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Innovationspreis Thüringen 2018 verliehen

Fünf Spitzenentwicklungen mit Thüringer Wirtschaftspreis ausgezeichnet

Ein fahrradsicheres "Velo-Gleis", ein neuartiges Präzisionsgussverfahren mittels 3D-Drucker, ein Poly-Transreceiver als Basis für rasante 5G-Datenübertragung und ein kurzzeitig sichtbares Händedesinfektionsmittel um Krankenhausinfektionen zu vermeiden - das sind die Erfindungen, die in diesem Jahr mit dem Thüringer Innovationspreis ausgezeichnet wurden. Dieser Preis wird gemeinsam vom Thüringer Wirtschaftsministerium, der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), dem TÜV Thüringen e. V. sowie der Ernst-Abbe-Stiftung vergeben. Markus Ortlieb, Leiter der DPMA-Dienststelle Jena, ist Jury-Mitglied.

Das Motto: "Innovativ? Ausgezeichnet!"

Bereits zum 21. Mal wurden am 14. November 2018 beim "Innovationspreis Thüringen" innovative Ideen, Produkte und Dienstleistungen aus Thüringen in vier Kategorien und mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Die Preisträger 2018 sind:

Kategorie "TRADITION & ZUKUNFT": Fahrradsicheres Gleis

3 Preisträger zeigen auf ein Gleis

Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH

Wo Bahn und Rad aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Unfällen, wenn Fahrradfahrer oder Fußgänger in die Spurrillen von Schienen geraten. Um die Gefahren zu verringern, gibt es weltweit zahlreiche Lösungsansätze, die bislang jedoch zu schnell verschleißen oder technisch und finanziell zu aufwändig sind. Das fahrradsichere "Velo-Gleis" der Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH hat ein spezielles Gummiprofil, das die Spurrille einer Schiene ausfüllt und so das gefahrlose Überqueren ermöglicht. Eine überfahrende Bahn hingegen drückt aufgrund ihres Gewichts das Profil ein. Durch seine elastischen Eigenschaften kehrt das Gummi anschließend wieder in seine Ausgangsform zurück und füllt die Spurrille erneut aus.

Kategorie "INDUSTRIE & MATERIAL": Neuartiges Präzisionsgussverfahren mittels additiv gefertigter keramischer Gussform

zwei Herren mit Gussformen

Schubert & Salzer Feinguss Lobenstein GmbH

Komplexe und filigrane Stahlgussteile werden seit Jahrzehnten im sogenannten Wachsausschmelzverfahren hergestellt. Allerdings ist Fertigungsprozess extrem personalintensiv und langwierig. Einen völlig neuen Ansatz hat die Schubert & Salzer Feinguss Lobenstein GmbH entwickelt. Dabei wird die keramische Gießform additiv mittels 3D-Drucker gedruckt. Voraussetzung für das neue Gießverfahren ist eine zum Patent angemeldete, gedruckte Stützstruktur, welche die dünne Gießform wie eine Wabe umhüllt. So ist es möglich, den hohen Drücken und Temperaturen Stand zu halten und erstmals größere Teile in gedruckten Formen zu gießen. Das innovative Präzisionsgussverfahren ersetzt die Hälfte der bisher benötigten Fertigungsschritte. Durch die frei gestaltbare Hüllenstruktur der Gießform kann die Temperatur des Metalls während der Erstarrung gezielt beeinflusst werden.

Kategorie "DIGITALES & Medien": Neuartiger Poly-Transceiver als Basis für rasante 5G-Datenübertragung mittels kleinster Polymeroptik

zwei Herren im Labor

ADVA Optical Networking SE

Weltweit arbeiten Netzbetreiber und Technologiefirmen am Mobilfunk-Standard "5G", der bis 2020 flächendeckend Wirklichkeit werden soll. Dieser wird Datenübertragungsraten bis zu 10 Gigabit pro Sekunde ermöglichen und gleichzeitig den Stromverbrauch senken. Die Daten-Anbindung der Mobilfunkmasten an das Glasfasernetz wird über sogenannte passive optische Netze (PON) realisiert. Doch die bisherige Datenübertragung war ineffizient, nicht für höhere Übertragungsraten geeignet und energieintensiv.

Um diese Probleme zu lösen, hat die ADVA Optical Networking SE aus Meiningen gemeinsam mit dem Heinrich Hertz Institut Berlin einen neuartigen optischen Transceiver auf der Basis von polymeroptischen Mikro-Bausteinen entwickelt. Ein neuartiger Laser kann durch die Modulation verschiedener Wellenlänge Daten gleichzeitig über 96 Kanäle senden und empfangen sowie Geschwindigkeiten bis 10 Gigabit pro Sekunde realisieren. Die Regelung des Lasers erfolgt über einen speziellen Kommunikationskanal, dessen Wirkprinzip in Meiningen entwickelt und im Frühjahr 2018 in den internationalen Standard für Telekommunikation aufgenommen wurde. Die Innovation schafft so eine wichtige Voraussetzung für das neue Mobilfunknetz "5G".

Kategorie "LICHT & LEBEN": Kurzzeitig sichtbares Händedesinfektionsmittel

3 Preisträger mit Desinfektionsmittel

Heyfair GmbH

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu etwa 400 000 bis 600 000 Krankenhausinfektionen. Etwa 90 Prozent aller Erreger werden dabei per Handkontakt übertragen; entsprechend wichtig ist deren richtige Desinfektion. Doch in neun von zehn Fällen werden entweder nicht alle Hautpartien vollständig benetzt, es wird zu wenig Desinfektionsmittel verwendet oder der Vorgang wird schlicht vergessen. Die Heyfair GmbH aus Jena löst das Problem durch das weltweit erste kurzzeitig sichtbare Händedesinfektionsmittel. Dieses färbt die Haut, wodurch nicht desinfizierte Bereiche sichtbar werden. Anhand der Farbintensität lässt sich erkennen, ob die notwendige Mindestmenge Desinfektionsmittel verwendet wurde. Zu den Einsatzbereichen gehören neben Krankenhäusern auch Labore, die Nahrungsmittelindustrie, der Einzelhandel und die Gastronomie.

Weitere Informationen zum Thüringer Innovationspreis

Außerdem vergeben wurden der "Sonderpreis für junge Unternehmen" an die "Pflegeplatz-Manager GmbH" und "ERNST-ABBE-PREIS für innovatives Unternehmertum 2018" an Dr. Andreas Karguth und Olaf Mollenhauer für ihre Verdienste um den Wissenschafts- und Technologiestandort Thüringen. Weitere Informationen zu den Preisträgern finden Sie auf den Internet-Seiten des Innovationspreises Thüringen.

Bilder: Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT)

Stand: 10.08.2019 

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