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Folgen des Kaufs von Produktfälschungen

Blaulicht vor Einkaufstüte mit Aufschrift "Fake"

Produktfälschungen sind kein isoliertes Phänomen, sondern haben vielfältige Auswirkungen. Da sie als Originalprodukte auftreten, jedoch nicht denselben strengen Produktionskontrollen unterliegen, profitieren sie von dem Vertrauen in Qualität, Herstellungsbedingungen und Prüfverfahren der Originale. Gleichzeitig bergen sie häufig erhebliche Risiken für Verbraucher, verursachen wirtschaftliche Schäden, verschlechtern Arbeitsbedingungen und haben negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher

Festgestellte Mängel bei gefälschten Produkten sind sehr oft schwerwiegend. In der Stichprobe einer Studie des EUIPO waren 97 Prozent der von Marktüberwachungsbehörden aufgegriffenen gefälschten Produkte, als schwerwiegend eingestuft. Die am häufigsten gemeldete Gefahr (32 Prozent) war der Kontakt mit gefährlichen Chemikalien und Giftstoffen, bei der teilweise auch eine kurze Aussetzung akute oder chronische gesundheitliche Schäden verursachen kann (externer Link PDF-Datei EUIPO 2019). Weitere festgestellte gesundheitliche Risiken umfassten mikrobiologische Gefahren sowie Verletzungsrisiken, etwa durch Verbrennungen, elektrische Schläge oder Strangulation. (externer Link PDF-Datei EUIPO/OECD 2022).

Produktgruppen mit besonders großen Risiken für Sicherheit und Gesundheit sind Lebensmittel, Arzneimittel, Parfümerie und Kosmetik, Seife, Bekleidung und Textil, elektrische Maschinen und Elektronik, Uhren, Spielzeug und Fahrzeugteile (externer Link PDF-Datei EUIPO/OECD 2022).

Auch Europol warnte vor den Gesundheitsgefahren der gefälschten Produkte, die im Rahmen ihrer Einsätze beschlagnahmt wurden. Darunter befanden sich unter anderem Botox, Vitaminpräparate, Potenzmittel sowie Abnehmspritzen. (Mehr Informationen in den Mitteilungen von externer Link Europol 2023, 2024, 2025).

Für die Wirtschaft

Produktfälschungen bedeuten den Verlust von Arbeitsplätzen, Umsatz und entgangene Steuern für den Staat. Deutschland ist davon besonders stark betroffen: So war Deutschland gemessen an dem Wert der Waren die Topdestination bei der Einfuhr gefälschter Waren noch vor den USA in einer Studie aus dem Jahr 2025 (externer Link PDF-Datei Mapping Global Trade in Fakes 2025).

Schätzungen einer externer Link PDF-Datei EUIPO Studie zeigen, dass die legale Bekleidungsindustrie zwischen 2018 und 2021 jedes Jahr rund 12 Milliarden Euro Umsatz verloren hat. Das entspricht etwa 5,2 Prozent des gesamten Bekleidungsumsatzes in der EU. Auch für den Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus gibt es Untersuchungen, der externer Link PDF-Datei EUIPO Studie beziffert den geschätzten Schaden für 2024 auf 4,1 Milliarden Euro jährlich, mit dieser Summe könnte die Branche knapp 16.000 Arbeitsplätze sichern.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Fälschungen vor allem großen Unternehmen schaden, sind häufig insbesondere KMU betroffen, da sie nicht über die Kapazitäten verfügen, die Folgen von Verletzungen geistiger Eigentumsrechte zu bewältigen (externer Link PDF-Datei Studie OECD 2023).

Für Arbeitsbedingungen

Eine externer Link Studie der OECD zeigt den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Produktfälschungen auf: Länder, aus denen besonders häufig Fälschungen stammen, haben meist mehr Kinderarbeit (auch in gefährlichen Bereichen), mehr informelle Jobs, längere Arbeitszeiten, einen schwächeren Schutz der Beschäftigten und häufiger tödliche Arbeitsunfälle. Außerdem zeigt sich: Je höher der Wert der exportierten gefälschten Waren, desto weiter verbreitet ist Zwangsarbeit in dem Land.

Für die Umwelt

Produktfälschungen bergen Umweltrisiken bei der Verwendung, insbesondere wenn es sich um gefälschte Chemikalien oder Pestizide handelt, die unkontrolliert eingesetzt werden und Umwelt sowie Ökosysteme schädigen können.

Aber auch die Produktion und Entsorgung von gefälschten Produkten kann aufgrund fehlender Standards und Kontrollen umweltschädliche Folgen haben. Das betrifft besonders den Einsatz giftiger Farbstoffe und die unrechtmäßige Entsorgung von Chemikalien sowie unregulierte Luftverschmutzung (externer Link PDF-Datei EUIPO/OECD 2022).

Bild: gettyimages/Edwin Leung, iStock.com/makyzz und DPMA, Bild 2: DPMA

Stand: 21.04.2026