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175 Jahre Fax

Alexander Baines Unterschrift

Als das Bild lernte, sich in Strom zu verwandeln

Alexander Bain

Alexander Bain

Wer hätte gedacht, dass das Fax eine so alte Erfindung ist? Dass es lange vor dem Telefon patentiert wurde? Dass es älter ist als der Phonograph oder die Schallplatte?

Am 27. Mai 1843 erhielt der Schotte Alexander Bain ein britisches Patent (Nr. 9745) mit dem Titel “Improvements in producing and regulating electric currents and improvements in timepieces and in electric printing and signal telegraphs”. Dahinter verbirgt sich tatsächlich die Erfindung des Telefaxes und der Scanner-Technologie.
Dabei ist dieses bahnbrechende Patent noch nicht einmal Bains berühmtestes! Bekannt wurde er vor allem als Schöpfer der ersten elektrischen Uhr.

Die Laufbahn als einer der größte Erfinder seiner Zeit war Bain nicht in die Wiege gelegt. Er wurde am 12. Oktober 1811 in Wattens nahe Caithness im äußersten Norden Schottlands geboren. Er war eines von 13 Kindern eines armen Landarbeiters.

Ein schottischer Bauernjunge erfindet die elektrische Uhr und das Fax

"Improved telegraph", 1850

"Improved telegraph", 1850

Bain hatte eine harte Kindheit und war nicht gerade überragend in der Schule. Mit 12 Jahren begann er eine Ausbildung bei einem Uhrmacher im nahegelegenen Städtchen Wick. Anschließend ging er nach Edinburgh und 1837 nach London, wo er in Clerkenwell arbeitete, das damals für seine Uhrenmanufakturen berühmt war. In London besuchte Bain Vorträge an der „Polytechnic Institution“, der ersten ihrer Art in Großbritannien. Später eröffnete er seine eigene Werkstatt in der Hanover Street.

Bain begann in den 1830er Jahren mit der Entwicklung von verschiedenen elektrischen Geräten, etwa einem Feueralarm für die Armee. 1841 erhielt er gemeinsam mit John Barwise das Patent für die erste elektrische Uhr. Ein Elektromagnet trieb ihr Pendel an. Eine dieser Uhren ist heute im Deutschen Uhrenmuseum im Schwarzwald zu sehen. Charles Wheatstone stahl dieses Prinzip und gab es wenig später als seine eigene Erfindung aus, aber zum Glück hatte Bain bereits das Patent beantragt. So begann eine von mehreren Urheberstreitigkeiten, die Bain leider bis zum Ende seines Lebens begleiten sollten.

Die elektronische Bildzerlegung wird entdeckt

Aus Patentschrift US6837A

Aus Patentschrift US6837A

1837 entwickelte Samuel Morse den ersten Telegrafen. Bain verknüpfte diese Neuerung mit seinem uhrmacherischen Know-how und entwickelte seinen Kopiertelegrafen. Damit schuf er die Grundlagen der elektronischen Bildzerlegung und die Basis für Scanner und Fernsehen.
Sein Kopiertelegrafen ermöglichte es, Schwarzweiß-Bilder elektrisch zu übertragen. Das Prinzip war eigentlich einfach: Die zu sendende Seite wurde in dünne Streifen geteilt und diese wiederum in kleine schwarze und weiße Segmente. Diese konnten wie „Punkt“ und „Strich“ beim Morse-Code gesendet und vom Empfänger wieder zusammengesetzt werden.

Mit einer Uhr synchronisierte er die Bewegung von zwei Pendeln zum zeilenweisen Scannen der Nachricht. Für die Übertragung brachte Bain auf einem Zylinder aus Isoliermaterial Metallstifte an. Eine elektrische Sonde, die Ein- und Ausschaltimpulse aussendete, tastete diese Pins ab. Die Nachricht wurde in der Empfangsstation auf elektrochemisch empfindlichem Papier reproduziert, das mit einer chemischen Lösung imprägniert wurde. Sender und Empfänger waren über fünf Drähte miteinander verbunden.

Bain erlebt den Erfolg seiner Erfindungen nicht

Bains System wurde vor allem durch Frederick Collier Bakewell im Jahre 1847 dadurch verbessert, dass er das zu übertragende Bild auf einer rotierenden Walze aufspannte und Bildelement für Bildelement durch einen Metallstift schraublinienförmig abtastete. Die Registrierung erfolgte auf der Empfangsseite in ähnlicher Weise. Der erste kommerzielle Telefax-Dienst wurde dann 1865 zwischen Paris und Lyon mit „Pantelegraphen“ eingerichtet, einer Entwicklung des italienischen Physikers Giovanni Caselli, die teilweise Konzepte der Bainschen und Bakewellschen Geräte vereinte. Ab 1906 benutzen Zeitungen das System, um Fotos zu übertragen.

Bain pdf-Datei entwickelte seinen Apparat weiter und erhielt neue Patente, darunter für den pdf-Datei chemischen Telegraphen. Dieser griff wieder Morses Prinzip auf, machte die Übertragung aber deutlich schneller. Morse sah sein Patent verletzt und wehrte sich.

Die Rechtsstreite fraßen an Bains zeitweise beträchtlichem Vermögen. Er starb am 2. Januar 1877 verarmt im schottischen Kirkintilloch. Seine Leistung ist unvergessen: 2016 bekam Bain posthum einen „Emmy“ (den wichtigsten amerikanischen Fernsehpreis) für „seine Pionierarbeit in der Bildübertragung“.

Bild 1: US5957, Bild 2: gemeinfrei/unbekannter Fotograf, Bild 3: Zeichung von Bain, Patentschrift

Stand: 17.08.2018 

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