„Gewinner sind die herausragenden Teams, deren Entwicklungen eine große Bühne erhalten. Gewinner ist unser Wirtschaftsstandort, der neue Impulse erhält. Und Gewinner sind wir als Gesellschaft, denn alle Beispiele zeigen, dass geschützte Innovationen dabei helfen, gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern und das Leben von Menschen zu verbessern.“
Das sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior beim Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten. Aber die Würdigung könnte genauso den anderen Innovationspreisen gelten, die das DPMA unterstützt. Die Präsidentin und weitere Führungskräfte des DPMA sind dabei als Jury- beziehungsweise Kuratoriumsmitglied tätig. Patentprüferinnen und -prüfer lassen ihre Expertise in die verschiedenen Bewertungsprozesse einfließen.
www.deutscher-zukunftspreis.de
Mit dem Deutschen Zukunftspreis würdigt der Bundespräsident herausragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und zeichnet zukunftsweisende Technologien aus. Wesentlich bei der Auswahl der Preisträger sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad sowie das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert und wird vom Bundespräsidenten persönlich verliehen.
Die DPMA-Präsidentin ist Mitglied des Kuratoriums, das die Zielrichtung der Auswahlentscheidungen festlegt. Das DPMA ist zudem berechtigt, der Jury erfolgversprechende Innovationen vorzuschlagen.
Den 29. Deutschen Zukunftspreis verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an das Team der Robert Bosch GmbH (Stuttgart) um Christoffer Uhr, Kai Weeber und Pierre Andrieu für die Entwicklung eines neuen Brennstoffzellen-Antriebs für schwere Lkw.
Während Batterien im Pkw-Bereich eine gute Lösung sind, kommen sie für den Schwerlastverkehr nur bedingt in Frage. Bei der hier erforderlichen Leistung müssten sie sehr groß sein. Sie werden damit in der Regel zu schwer und ihre Ladezeiten zu lang. Brennstoffzellen ermöglichen dagegen eine hohe Reichweite, schnelle Betankung und eine deutlich höhere Nutzlast.
Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Fahrzeugen, die in den Akkus gespeicherten Strom nutzen, erzeugt eine Brennstoffzelle elektrische Energie direkt durch die chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Das Team hat passend dazu den gesamten Antriebsstrang und eine komplexe Regelung entwickelt. Damit ist das Antriebssystem nicht nur leistungsstark, sondern auch unter extremen Bedingungen funktionsfähig und wirtschaftlich. Ihr System wird bereits in Serie produziert und kommt weltweit in mehreren tausend Lkw zum Einsatz. Damit die Lösung wirklich umweltschonend ist, ist allerdings die Nutzung von grünem, also mit erneuerbaren Energien erzeugtem Wasserstoff entscheidend.
Ebenfalls für den Deutschen Zukunftspreis 2025 nominiert waren:
Dr. Anne Lamp, Sina Spingler und Niklas Rambow (traceless materials GmbH, Hamburg) mit ihrem Projekt "Biomasse statt Mikroplastik – innovative Biomaterialien ersetzen fossile Kunststoffe" sowie Dr. Mark Bischoff, Dirk Mühlhoff und Dr. Gregor Stobrawa (Carl Zeiss Meditec AG, Jena) mit ihrem Projekt "Sehkorrektur für Millionen Menschen – ultrakurze Lichtimpulse ermöglichen minimal-invasives Augenlaserverfahren". Das innovative Augenlaserverfahren hatte das DPMA für den Wettbewerb vorgeschlagen.
Machen Sie uns auf Ihre Innovation aufmerksam und melden Sie uns Ihre Ideen und Projekte. Eine Einreichung für den Deutschen Zukunftspreis 2027 ist jederzeit bis Anfang November 2026 möglich. Informationen dazu finden Sie auf unseren Internetseiten.
2025 hat das Europäische Patentamt den Young Inventors Prize erstmals in einer eigenständigen Veranstaltung verliehen. Der Preis wird nun im jährlichen Wechsel mit dem europäischen Erfinderpreis vergeben.
Mit dem Young Inventors Prize 2025 wurden Menschen ausgezeichnet, deren Erfindungen zur Verwirklichung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung beitragen.
Der Preis für Personen bis zum Alter von 30 Jahren will zeigen, wie die Lösungen kluger junger Köpfe die Welt verändern können und ehrt außergewöhnliche junge Menschen, die eine nachhaltige Zukunft schaffen.
Die Preisträger der einzelnen Kategorien finden Sie auf den Internetseiten des Young Inventors Prize.
www.innovationspreis-bayern.de
Der Innovationspreis Bayern wird alle zwei Jahre vergeben. Die nächste Preisverleihung findet 2026 statt. Das DPMA ist durch Herrn Vizepräsidenten Bernd Maile in der Jury vertreten.
www.innovationspreis-thueringen.de
Der Innovationspreis Thüringen ist eine der bundesweit höchstdotierten Auszeichnungen für innovative Ideen und ein Spiegelbild der Innovationskraft in der Region. Die Auszeichnung würdigt seit 28 Jahren Entwicklungen, die in Thüringen entstanden sind und maßgeblich zur wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung beitragen.
Der Innovationspreis Thüringen ist ein Wettbewerb des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (SWIFT), dem TÜV Thüringen e. V. und der Ernst-Abbe-Stiftung.
In der 13-köpfigen Jury war das DPMA erneut durch den Leiter der Dienststelle Jena, Markus Ortlieb, vertreten.
Die Preisträger der einzelnen Kategorien finden Sie auf den Internetseiten des Thüringer Innovationspreises.
60 Jahre Jugend forscht und immer wieder aktuell
„Wir suchen die Forscher von morgen!“ Und das seit der damalige Stern-Chefredakteur Henri Nannen 1965 zur ersten Runde von „Jugend forscht“ aufrief. Seit sechs Jahrzehnten begeistert der Wettbewerb junge Menschen für Wissenschaft, Technik und Innovation und zeichnet besondere Leistungen aus.
Bei der diesjährigen Wettbewerbsrunde von Jugend forscht haben sich 10.350 junge Forscherinnen und Forscher in den MINT-Fächern mit 5664 Projekten beteiligt. Davon schafften es 112 Projekte in den Bundeswettbewerb.
Viele dieser Projekte befassten sich mit KI-Anwendungen und zwar in allen Fachgebieten. David Rutkevich, Bundessieger für die beste interdisziplinäre Arbeit, hat unter dem Titel „PRISM – adaptive Selbstdistillation zur robusten Segmentierung unvollständiger MRT-Daten“ ein selbstlernendes KI-Modell entwickelt, mit dessen Hilfe fehlende oder unvollständige Bildinformationen vervollständigt werden können. Auf diese Weise sollen sich Tumore in MRT-Bildern künftig zielsicherer erkennen lassen.
Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten Oskar Rost und Marius Strauß aus Thüringen. Die beiden wollen eine transparentere und fairere Bewertung von schulischen Leistungen ermöglichen. Dazu entwarfen sie eine KI-basierte Software, die Fehlererkennung, Punktabzüge und Notenvorschläge bei Prüfungen automatisiert. Die Ergebnisse anhand eines realen Tests zeigten eine deutliche Zeitersparnis beim Bewertungsprozess und eine transparentere Fehleranalyse. Damit zeigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sie auch bezüglich des KI-Einsatzes in unterschiedlichsten Fachgebieten kräftig mitforschen und so „Forscher von morgen“ sind.
Allen Preisträgern wünschen wir weiterhin viel Erfolg!