Das DPMA

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Aktuelle "Brigitte"-Studie

Zwei strahlende Frauen

Claudia Waas und Nadja Amendt leiten als Führungstandem das Referat für Personalentwicklung im DPMA

Das Deutsche Patent- und Markenamt zählt zu den besten Arbeitgebern für Frauen

Deutschlands Frauenmagazin "Brigitte" hat Ende September 2019 "Die besten Arbeitgeber für Frauen" gekürt. Mit dem Ergebnis vier von fünf möglichen Sternen zählt das Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA) zu den 120 besten Arbeitgebern für Frauen deutschlandweit.

Seit 2018 zeichnet "Brigitte" zusammen mit der Personalmarketing-Agentur "Territory Embrace" die besten Arbeitgeber für eine herausragende Frauenförderung aus. Mehr als 160 Unternehmen haben an der umfangreichen Studie teilgenommen und einen Katalog mit 60 Fragen beantwortet. 120 Unternehmen wurden aufgrund ihrer Leistungen in den sechs untersuchten Kriterien Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Flexibilität der Arbeit, Hilfe beim Berufseinstieg, Karriere im Top-Management, Stellenwert der Frauenförderung im Unternehmen und Transparenz ausgezeichnet.

Das DPMA gehört mit vier von fünf möglichen Sternen dazu und ist somit einer der "besten Arbeitgeber für Frauen". Besonders gut bewertet wurde das DPMA im Punkt "Flexibilität der Arbeit".

Vom DAX-Konzern bis zum örtlichen Handwerksbetrieb – die Teilnehmer der Studie setzen sich aus allen Regionen und Branchen des Landes zusammen. Dadurch wird Frauen, die auf der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz sind, eine Orientierungshilfe in der Arbeitswelt gegeben. Mehr Informationen zur Studie sind online auf brigitte.de und in der aktuellen Ausgabe der "Brigitte" (21/2019) zu finden.

Wie das DPMA die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf besser möglich macht

Ein Leitgedanke für die Personalentwicklung im DPMA ist die bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Weil das - gerade für viele Frauen - oft verkürzte Arbeitszeiten bedeutet, war "Karriere in Teilzeit" in der Vergangenheit mehr Wunschdenken denn Realität. Deshalb haben wir im DPMA Tandemführungen eingeführt: Dabei teilen sich zwei Führungskräfte als Doppelspitze eine Leitungsfunktion. Über ihre Erfahrungen mit und auf dem Führungstandem berichten die beiden Referatsleiterinnen Claudia Waas und Nadja Amendt.

Führen als Doppelspitze: Nadja Amendt und Claudia Waas im Interview

DPMA: Frau Amendt, Frau Waas, Sie teilen sich in der Hauptabteilung 4 – Verwaltung und Recht – die Leitung eines Referats. Wie lange arbeiten Sie schon als Teil eines Führungstandems im DPMA?
Nadja Amendt (NA): Seit November 2011 arbeite ich mit kurzer Unterbrechung kontinuierlich als Teil eines Führungstandems. Die aktuelle Doppelspitze zusammen mit meiner Kollegin Claudia Waas ist die dritte personelle Konstellation, die ich in diesen acht Jahren kennenlernen durfte.
Claudia Waas (CW): Nach Rückkehr aus meiner ersten Elternzeit Mitte 2015 habe ich mein Arbeitszeitmodell von Vollzeit auf Teilzeit umgestellt. Seitdem nehme ich meine Aufgabe als Referatsleiterin im DPMA als Teil eines Führungstandems wahr – zunächst in unserer Rechtsabteilung und seit Anfang 2016 in neuer Zusammensetzung im Personalbereich.

Mit einem Tandem verbindet man eine flotte Fahrt bei geteilter Mühe. Welches sind die Vorteile des Führungstandems?
NA: Für mich persönlich besteht der große Vorteil darin, auch als Teilzeitbeschäftigte weiterhin eine verantwortungsvolle Führungsaufgabe in unserem Haus wahrnehmen zu können. Dank des Tandems ist es mir dabei problemlos möglich, einen Teil meiner Arbeitszeit vom Telearbeitsplatz aus einzubringen. Dies erleichtert mir in hohem Maß die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem schätze ich die Vorzüge, mich sowohl zu fachlichen Fragen als auch zu Führungsthemen auf Augenhöhe austauschen und abstimmen zu können. Für das DPMA besteht der Vorteil darin, das Potenzial erfahrener und oftmals leistungsstarker Führungskräfte auch in Phasen familienbedingter Teilzeit bestmöglich nutzen zu können. Und für die übrigen Angehörigen unseres Referats ist trotz Teilzeit und Telearbeit eine nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit der Referatsleitung gewährleistet.
CW: Leider ist die Möglichkeit, in Teilzeit eine Führungsposition wahrnehmen zu können, in der heutigen Arbeitswelt nach wie vor keine Selbstverständlichkeit.

Gibt es denn überhaupt Nachteile im Arbeitsalltag des Führungstandems?
CW: Die Arbeit im Führungstandem bedarf intensiver Abstimmung, was einen erhöhten zeitlichen Aufwand darstellt. Wenn ein Führungstandem gut eingespielt ist, passiert die Abstimmung aber oft auch ganz selbstverständlich und nebenbei. Dennoch kommt es manchmal vor, dass man im Gespräch eine Frage nicht sofort beantworten kann, wenn die Tandempartnerin gerade nicht dabei ist und man den Punkt für abstimmungsbedürftig hält. In der Regel ist aber Verständnis da, wenn man sagt, dass man sich gerne noch untereinander abstimmen möchte.
NA: Außerdem zahlt sich dieser zusätzliche Aufwand doch auch aus, weil viele Themen dadurch ausführlich diskutiert und beleuchtet werden.

Sind Ihnen auch Vorbehalte gegenüber dem Führungstandem begegnet?
NA: Anfangs besteht regelmäßig Unsicherheit, ob die Verfügbarkeit der Führungskraft ausreichend sichergestellt ist. Auch bei Führungstandems stellt sich die Frage gleichermaßen, da bei zwei Teilzeitkräften aufgrund der familiären Aufgaben zumeist die Nachmittagsstunden nicht abgedeckt sind. Bei Doppelspitzen kommt dann regelmäßig die Frage nach der Aufgabenverteilung und Zuständigkeit hinzu. Nach meiner Erfahrung lassen sich diese Herausforderungen und Unsicherheiten aber durch klare Absprachen und eine offene Kommunikation lösen.

Und wie läuft das Führungstandem im Berufsalltag, wie sieht Ihre "Fahrpraxis" aus?
CW: Eine gute Zusammenarbeit der beiden Führungskräfte ist in einem Führungstandem entscheidend. Aus meiner Sicht kann ein Tandem sonst nicht funktionieren. Hierzu gehört viel Kommunikation und gegenseitige Information, aber auch Offenheit, wenn man einmal etwas unterschiedlich sieht. Ganz wichtig ist auf jeden Fall, dass beide gemeinsam "an einem Strang ziehen" und geschlossen auftreten. Bei uns im Referat haben wir die Aufgaben – mit Ausnahme einiger zentraler Themen – aufgeteilt. So ist klar, wer vorrangig Ansprechpartnerin für ein bestimmtes Thema ist. Das ist für die Kolleginnen und Kollegen wichtig, aber auch, dass wir untereinander wissen, wer sich worum kümmert. Dies schließt natürlich nicht aus, dass wir beide prinzipiell zu allen Themen auf dem Laufenden sind, um etwa in Besprechungen oder bei Nachfragen Auskunft geben zu können oder im Vertretungsfall ein Thema weiterzuführen.
NA: Ich halte es für unerlässlich, dass die Chemie zwischen den Tandempartnern stimmt. Das bedeutet nicht, dass man sich möglichst ähnlich sein muss. Doch die grundlegenden Vorstellungen – sowohl zu fachlichen Fragen als auch zum gemeinsamen Führungsverständnis – sollten übereinstimmen. Zudem halte ich es für wichtig, dass man einander Vertrauen entgegenbringt und miteinander lachen kann.

Ihr Praxis-Tipp: Wie stellen Sie sicher, dass in Ihrem Referat der Informationsfluss trotz geteilter Aufgaben in alle Richtungen fließt?
CW: Der Austausch erfolgt am Tag mehrmals, ganz spontan und nach Bedarf – manchmal nur ganz kurz, manchmal ausführlich. Grundsätzlich halten wir uns über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden. Bei der Leitung eines Referats per Tandemführung muss man selbstverständlich abwägen, welche Informationen für die Tandempartnerin relevant sind und welche nicht, damit es nicht irgendwann zu viel wird.
NA: Außerdem treffen wir uns wöchentlich zu einer Referatsrunde, um über aktuelle Vorgänge und anstehende Termine zu sprechen. Dadurch stellen wir sicher, dass alle Angehörigen des Referats über den eigenen Tellerrand hinaus informiert sind. Innerhalb unseres Tandems kommunizieren wir mehrmals täglich persönlich oder an Telearbeitstagen telefonisch. Zudem nutzen wir die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation: Wir setzen uns bei E-Mails gegenseitig in Cc – das ist so einfach wie wirkungsvoll.

Bild: DPMA

Stand: 27.09.2019 

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