldungen werden nach 18 Monaten veröffentlicht. Im Jahr 2025 neu angemeldete Erfindungen sind daher noch nicht enthalten. Neben der „Computertechnik“ haben wir die Technologiefelder „Digitale Kommunikationstechnik“, „Halbleiter“, „Audiovisuelle Technik“ und „Datenverarbeitung für betriebswirtschaftliche Zwecke“ untersucht.
Auch insgesamt hat die Zahl der Patentanmeldungen deutlich zugenommen. 52.037 veröffentlichte Anmeldungen inländischer und ausländischer Anmelder verzeichnen wir für 2025 über alle ausgewerteten Technologiefelder hinweg – im Jahresvergleich ein Plus von 6,4 Prozent.

Die Technologiefelder im Detail:
Computertechnik

Die meisten Anmeldungen wurden der „Computertechnik“ zugeordnet (19.028, + 9,4 %). Dazu zählen unter anderem Erfindungen zur Bilddatenverarbeitung, Spracherkennung oder Informations- und Kommunikationstechnik. Viele dieser Entwicklungen setzen Künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen ein. Im Länder-Ranking lagen die Vereinigten Staaten 2025 mit 6.779 Veröffentlichungen (+ 5,4 %) deutlich vor China (2.629, + 18,1 %) und Deutschland (2.510, + 20,5 %).
Die Top-Anmelder sind hier die südkoreanische Samsung Electronics Co., Ltd. mit 885 Patentanmeldungen vor Microsoft Technology Licensing LLC aus den Vereinigten Staaten (780) und dem chinesischen Unternehmen Huawei Technologies Co., Ltd. (756). Auf Rang 4 liegt hier die Robert Bosch GmbH (646).

Digitale Kommunikationstechnik

Dahinter liegt die „Digitale Kommunikationstechnik“ mit 17.968 Veröffentlichungen
(+ 5,2 %). Viele Anmeldungen in der Digitalen Kommunikationstechnik stehen in Zusammenhang mit dem neuesten Mobilfunkstandards (5G/6G) und sind damit wichtig für die digitale Vernetzung in etlichen Schlüsseltechnologien. Auch hier lagen die Vereinigten Staaten mit 5.497 Anmeldungen (+ 7,0 %) vor China (5.222, + 15,1 %); auf Platz 3 folgt die Republik Korea mit 2.073 Anmeldungen (+ 21,9 %). Deutschland kam auf 730 Anmeldungen, legte damit auch in diesem zentralen Technologiefeld deutlich zu (+ 10,1 %) und stieg im Länderranking von Rang 7 auf Rang 6.
Bei den Unternehmen lag die Huawei Technologies Co., Ltd. auf Rang 1 (1.854 Anmeldungen). Damit verdrängte das Unternehmen die amerikanische Qualcomm Inc. (1.846), die nun auf Rang 2 liegt. Auf Rang 3 liegt Samsung Electronics Co., Ltd. (981).

Halbleiter

Die drittmeisten Anmeldungen wurden im Bereich Halbleiter veröffentlicht (6.433, + 4,0 %). Halbleiterbauelemente machen die Verarbeitung und Speicherung von Daten und damit die fortschreitende Digitalisierung überhaupt erst möglich. Auch hier liegen die Vereinigten Staaten mit 1.321 Anmeldungen (+ 13,1 %) auf Rang 1, dahinter folgen die Republik Korea (1.142, + 0,2 %) und Japan (1.099, - 10,3 %). Deutschland lag auf Platz 5; 675 Anmeldungen bedeuteten einen Rückgang um 4,1 Prozent.
Das Anmelder-Ranking führt die südkoreanische Samsung Electronics Co., Ltd. mit 374 Anmeldungen an. Auf Rang 2 folgt die Intel Corporation aus den Vereinigten Staaten (310). Dahinter liegt mit der Samsung Display Co., Ltd. (297) abermals ein südkoreanisches Unternehmen.

Audiovisuelle Technik

Viertstärkster Bereich ist die Audiovisuelle Technik (6.239, + 9,2 %), zu der Erfindungen aus den Gebieten der virtuellen Realität (Virtual Reality) und der erweiterten Realität (Augmented Reality) gehören. Gerade in diesen Gebieten liegen große Zukunftschancen für die Industrie: Produkte, Maschinen bis hin zu Industrieanlagen lassen sich als digitale Zwillinge modellieren und können so virtuell visualisiert werden. Hinter den Vereinigten Staaten mit 1.389 Anmeldungen (+ 11,4 %) liegen hier China (1.186, + 7,9 %) und die Republik Korea (873, + 3,8 %). Deutschland liegt mit 749 veröffentlichten Anmeldungen und einem deutlichen Plus von 16,7 Prozent auf Platz 5.
Bei den Anmeldern liegt einmal mehr Samsung Electronics Co., Ltd. auf Rang 1 (312). Es folgen Huawei Technologies Co. (227), Ltd. und LG Electronics Inc. (225).

Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke

Die wenigsten Anmeldungen wurden mit 2.370 (- 6,7 %) im Technologiefeld Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke veröffentlicht. Hier sind zum Beispiel Verfahren für Dienstleistungen wie Reservierungen und Veranstaltungsbuchungen, zur Steuerung von Arbeitsabläufen, zur Unternehmens- oder Organisationsplanung oder für die Material- oder Warenwirtschaft enthalten. Im Länder-Ranking liegen die Vereinigten Staaten mit 792 Anmeldungen (- 14,3 %) vor Japan mit 416 Anmeldungen (+ 3,0 %) und Deutschland (388, - 4,7 %).
Die Anmeldezahlen, die einzelne Unternehmen auf sich vereinen, sind hier eher gering. Zudem liegen diese dicht beieinander. Auf Rang 1 liegt die Siemens AG (47) vor der Mercedes-Benz Group AG und der japanischen Hitachi Ltd. (39).

Das Deutsche Patent- und Markenamt

Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums - für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und sechstgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten - München, Jena und Berlin - sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.

Bild: iStock.com/DmitriyTitov

Stand: 16.04.2026