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Weltradiotag

Asiatisches Kind mit Radio

70 Jahre UKW-Sender in Europa

Am 13. Februar feiert die UNESCO den Welttag des Radios. Und das mit gutem Grund: Kein Massenmedium erreicht so ein breites Publikum. Weil es kostengünstig ist, eignet sich das Radio nach Ansicht der UNESCO besonders, um abgelegene Gemeinschaften und besondere Zielgruppen wie Analphabeten, Behinderte, Frauen, Jugendliche und Arme zu erreichen. Für alle biete das Radio eine Möglichkeit, an öffentlichen Debatten teilzuhaben - und zwar unabhängig vom individuellen Bildungs- oder Besitzstand. Außerdem komme dem Radio besondere Bedeutung bei der Notfallkommunikation und der Katastrophenhilfe, so die UNESCO.

Trotzdem sollen laut Schätzungen der UNESCO immer noch rund eine Milliarde Menschen weltweit keinen Zugang zu einem Radio (oder anderen Medien) haben. Das ist für sie einer der Gründe, seit 2012 mit einem weltweiten Aktionstag auf das Radio aufmerksam zu machen.

Dialog, Toleranz und Frieden

Frau mit Kind und Telefon

Ziel des Welttages ist es, die Öffentlichkeit und die Medien stärker für die Bedeutung des Radios zu sensibilisieren, die Entscheidungsträger zu ermutigen, seine Nutzung und Zugänglichkeit weiter auszubauen und die internationale Zusammenarbeit der Rundfunkanstalten zu verbessern.

Der Weltradiotag 2019 steht unter dem Motto "Dialog, Toleranz und Frieden" und will „die Kraft des Radios bei der Förderung des Verständnisses und starker Gemeinschaften“ feiern: „Radio bringt Menschen und Gemeinschaften mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, um einen positiven Dialog für den Wandel zu fördern.“ Radio, so die UNESCO, sei das perfekte Medium, um Aufrufen zu Gewalt und der Ausbreitung von Konflikten zu begegnen, insbesondere in Regionen, die potenziell stärker davon betroffen sind.

Erinnerung an die Pioniere

Warum der 13. Februar? An diesem Tag wurde 1946 das Radio der Vereinen Nationen (UN Radio) gegründet. Daran möchte die UNESCO ebenso erinnern wie an die Erfinder aus vielen Ländern, die dem Radio den Weg bereiteten: Heinrich Hertz, Alexander Popov, Edouard Branley, Nikola Tesla, Guglielmo Marconi, Oliver Lodge, Cervera Baviera, Jagadish Chandra Bose und viele andere. Nachdem lange Zeit die Grundtechnik des Radios relativ unverändert blieb, passen sich die Rundfunkdienste in Zeiten der Medienkonvergenz an und greifen neue technologische Formen wie Breitband, Mobiltelefone, DAB+ und Tablets auf.

In München begann der UKW-Rundfunk

Detailzeichnung aus GB191302918A

Guglielmo Marconis "Improvements in transmitting apparatus for use in wireless telegraphy and telephony" von 1913 ( pdf-Datei GB191302918A)

Zum Weltradiotag möchte das DPMA an ein Jubiläum erinnern: Vor 70 Jahren, am 28. Februar 1949, wurde in München der erste europäische UKW-Sender in Betrieb genommen.

Nur wenige Tage zuvor, am 25. Januar 1949, hatte die US-Militärregierung ihr "Radio Munich" in deutsche Hände übergeben - die Geburtsstunde des Bayerischen Rundfunks. Möglich war dies geworden, nachdem am 1. Oktober 1948 das Bayerische Rundfunkgesetz in Kraft getreten war, in dem die Forderungen der amerikanischen "Erklärung über Rundfunkfreiheit in Deutschland" von 1946 berücksichtigt waren: Meinungsfreiheit, objektive Berichterstattung, Offenheit für demokratische Kritik.

Dass der BR nun als erster Sender auf Ultrakurzwelle funkte, hing ebenfalls mit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg zusammen: Als 1948 auf der "4. Europäischen Wellenkonferenz" (an der Deutschland nicht teilnehmen durfte) der „Kopenhagener Wellenplan“ zur Verteilung der Sendefrequenzen für Rundfunksender im Lang- und Mittelwellenbereich erstellt wurde, bekamen die Besatzungszonen in Deutschland kaum Frequenzen ab. Es blieb also nichts anderes übrig, als auf Ultrakurzwelle auszuweichen. So kam es, dass der frisch gegründete Bayerische Rundfunk ab 1949 von München-Freimann aus auf 90,1 MHz sendete.

Heute, fast 100 Jahre nach der ersten öffentlichen Rundfunkübertragung in Deutschland (Sender Königs Wusterhausen, 22. Dezember 1920) erfreut sich das gute alte Radio immer noch größter Beliebtheit. Auch technisch wird es immer weiter verjüngt: Neue Patentanmeldungen beim DPMA zum Radio stammen vor allem von Automobilfirmen (z.B. pdf-Datei DE102012014938A1.pdf, pdf-Datei DE102017203993A1.pdf) und -zulieferern (etwa pdf-Datei DE102012216824A1.pdf, pdf-Datei DE102014205528A1.pdf).

Bilder: UNESCO, DEPATISnet

Stand: 11.10.2019 

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