Das DPMA

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Das DPMA als Aufsichtsbehörde der Verwertungsgesellschaften und Verwertungseinrichtungen

Stahlträger

Verwertungsgesellschaften

Jede Nutzung eines urheberrechtlich geschützten Werks – wie zum Beispiel die Vervielfältigung eines Texts oder die öffentliche Wiedergabe eines Musikstücks – bedarf grundsätzlich der vorherigen Erlaubnis des Urhebers. Insbesondere bei massenhaften Nutzungsvorgängen ist es faktisch unmöglich, stets eine solche Erlaubnis einzeln einzuholen. Da zudem der Urheber oftmals keine Kenntnis von der jeweiligen Nutzung hat, und deshalb auch seinen Anspruch auf eine angemessene Vergütung nicht geltend machen kann, nehmen regelmäßig Verwertungsgesellschaften die Rechte der Kreativen kollektiv wahr.

Bei Verwertungsgesellschaften handelt es sich um privatrechtliche Vereinigungen, in denen sich die schöpferisch Tätigen organisieren. Sie erteilen Lizenzen für die von ihnen verwalteten Werke, überwachen die Nutzung dieser Werke und ziehen Lizenzgebühren ein, um die Einnahmen anschließend an die Berechtigten auf der Grundlage von Verteilungsplänen auszuschütten.

In Deutschland besitzen derzeit 13 Verwertungsgesellschaften die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb. Sie werden treuhänderisch tätig und verfügen regelmäßig über eine Monopolstellung, weshalb sie der staatlichen Aufsicht unterliegen. Diese wird vom DPMA ausgeübt.

Verwertungseinrichtungen

Seit Einführung des Verwertungsgesellschaftengesetzes im Jahr 2016 ist das DPMA auch Aufsichtsbehörde über abhängige und unabhängige Verwertungseinrichtungen.

Abhängige Verwertungseinrichtungen sind Tochtergesellschaften einer oder mehrerer Verwertungsgesellschaften. Soweit die Verwertungsgesellschaften bestimmte Tätigkeiten auslagern, etwa den Einzug der Vergütungsforderungen gegenüber Nutzern, und die Tochtergesellschaften damit selbst wie eine Verwertungsgesellschaft tätig werden, haben auch sie die Vorschriften des Verwertungsgesellschaftengesetzes zu beachten und unterliegen der Aufsicht des DPMA. Abhängige Verwertungseinrichtungen sind anders als Verwertungsgesellschaften in der Regel nicht erlaubnispflichtig. Sie haben ihre Tätigkeit, soweit sie Urheberrechte oder verwandte Schutzrechte wahrnehmen, jedoch gegenüber dem DPMA anzuzeigen. Derzeit haben sieben abhängige Verwertunseinrichtungen ihre Tätigkeit angezeigt.

Unabhängige Verwertungseinrichtungen sind in der Regel gewinnorientierte Einrichtungen. Sie unterscheiden sich von Verwertungsgesellschaften vor allem dadurch, dass es nicht die Kreativen selbst sind, die sich in ihnen zusammengeschlossen haben. Sie sind vielmehr unabhängig von den Berechtigten organisiert, nehmen deren Rechte aber gleichwohl wie eine Verwertungsgesellschaft kollektiv wahr und beteiligen sie an ihren Einnahmen. Für unabhängige Verwertungseinrichtungen gelten nur bestimmte Vorschriften des Verwertungsgesellschaftengesetzes, darunter fallen im Wesentlichen Informationspflichten; insoweit unterliegen sie ebenfalls der Aufsicht des DPMA. Die Aufnahme ihrer Wahrnehmungstätigkeit haben sie dem DPMA anzuzeigen. Derzeit haben dies zwei unabhängige Verwertungseinrichtungen angezeigt.

Bild: iStock.com/4x_image

Stand: 04.04.2018 

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