Überblick Nationale Kooperationen
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Standorte des Deutschen Patent- und Markenamts
Der Schutz geistigen Eigentums beginnt oft vor Ort – und genau hier sind die Patentinformationszentren (PIZ) zentrale Partner des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA). Mit 15 Standorten in ganz Deutschland bilden sie gemeinsam mit dem DPMA ein leistungsfähiges und eng abgestimmtes Beratungsnetzwerk. Als regionale Anlaufstellen verbinden die PIZ fachliche Expertise mit Nähe zur Wirtschaft und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Innovationsstandorts Deutschland. Die PIZ unterstützen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Start-ups und Gründungsinteressierte dabei, ihre Innovationen strategisch zu schützen und weiterzuentwickeln. Ihr Angebot reicht von individuellen Beratungsgesprächen über fundierte Recherchen zu Patenten, Marken und Designs bis hin zur Unterstützung bei der Entwicklung passender IP-Strategien. Als neutrale und kompetente Ansprechpartner helfen sie, Orientierung zu schaffen, Chancen zu erkennen und Risiken zu vermeiden. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem DPMA und den Patentinformationszentren sorgt dafür, dass Wissen und Unterstützung dort ankommen, wo sie gebraucht werden – direkt bei den Innovatorinnen und Innovatoren. Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Beitrag, das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums zu stärken und den Zugang zum Schutz von Innovationen niedrigschwellig zu gestalten. Diese starke Partnerschaft bleibt auch künftig ein zentraler Baustein unseres Engagements für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.
Die bundesweite PIZnet-Aktionswoche hat sich als fester Bestandteil im Jahreskalender vieler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) etabliert. Auch 2025 boten die Patentinformationszentren (PIZ) eine Woche lang kostenfreie, vertrauliche und neutrale Erstberatungen rund um den Schutz und die strategische Nutzung geistigen Eigentums an. Das Angebot richtet sich insbesondere an KMU, Start-ups und Gründungsinteressierte, die ihre Ideen absichern, Innovationspotenziale gezielt nutzen und wirtschaftliche Risiken frühzeitig erkennen möchten. In individuellen Beratungsgesprächen analysieren die Beraterinnen und Berater die IP-Situation des jeweiligen Unternehmens und zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Die hohe Nachfrage und die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen den großen Nutzen des Formats. Im Rahmen der PIZnet-Aktionswoche 2025 führten die Patentinformationszentren insgesamt 40 Beratungsgespräche mit KMU durch; das entspricht rund 72 Stunden voller Fachwissen, praxinaher Expertise und individueller Unterstützung. Doch nicht nur diese Zahlen sprechen für den Erfolg des Formats: Auf die Frage, ob das Beratungsangebot ihre Erwartungen erfüllt hat, vergaben die Teilnehmenden auf einer Skala von 1 bis 5 einen herausragenden Durchschnittswert von 4,76. Zudem würden alle befragten KMU das Angebot weiterempfehlen.
Das DPMA unterstützt die PIZnet-Aktionswoche gemeinsam mit den Patentinformationszentren und begrüßt die sehr positive Resonanz. Die Aktionswoche sensibilisiert Unternehmen für den strategischen Umgang mit geistigem Eigentum und unterstützt sie bei der Sicherung ihrer Innovationskraft – auch wieder in 2026!
In ihrem Grußwort unterstrich DPMA-Präsidentin Eva Schewior die zentrale Rolle der Partnerschaft zwischen den Patentinformationszentren und dem DPMA für den Innovationsstandort Deutschland. Angesichts verschiedener wirtschaftlicher Entwicklungen komme es entscheidend darauf an, das Potenzial aus Forschung und Entwicklung noch konsequenter in geschützte Innovationen zu überführen. Der Austausch im Rahmen der PIZ-Konferenz trage wesentlich dazu bei, die Vernetzung zwischen regionalen IP-Dienstleistern und dem DPMA gezielt zu fördern und die strategische Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.
Neben den aktuellen Entwicklungen im DPMA standen vor allem Zukunftsthemen im Mittelpunkt. Dazu zählten unter anderem die Weiterentwicklung neuer Ansätze zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie der Wissenstransfer in die Hochschullandschaft. Gerade hier kommt den Patentinformationszentren eine Schlüsselrolle zu, da sie als regionale Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Schutzrechtssystem wirken. Die Beteiligten stellten auch konkrete Kooperationsprojekte, wie gemeinsame Veranstaltungsformate und die Roadshow-Initiative, vor und entwickelten sie weiter. Sie tragen dazu bei, Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen gezielt für den strategischen Umgang mit geistigem Eigentum zu sensibilisieren und den Zugang zu IP-Informationen zu erleichtern.
Die PIZ-Konferenz 2025 hat einmal mehr gezeigt, dass die gewachsene Partnerschaft zwischen dem DPMA und den Patentinformationszentren ein starkes Fundament für die Förderung von Innovation und Technologietransfer bildet.
Der Schutz geistigen Eigentums entfaltet seine volle Wirkung erst durch konsequente Durchsetzung und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Neben der erfolgreichen Kooperation mit den Patentinformationszentren (PIZ) hat das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) im Jahr 2025 seine Zusammenarbeit mit weiteren zentralen Partnern gezielt ausgebaut. Ziel ist es, die Durchsetzung gewerblicher Schutzrechte zu stärken, Produkt- und Markenpiraterie wirksam zu bekämpfen und das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums nachhaltig zu fördern.
Ein zentraler Partner ist der deutsche Zoll, insbesondere die Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz des Zollkriminalamts. Als operative Schlüsselinstanz im Kampf gegen Produktfälschungen beschlagnahmten die Zollbehörden allein im Jahr 2024 gefälschte Waren im Wert von 417 Millionen Euro. Durch den engen fachlichen Austausch unterstützt das DPMA die zuständigen Behörden mit seiner Schutzrechtsexpertise und trägt dazu bei, Maßnahmen zur Rechtsdurchsetzung wirksam zu flankieren und weiterzuentwickeln. Das DPMA intensivierte außerdem die Zusammenarbeit mit Messegesellschaften und Initiativen zur Sensibilisierung von Öffentlichkeit und Wirtschaft. So war das DPMA auf der internationalen Konsumgütermesse Ambiente 2025 in Frankfurt am Main gemeinsam mit der Aktion Plagiarius vertreten. Die Aktion Plagiarius e.V. verlieh dort am 6. Februar 2026 zum 50. Mal den Negativpreis „Plagiarius“, der Hersteller und Händler besonders dreister Produktfälschungen öffentlich macht und so das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums schärft. Am Gemeinschaftsstand informierte das DPMA über Schutzmöglichkeiten für Innovationen und sensibilisierte für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen von Produktfälschungen. Solche Kooperationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention und stärken die Wahrnehmung geistigen Eigentums in Wirtschaft und Gesellschaft. Darüber hinaus bringt das DPMA als zentraler Netzwerkpartner gezielt Behörden und Institutionen zusammen, die sich mit der Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte befassen. Beim Netzwerktreffen „IP-Awareness and Enforcement“, das im November 2025 bereits zum dritten Mal unter Leitung des DPMA in München stattfand, tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter von Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden, Staatsanwaltschaften, Landeskriminalämtern und Marktüberwachungsbehörden zu aktuellen Herausforderungen aus. Ergänzend vermittelte das DPMA in Fachveranstaltungen praxisnahes Wissen zur strafrechtlichen Verfolgung von Schutzrechtsverletzungen und stärkte damit die Zusammenarbeit und Handlungssicherheit der beteiligten Institutionen.
Diese vielfältigen Kooperationen verdeutlichen die zentrale Rolle des DPMA im Netzwerk der Rechtsdurchsetzung. Als Kompetenzzentrum für gewerbliche Schutzrechte bringt das Amt seine fachliche Expertise gezielt ein, fördert den institutionenübergreifenden Austausch und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur wirksamen Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie sowie zum Schutz von Innovation und Wettbewerb in Deutschland.
Im Gespräch: Steffi Jann, Leiterin Patent- und Markenzentrum Schleswig-Holstein „Wir müssen den Schutz geistigen Eigentums strategischer denken“
Die Leiterin des Patent- und Markenzentrums Schleswig-Holstein, Steffi Jann, wirbt für die attraktiven Services der PIZ für kleine und mittelständische Unternehmen und Start-ups, lobt die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Deutschen Patent- und Markenamt und erklärt, warum dem Schutz geistigen Eigentums in Deutschland noch mehr Aufmerksamkeit zukommen sollte.
Eine Studie des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zeigt, dass europaweit nur rund zehn Prozent der KMU Patente, Gebrauchsmuster, Marken oder Designs nutzen. Dabei ist der Schutz geistigen Eigentums ein wichtiger Erfolgsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen. Woran liegt es, dass so wenige KMU Schutzrechte anmelden? Wo sehen Sie die größten Hürden?
Unserer Erfahrung nach liegt es nicht an mangelnder Innovationskraft der KMU, sondern eher an strukturellen und praktischen Hürden. Die größten Hindernisse sind Kosten, Komplexität und fehlendes internes Know-how; dazu kommen die Unsicherheit über den konkreten wirtschaftlichen Nutzen und Zweifel an der Durchsetzbarkeit gegenüber größeren Wettbewerbern.
Viele Start-ups und KMU wissen nicht, welches Schutzrecht infrage kommt, wann der richtige Zeitpunkt für eine Anmeldung ist, wie der Anmeldeprozess funktioniert und wie sie Schutzrechte strategisch nutzen können. Es gibt dort keine Patentabteilung, die sich darum kümmert, Innovationsprozesse strukturiert zu begleiten und schützenswerte Erfindungen abzusichern. Die Entscheider konzentrieren sich häufig auf das operative Geschäft; für die Entwicklung und Verfolgung einer IP-Strategie braucht es aber eine eher langfristige Perspektive. Dabei gibt es durchaus Unterstützung für die Unternehmen: Die hohe Arbeitsbelastung der Verantwortlichen führt aber oft dazu, dass die größtenteils kostenlosen Informations- und Beratungsangebote der Patentinformationszentren (PIZ) nicht ausreichend in Anspruch genommen werden.
Sie verfügen über langjährige Erfahrung in der Beratung zum gewerblichen Rechtsschutz. Hat sich aus Ihrer Sicht das Bewusstsein für die Bedeutung von Schutzrechten in den vergangenen Jahren verändert?
Ja, diesen Eindruck habe ich durchaus. In unserer Beratungspraxis sehen wir, dass das Schutzrechtsbewusstsein in vielen Unternehmen nachgelassen hat. Die Welt ist komplexer geworden – neue Technologien und kürzere Innovationszyklen, neue Märkte, neue rechtliche Anforderungen – generell und natürlich auch im Bereich des geistigen Eigentums. Es stehen aber weder mehr Zeit noch Geld oder Personal zur Verfügung. Das nicht ganz einfache Thema IP fällt dann aufgrund der Komplexität der Aufgabe und der damit verbundenen Kosten schnell hinter andere Themen und Aufgaben, denen vorrangig Aufmerksamkeit geschenkt wird, zurück. Auch der demografische Wandel spielt eine Rolle: Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen in den Ruhestand und hinterlassen große Lücken, im Schutzrechtsmanagement vor allem Wissenslücken. Gleichzeitig kommt aus den Hochschulen zu wenig Nachwuchs mit einem ausgeprägten Verständnis für geistiges Eigentum als wirtschaftlichem Erfolgsfaktor, da dieses Thema in der Ausbildung leider zu kurz kommt. Solche Entwicklungen führen dazu, dass die große strategische Bedeutung von Schutzrechten in den Hintergrund gerät.
Wie problematisch ist das?
Wir als Patentinformationszentren sehen diese Entwicklung mit Sorge. Gerade weil wir im internationalen Wettbewerb eine gegenläufige Entwicklung beobachten: Länder wie China betrachten Rechte an geistigem Eigentum als zentrales strategisches Instrument. Diesem wachsenden Wettbewerbsdruck, der auch über gewerbliche Schutzrechte ausgeübt wird, können sich auch die vielen innovativen KMU in Deutschland nicht entziehen. An der schutzrechtlichen Absicherung der eigenen Innovationen führt daher kein Weg vorbei. Dennoch müssen in vielen Unternehmen leitende Entwickler bei der eigenen Geschäftsführung Überzeugungsarbeit leisten, damit Personal und Budget dafür bewilligt werden. In unseren Arbeitskreisen wird deshalb zunehmend die Frage diskutiert, wie sich die Relevanz von IP unternehmensintern besser vermitteln lässt.
Was kann man noch tun?
Wir müssen das Bewusstsein für geistiges Eigentum und den Nutzen gewerblicher Schutzrechte stärker unter die Leute bringen. Ich sage das bewusst so salopp, weil das etwas Selbstverständliches sein sollte: Schutzrechte sind ja schließlich Rechte, die von allen respektiert werden müssen – und deren Verletzung teuer werden kann.
Damit diese Normalität entsteht und die wirtschaftliche Bedeutung von IP angemessen kommuniziert wird, braucht es eine klare Positionierung: eine nationale IP-Strategie, die das Ziel aufzeigt, Prioritäten setzt, konkrete Maßnahmen definiert und diese auch finanziell unterstützt. Ohne ein solches politisches Signal wird es für alle Akteure schwer, den Schutz von Innovationen wieder stärker in den Fokus zu rücken.
Was sind Ihre Angebote als PIZ?
Das PIZ Kiel ist Teil einer starken Institution. Unter dem Dach der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH profitieren wir von der engen Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen insbesondere aus der Innovationsberatung und den Technologieclustern. Unsere Aufgabe ist es, Existenzgründer, Start-ups und KMU über die Bedeutung geistigen Eigentums aufzuklären und sie bei der effektiven Nutzung gewerblicher Schutzrechte zu unterstützen. Konkret recherchieren wir für unsere Kunden in Patent-, Marken- und Designdatenbanken, stellen patentstatistische Analysen zur Verfügung und helfen bei der Entwicklung einer geeigneten Schutzrechtsstrategie. Außerdem unterstützen wir Unternehmen dabei, relevante Technologien und Wettbewerber systematisch im Blick zu behalten. Ergänzend bieten wir Fachveranstaltungen, Schulungen und Sprechtage an – sowohl in den Unternehmen als auch für die interessierte Öffentlichkeit.
Kurz gesagt sehen wir uns nicht nur als Dienstleister, sondern als Partner der Unternehmen. Unser Ziel ist es, sie darin zu stärken, die wichtigste Ressource unseres Landes – kreative und innovative Ideen – erfolgreich zu nutzen.
Wie unterstützt Sie das DPMA in Ihrer Arbeit?
Seit rund 20 Jahren verbindet uns eine erfolgreiche Kooperation, die auf vielfältige Weise Früchte trägt. Die PIZ fungieren in ihren Bundesländern als regionale Ansprechpartner: Wir klären auf, sensibilisieren für Schutzrechte und übernehmen an einigen Standorten auch die Funktion als Annahmestelle. Im Gegenzug verweist das DPMA im Kundenservice und den anderen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit gezielt an das nächstgelegene PIZ – so können wir als PIZ Kiel schleswig-holsteinische Unternehmen direkt und unkompliziert unterstützen.
Besonders wertvoll ist der fachliche Austausch mit dem DPMA: Die PIZ profitieren zum Beispiel von Weiterbildungen durch Prüferinnen und Prüfer, für eigene Veranstaltungen werden uns Fachreferenten vermittelt und wir erhalten Unterstützung bei der Fördermittelbeschaffung für KMU, die das DPMA auf europäischer Ebene für uns einwirbt.
Auch im Marketing agieren wir stark vernetzt; das DPMA bewirbt zentrale Formate wie die jährliche ‚piznet-Aktionswoche‘ – 2025 unter dem Motto ‚Schutzrechtsstrategien für KMU‘ – und macht die Angebote der PIZ über seine Website sowie Social-Media-Kanäle sichtbar.
Last but not least möchte ich erwähnen, dass die PIZ als wichtige Nutzergruppe eine Stimme im DPMAnutzerbeirat haben. Der direkte Austausch und die Vernetzung mit anderen relevanten IP-Akteuren in diesem Gremium sind enorm bereichernd.