Inhalt

Jugend forscht – und erlebt Aha-Momente zu geistigem Eigentum

Begeisternde Projekte, begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Abschluss des Landeswettbewerbs "Jugend forscht" in Bayern.

Der Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" findet vom 28. bis 31. Mai in Herzogenaurach statt – "Patentcoaching" stand als Pilotprojekt erstmals bayerischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen – DPMA-Präsidentin Eva Schewior: Gewerbliche Schutzrechte als Basis dafür, Erfindungen erfolgreich in den Markt zu bringen

Zwei Personen vor Stellwand

DPMA-Präsidentin Eva Schewior mit Vincent Nack

Das Aus für den Enkeltrick? Vincent Nack entwickelte mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ein System, das betrügerische Anrufe auf Festnetztelefonen automatisch beendet. Ende Mai 2026 tritt Vincent Nack damit in der Kategorie Arbeitswelt beim Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" an. Er kümmerte sich diesmal frühzeitig um den Schutz seiner Innovation als geistiges Eigentum – und meldete sie mit Hilfe des elterlichen Anwalts zum Patent an. Ein Lerneffekt aus seinem Bundessieg bei Jugend forscht vor einigen Jahren, als er mit einem Notbremsassistenzsystem für Fahrräder antrat. Vincent Nack baute in diesen vier Jahren sein Wissen zu Schutzrechten geistigen Eigentums intensiv auf und aus. Das wird im Gespräch klar, das wir mit ihm führen im Rahmen des Landesfinales Bayern von "Jugend forscht".

Fragen und nachhaltige Lernprozesse zu Patent und Gebrauchsmuster

Fragen, Aha-Momente und nachhaltige Lernprozesse zu technischen Schutzrechten, wie Patent und Gebrauchsmuster zusammenfassend bezeichnet werden. – Sie waren allgegenwärtig beim bayerischen Landesfinale von "Jugend forscht" in den Räumen der Patenfirma "Rhode & Schwarz" in München. Die Schülerinnen und Schüler, die nach den bayerischen Entscheiden mit ihren Projekten beim Bundeswettbewerb in Herzogenaurach teilnehmen, tun dies mit erweitertem Wissen zu den Schutzrechten des geistigen Eigentums.

Mehr als 11.000 Schülerinnen und Schüler machen mit

Jugend-forscht-Plakat 2026 "Maximale Perspektive"

Bundeswettbewerb 2026 vom 28. bis 31. Mai

Der Wettbewerb ging und geht gestaffelt nach Regional-, Landes- und Bundeswettbewerb über die Bühne. Insgesamt beteiligen sich mehr als 11.000 Schülerinnen und Schüler. Die Jungforscherinnen und Jungforscher, die sich für den Bundeswettbewerb qualifizierten, stellen ihre Projekte vom 28. bis 31. Mai beim Patenunternehmen Schaeffler AG in Herzogenaurach vor. Damit diese Veranstaltungen möglich sind, wirken mehr als 8.000 Ehrenamtliche und 52 Patenunternehmen mit, wie in München Dr. Jessica Bönsch erläuterte, Geschäftsführende Vorständin der Stiftung "Jugend forscht e.V.". Unter den ehrenamtlichen Jurorinnen und Juroren sind übrigens auch Kolleginnen und Kollegen aus der Patentprüfung des Deutschen Patent- und Markenamts.

Patentcoaching auf Initiative des DPMA, mit Unterstützung der Patentanwaltskammer

Wissen zu Schutzrechten des geistigen Eigentums erweitern: Auf Initiative des Deutschen Patent- und Markenamts und mit Unterstützung der Patentanwaltskammer fand an den Wettbewerbstagen in München erstmals ein Patentcoaching statt. Ein Pilotprojekt in Bayern, das auf ganz Deutschland ausgeweitet werden könnte. Die Jugendlichen konnten ihre Arbeiten schon vor dem Wettbewerb schriftlich einer Patentanwältin oder einem Patentanwalt vorstellen. Beim Wettbewerb ging es dann in einem ein- bis zweistündigen Austausch um das konkrete Einzelprojekt. Ist es grundsätzlich patentfähig? Also technisch, neu, auf erfinderischer Tätigkeit beruhend, gewerblich anwendbar. Wenn ja, was ist auf dem Weg zum Patentschutz konkret zu tun?

Der Hintergrund, für viele überraschend: Wird eine Erfindung im Rahmen von "Jugend forscht" veröffentlicht, kann selbst der Erfinder oder die Erfinderin im Nachhinein kein Patent mehr anmelden. Mit einer solchen Veröffentlichung gehört die Erfindung bereits zum Stand der Technik; sie ist also "neuheitsschädlich" im Sinne des Patentgesetzes.

Gebrauchsmuster beim Abendprogramm in der Boulderhalle vollendet

60 Projekte waren beim Landeswettbewerb Bayern vertreten. 170 Patentanwältinnen und Patentanwälte hatten sich auf Vermittlung der Patentanwaltskammer grundsätzlich bereiterklärt, die jungen Erfinderinnen und Erfinder kostenfrei zu beraten. Eine starke Resonanz. Zehn Patentcoachings fanden statt – für den Auftakt ein schöner Erfolg. Weitere Jugendliche wurden im Zuge des Wettbewerbs darauf aufmerksam und holten sich schnell noch Unterstützung. So schrieb ein Patentanwalt für das Projekt "Portabler Multifunktions Kalibrator" von Stefan Weiß noch beim Abendprogramm in München in der Boulderhalle die Gebrauchsmusteranmeldung.

Eva Schewior: Gewerbliche Schutzrechte sind wichtig, um Investoren zu finden

drei Personen vor Projektplakat im Gespräch

Timo Spatz und Sophie Slowik erläutern Eva Schewior ihr Projekt Eco-Electra 2.0

Auf Basis von eigenen Forschungsfragen tüfteln, werkeln, machen. Die Ergebnisse der Arbeit in der Ausstellung quasi im Viertelstundentakt einem neuen Publikum vorstellen. Sich über Fächergrenzen hinaus mit Schülerinnen und Schülern anderer Regionen vernetzen. Eva Schewior, Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, lobte beim Rundgang das Engagement der Schülerinnen und Schüler – und zeigte sich beeindruckt von der Breite und Fülle der Projekte. Seit mehr als 60 Jahren sei "Jugend forscht" eine wunderbare Plattform, von der wertvolle Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft ausgehen. Bei der Ausstellung in München habe sie vieles gesehen, was als Produkt oder Produktverbesserung Erfolg auf dem Markt haben könne – ein smarter technologischer Helfer für den Kühlschrank etwa, um Lebensmittelverschwendung zu verhindern. "Gewerbliche Schutzrechte sind die Basis, um mit einer Erfindung wirtschaftlichen Erfolg haben zu können. Patent- oder Gebrauchsmusterschutz ist die Voraussetzung dafür, Investoren zu finden, um ein einzigartiges Produkt auf den Markt zu bringen. Wie schön, dass 'Jugend forscht' den Rahmen dafür gibt, Jugendlichen den Wert ihrer Ergebnisse zu spiegeln und praktisches Know-how zu geistigen Eigentumsrechten zu vermitteln."

Eva Schewior überreichte beim Finale des Landeswettbewerbs Bayern die Preise in der Kategorie Chemie. Einer der beiden ersten Preise ging dabei an Timo Spatz und Sophie Slowik für Eco-Electra 2.0, ein Verfahren zur effizienten Stromproduktion aus Algenstrom. Auch für dieses Projekt heißt es: Patent angemeldet!

In Zukunft mehr Frauen in der Patentanmelderschaft!?!

DPMA-Präsident überreicht Julia Trapp eine Urkunde

Julia Trapp, Preisträgerin in der Kategorie Chemie, die Chemie-Preise überreichte Eva Schewior

Die DPMA-Präsidentin thematisierte bei der Veranstaltung auch, dass bei nicht einmal zehn Prozent der veröffentlichten Patentanmeldungen Frauen als Erfinderinnen benannt sind. "Wenn ich mich hier umsehe: Wir können darauf hoffen, dass der Anteil von Frauen in der Patentanmelderschaft in Zukunft höher sein wird", sagte Eva Schewior beim Blick in die Runde.

Ein inspirierendes Fest der Wissenschaften

Insgesamt stellen Jugendliche aus den Kategorien Chemie, Biologie, Arbeitswelt, Geo- und Raumwissenschaften, Physik, Mathematik/Informatik und Technik sowie mit einem Sonderpreis elf Arbeiten aus dem bayerischen Landeswettbewerb beim Bundesfinale vor. "Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit", wie Markus Blume sagte, Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. "Neugierde erleben", auf diese Kurzformel brachte Christian Leicher, CEO von Rohde & Schwarz, den Wettbewerb. Und Uli Herwanger, Leiter des Landeswettbewerbs Bayern, sprach von einem "Fest der Wissenschaften". Ein Fest, zu dem 2026 bundesweit mehr als 11.000 Schülerinnen und Schüler beitragen.
Jugend forscht – und inspiriert. Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim externer Link Bundeswettbewerb viel Freude und Erfolg.

Bild 1: Rohde & Schwarz, Bild 2: DPMA/Sabine Ginster, Bild 3: Jugend forscht e.V., Bild 4: DPMA/Sabine Ginster, Bild 5: Rhode & Schwarz

Stand: 22.05.2026