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Donald Duck wird 85

Donalds Kopf

Mit 85 Jahren immer noch cholerisch, meist vom Pech verfolgt, chronisch pleite und alleinerziehender Vater von Drillingen: Donald Duck hat es nach wie vor nicht leicht. Die wohl bekannteste Comicfigur des Planeten (neben Micky Maus aus dem gleichen Haus) feiert Geburtstag.

Jubiläum der Comic-Figur - Donald Duck: Entlich 85!

Donalds Dauerfreundin Daisy

Donalds Dauerfreundin Daisy (Unionsmarke 003332822)

Am 9. Juni 1934 hatte Donald Fountleroy Duck (so sein vollständiger Name) in dem Zeichentrickfilm "The Wise Little Hen"("Die kluge kleine Henne") seinen ersten Auftritt als Nebendarsteller. Der Erpel lebt in dem Filmchen auf einem Boot, deshalb trägt er einen Matrosenanzug. Den hat er bis heute an (und immer noch keine Hose!).

Weil Micky Maus, der ältere, große Star, mit zunehmender Bekanntheit immer seriöser, braver und farbloser werden musste, brauchte Disney einen Anti-Helden, ein Gegengewicht zur Maus. Donald war - bei aller ursprünglichen Niedlichkeit – eine Ente mit zutiefst menschlichen Schwächen: er ist unberechenbar, tollpatschig, aufbrausend und faul.

Die Ente, die ein Mensch war

Unionsmarke EM 1008801

EM 1008801

Und genau diese Menschlichkeit verhalf der Figur zu rascher, enormer, bis heute andauernder Popularität. Walt Disney, ein geschickter Geschäftsmann, nutzte clever die gewerblichen Schutzrechte, um seine Schöpfungen exklusiv und effektiv zu vermarkten. Nicht nur Donald (Unions-Wortmarken 002828341, 005240271, 003335668), sondern praktisch alle populären Trickfiguren der Disney-Geschichten sind markenrechtlich geschützt. Bis heute operiert Disney, mittlerweile ein Weltkonzern, sehr erfolgreich mit dem Schutz seines geistigen Eigentums und macht (nicht nur) mit Merchandising Millionen.

Im Gegensatz dazu ist Donald praktisch chronisch pleite. Sein eigentliches Profil gewann die Figur in den Comic strips des legendären Zeichners und Texters Carl Barks in den 1940er und 1950er Jahren. Barks schuf auch viele weitere Figuren, die bis heute Donalds Umfeld bevölkern: seinen Onkel Dagobert, die reichste Ente der Welt, seine Dauerfreundin Daisy, den genialen Erfinder Daniel Düsentrieb oder die kriminellen Panzerknacker – um nur einige zu nennen.

Staun! Klatsch! Jubel!

So kennt man ihn!

Zum Kultstatus der Comics trug in Deutschland nicht zuletzt die geniale Übersetzerin Dr. Erika Fuchs bei. Sie hob die im amerikanischen Original meist deutlich schlichteren Dialoge auf ein geradezu literarisches Niveau, angereichert mit Klassiker-Zitaten („Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern / in keiner Not uns waschen und Gefahr“), kultigen Wortspielen („Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“), virtuosen Einsatz des Stabreims als Stilmittel ("Ich setze das Girl mit dem girrenden Geraune der Gitarre in Erstaunen!").

Vor allem ab bereicherte sie die deutsche Sprache um den später ihr zu Ehren so genannten „Erikativ“: Verben werden auf den Wortstamm verkürzt (Inflektive) und erhalten eine lautmalerische, suggestive und illustrative Wirkung: Schluck! Stöhn! Würg! Ächz! Das funktioniert nicht nur bei Geräuschen, sondern sogar bei inneren Vorgängen: Grübel! Studier! Frier! Schreck!

Patente Ente

Der weltberühmte Erpel taucht auch in der Patentliteratur öfters auf: Recherchiert man in der DPMA-Datenbank DEPATISnet seinen Namen, findet sich eine Vielzahl von höchst unterschiedlichen Referenzen auf die Figur in Patent- und Gebrauchsmusterdokumenten (zum Beispiel pdf-Datei DE1996437U.pdf, pdf-Datei EP000002339497A2.pdf).

Wie Donald ein Patent kippte

Ein Schiff mit Ping-Pong-Bällen bergen: Die geniale Idee des Disney-Zeichners Carl Barks in einem Co

Ein Schiff mit Ping-Pong-Bällen bergen: Die geniale Idee des Disney-Zeichners Carl Barks in einem Comic von 1949

Donalds Bekanntheit führte übrigens zu einem viel zitierten patentrechtlichen Paradebeispiel: Ein dänischer Erfinder meldete 1964 in seinem Heimatland ein Verfahren zur Hebung gesunkener Schiffe zum Patent an, bei dem Schaumstoffbälle in die Wracks gepumpt wurden, um ihnen Auftrieb zu verleihen. Das Patent wurde auch vom DPMA ( pdf-Datei DE1247893B) und in Großbritannien ( pdf-Datei GB1070600A) bestätigt.

Aber das Patentamt der Niederlande verweigerte die Erteilung: In einer bereits 1949 erschienen Geschichte von Carl Barks hatte Donald Duck ein ganz ähnliches Verfahren angewendet, um eine gesunkene Yacht mit Hilfe von Tischtennisbällen zu heben. Angesichts der großen Auflage der Comics sahen die niederländischen Kollegen die Neuheit der Erfindung nicht mehr gegeben.

Donald Duck sollte also zur Pflichtlektüre für Patentprüfende erklärt werden... Kicher!

Bilder: DPMAregister, Walt Disney Corp.

Stand: 14.06.2019 

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