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Nobelpreis für Medizin 2026

Karl Deisseroth, Peter Hegemann, Georg Nagel. Zeichnungen: Niklas Elmehed
"Herausragende Forscher und wegweisende Erfinder"
Grundlegende Erfindung der diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger Peter Hegemann und Georg Nagel wurde 2002 beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet - DPMA-Präsidentin: Bahnbrechende Technologie gibt vielen kranken Menschen Hoffnung - und ist ein Beispiel, wie man exzellente Grundlagenforschung auch wirtschaftlich nutzen kann.
Neue, wirksame Therapien für schwere Krankheiten wie Parkinson oder Epilepsie entwickeln – und möglicherweise sogar geschädigte Körperfunktionen wie das Sehen wiederherstellen: Diese Hoffnungen verbinden sich mit der Optogenetik. Die beiden deutschen Forscher Prof. Dr. Peter Hegemann und Prof. Dr. Georg Nagel sind Mitbegründer der jungen Disziplin und werden dafür in diesem Jahr mit dem
Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. "Professor Hegemann und Professor Nagel sind nicht nur herausragende Wissenschaftler, sondern auch wegweisende Erfinder", betont die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Eva Schewior. "Die beiden Forscher haben die Grundlagen für eine bahnbrechende Technologie gelegt, die enormen medizinischen Fortschritt ermöglicht und vielen kranken Menschen Hoffnung gibt. Mit ihren Patentanmeldungen haben sie auch ein Beispiel dafür gegeben, wie aus exzellenter Grundlagenforschung wirtschaftlich nutzbare Technologien werden können."
Optogenetik ermöglicht es, bestimmte Zellen wie Nervenzellen mit Licht gezielt zu steuern. Im ersten Schritt wird dafür der genetische Bauplan für ein lichtempfindliches Protein aus Grünalgen in die Zellen eingeschleust. Nachdem das Protein dort gebildet ist, können die Zellen mit Licht sozusagen an- oder ausgeschaltet werden. Beispielsweise werden Nervenzellen gezielt aktiviert und geben dadurch einen Nervenimpuls weiter. Die Optogenetik hat sich deshalb zu einem wichtigen Werkzeug entwickelt, um die Funktionsweise des Gehirns und anderer komplexer biologischer Systeme besser zu verstehen. Erste Ansätze für medizinische Anwendungen werden bereits in klinischen Studien untersucht.
Patentanmeldung beim DPMA als Basis für den Erfolg
Peter Hegemann ist Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Georg Nagel hat seinen Lehrstuhl an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Ihren weltweit beachteten grundlegenden Aufsatz zur Optogenetik veröffentlichten Hegemann und Nagel im Juni 2002 in "Science", einem der wichtigsten Journale im Bereich der Naturwissenschaften. Allerdings nicht ohne ihre neue Technologie vorher zum Patent anzumelden: Die Anmeldung
DE 102 16 005 A1 (1,27 MB) ging am 11. April 2002 beim Deutschen Patent- und Markenamt ein. Anmelder war neben der Max-Planck-Gesellschaft auch Peter Hegemann persönlich. Als Erfinder werden Hegemann, Nagel und Prof. Dr. Ernst Bamberg, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik, geführt. Zahlreiche spätere Veröffentlichungen zitierten diese grundlegende Anmeldung.
Inzwischen ist die Optogenetik zu einem wichtigen und vielversprechenden Anmeldegebiet im Bereich der Biomedizin geworden. Einer der prägenden Forscher und Erfinder ist auch der US-Amerikaner Karl Deisseroth (Stanford University), der den Nobelpreis gemeinsam mit den beiden Deutschen erhält. In mehreren Patentanmeldungen werden Prof. Hegemann und Prof. Deisseroth gemeinsam als Erfinder genannt.
Bild: Niklas Elmehed / Nobel Prize Outreach
Stand: 08.10.2026


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