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DPMAnutzerforum 2026: Quantentechnologie nimmt Fahrt auf

DPMA-Analyse: Siebenmal mehr Patentanmeldungen mit quantentechnologischem Bezug als noch vor zehn Jahren – Deutsche Anmelder auf Rang 2 hinter den Vereinigten Staaten – DPMA-Präsidentin: Deutschland könnte entscheidende Innovationen mitprägen – Potenzial von Quantentechnologie für Deutschland Leitthema beim DPMAnutzerforum in München
Pressemitteilung vom 16. März 2026
München. Die Quantentechnologie gilt als kommende Schlüsseltechnologie mit ähnlich großem Veränderungspotenzial wie Künstliche Intelligenz – und die Innovationstätigkeit auf diesem Gebiet nimmt erheblich an Fahrt auf: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Patentanmeldungen mit quantentechnologischem Bezug für den deutschen Markt nahezu versiebenfacht. Ein großer Teil davon kommt von Firmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland. Das geht aus einer Analyse hervor, die das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) anlässlich des diesjährigen DPMAnutzerforums durchgeführt hat. Zur größten jährlichen Veranstaltung des Amts am 17. und 18. März kommen wieder Expertinnen und Experten zum gewerblichen Rechtsschutz aus der Industrie, von Anwaltskanzleien und Dienstleistern sowie aus der Wissenschaft und vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) in München zusammen. Das Potenzial von Quantentechnologien für Deutschland und die zentrale Bedeutung des Innovationsschutzes in diesem Zusammenhang stehen im Fokus der Veranstaltung. Auf dem
YouTube-Kanal des DPMA kann man das DPMAnutzerforum online verfolgen.
„Auch wenn die Entwicklung sicher noch am Anfang steht, beobachten wir in der Quantentechnologie derzeit schon eine immense Innovationsdynamik“, sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. „Mit seinen exzellenten Forschungseinrichtungen, starken Industrieunternehmen und innovativen Start-ups hat Deutschland enormes Potenzial, entscheidende Innovationen in der Quantentechnologie mitzuprägen. Dieses Potenzial müssen wir künftig in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle umsetzen. Der Schutz geistigen Eigentums insbesondere mit Patenten ist dafür eine wichtige Voraussetzung.“
Komplexe Berechnungen, abhörsichere Kommunikation, ultrapräzise Messungen
Quantentechnologien nutzen die besonderen physikalischen Eigenschaften kleinster Teilchen, etwa von Atomen, Elektronen oder Photonen, um Informationen auf völlig neue Weise zu verarbeiten, zu übertragen oder extrem präzise zu messen. Dadurch eröffnen sich vielfältige Anwendungsfelder: von leistungsfähigen Quantencomputern, die komplexe Berechnungen bezüglich Kryptografie sowie in der Materialforschung oder Wirkstoffentwicklung ermöglichen könnten, über abhörsichere Quantenkommunikation bis hin zu hochsensiblen Quantensensoren, die etwa in der Navigation, der Medizin oder der Umweltmessung eingesetzt werden können.
Insgesamt sind die Patentanmeldezahlen in dem Technologiegebiet noch vergleichsweise niedrig, doch die Dynamik ist hoch: Im vergangenen Jahr veröffentlichten das DPMA und das Europäische Patentamt 815 Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland und mit Bezug zur Quantentechnologie; zehn Jahre zuvor waren es gerade einmal 120. Besonders stark entwickelte sich das „Quantencomputing“, das mit 361 Anmeldungen inzwischen auch der mit Abstand anmeldestärkste Bereich ist. Dahinter folgt der Bereich „Quantenbauelemente“, in den Einzelkomponenten fallen, die zum Beispiel die Grundlage für Quantencomputer bilden oder in Form von Quantenpunkten für die Erzeugung von Licht genutzt werden können (209 Anmeldungen). An dritter Stelle folgt die „Quantenkommunikation“ (174).
(Siehe auch unser
Fact sheet Analyse Quantentechnologie)
Asiatische Konzerne führen Anmelder-Ranking an
Im Länder-Ranking kamen die meisten Veröffentlichungen im vergangenen Jahr aus den Vereinigten Staaten (167), dahinter folgte Deutschland (111) und die Republik Korea (102). Japan (100) und Frankreich (84) lagen auf den Plätzen 4 und 5.
Im Anmelder-Ranking rangiert unter den Top-5 kein deutsches Unternehmen auf seinem Heimatmarkt. Auf den ersten vier Plätzen stehen Displayhersteller, die rund 20 Prozent aller Anmeldungen auf sich vereinen. Die meisten Anmeldungen hat die japanische Fujitsu Limited (47 Anmeldungen), darauf folgen die koreanischen Unternehmen LG Display Co., Ltd. (34) und Samsung Display Co., Ltd. (33) und die chinesische BOE Technology Group Co., Ltd. (31). Auf Rang 5 steht der US-Digitalkonzern Google LLC. Für die Konzerne ist Quantentechnologie ein Tätigkeitsfeld unter vielen. In den vergangenen Jahren haben sich allerdings auch spezialisierte Start-ups gegründet, die ebenfalls erheblich zur Innovationstätigkeit beitragen und Patente anmelden.
Hinweis: Für die Analyse zur Digitalisierung haben wir veröffentlichte Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland beim DPMA und beim Europäischen Patentamt ohne Doppelzählungen betrachtet. Patentanmeldungen werden nach 18 Monaten veröffentlicht. Im Jahr 2025 neu angemeldete Erfindungen sind daher noch nicht enthalten.
Wie profitiert Deutschland? Debatte auf DPMAnutzerforum
Zum DPMAnutzerforum 2026 erwartet das DPMA vor Ort und im Livestream wieder mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die DPMA-Präsidentin stellt aktuelle Anmeldetrends vor; die Keynote zum Potenzial der Quantentechnologie aus Sicht der Industrie hält Peter Berg, Leiter der Patentabteilung bei der Infineon Technologies AG und Präsident des VPP, Vereinigung von Fachleuten des Gewerblichen Rechtsschutzes. Zudem werden Experten von spezialisierten Quantentechnologie-Start-ups über den entscheidenden Schritt von der Forschung hin zur industriellen Anwendung sprechen. Über die neuesten rechtspolitischen Entwicklungen im gewerblichen Rechtsschutz berichtet Dr. Johannes Christian Wichard vom BMJV. Zudem diskutieren Experten darüber, wie Deutschland als Innovationsstandort durch Schutzrechte des geistigen Eigentums gestärkt werden kann.
Das Deutsche Patent- und Markenamt
Erfindergeist und Kreativität brauchen wirksamen Schutz. Das DPMA ist das deutsche Kompetenzzentrum für alle Schutzrechte des geistigen Eigentums - für Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Als größtes nationales Patentamt in Europa und sechstgrößtes nationales Patentamt der Welt steht es für die Zukunft des Erfinderlandes Deutschland in einer globalisierten Wirtschaft. Seine rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten - München, Jena und Berlin - sind Dienstleister für Erfinder und Unternehmen. Sie setzen Innovationsstrategien des Bundes um und entwickeln die nationalen, europäischen und internationalen Schutzsysteme weiter.
Bild: ©623682717_MARK GARLICKSCIENCE PHOTO LIBRARY via Getty Images
Stand: 16.03.2026



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