Das DPMA

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Vor 30 Jahren: Riesenmagnetowiderstand

Eine Patentanmeldung verändert die Kommunikation der Welt

Prof. Dr. Peter Grünberg (2006)

Prof. Dr. Peter Grünberg (2006)

Vor 30 Jahren, am 16. Juni 1988, wurde eine Erfindung beim DPMA zum Patent angemeldet, deren Einfluss auf unseren Alltag kaum zu überschätzen ist. Unter dem Titel pdf-Datei „Magnetfeldsensor mit ferromagnetischer, dünner Schicht“ wurde die vom Kernforschungszentrum Jülich eingereichte Anmeldung unter der Nummer DE3820475C1 patentiert.

Ihr Erfinder war der Festkörperphysiker Dr. Peter Grünberg. Er hatte beobachtet, dass der elektrische Widerstand zwischen zwei ferromagnetischen Schichten empfindlich auf ein äußeres Magnetfeld reagiert, wenn diese durch eine nur wenige Atomlagen dicke Schicht getrennt sind. Schon in der Patentschrift betonte der Erfinder, diese diene dem „Auslesen magnetisch gespeicherter Daten“.

Magnetfeldsensor mit ferromagnetischer, dünner Schicht (DE3820475C1)

Magnetfeldsensor mit ferromagnetischer, dünner Schicht (DE3820475C1)

Der von Grünberg erkannte Effekt ist heute als Riesen-Magnetowiderstand (bzw. auf Englisch als Giant Magnetoresistance – GMR) bekannt. Er führte zu einem Durchbruch in der modernen Informationstechnologie, indem er die Miniaturisierung von Festplatten in Computern, Smartphones und MP3-Playern ermöglichte.

Die Bedeutung dieser Erfindung zeichnet sich rasch ab: Grünberg wurde dafür bereits 1989 mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten und 2006 mit dem Erfinderpreis der Europäischen Kommission ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Nobelpreis für Physik, gemeinsam mit dem Franzosen Albert Fert, der unabhängig vom ihm ebenfalls den GMR-Effekt beobachtet hatte.

In wenigen Jahren schaffte Grünbergs Entdeckung den Weg von der Patentierung bis zur industriellen Massenproduktion und ist damit ein Paradebeispiel für die schnelle Umsetzung von Grundlagenforschung in die Anwendung und Marktreife. Deshalb widmet das DPMA ihr in seiner Galerie mit Erfindungen vor, die unser Alltagsleben entscheidend beeinflusst haben, ein eigenes pdf-Datei Poster.

Grünberg, der seit 1972 in Jülich gearbeitet hatte und dem Forschungszentrum stets treu blieb, erhielt zahlreiche weiter Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden. Er starb vor wenigen Wochen im April 2018. Jülich, das ein Institut nach ihm benannte, würdigte ihn als „herausragenden Wissenschaftler, der auf dem Gebiet der Festkörperforschung weltweit Maßstäbe gesetzt hat. Ohne Übertreibung kann man sagen: Peter Grünberg und seine Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands haben unser aller Leben entscheidend verändert.“

Bild: Forschungszentrum Jülich

Stand: 20.03.2019 

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