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Welttag des Radios 2020

Vielfalt durch Funk / 120 Jahre Marconi-Patent

Am 13. Februar feiert die UNESCO den Welttag des Radios. In diesem Jahr steht der Radiotag unter dem Motto „Vielfalt“: „An diesem Welttag feiern wir die Macht des Radios, die Vielfalt in all ihren Formen zu reflektieren und zu fördern", so UNESCO-Generaldirektor Audrey Azoulay.

Mit guten Grund feiert die Kulturorganisation der Vereinen Nationen jährlich das Radio: Kein Massenmedium erreicht ein so breites Publikum. Weil es kostengünstig ist, eignet sich das Radio nach Ansicht der UNESCO besonders, um abgelegene Gemeinschaften und besondere Zielgruppen wie Analphabeten, Behinderte, Frauen, Jugendliche und Arme zu erreichen. Für alle biete das Radio eine Möglichkeit, an öffentlichen Debatten teilzuhaben - und zwar unabhängig vom individuellen Bildungs- oder Besitzstand. Außerdem komme dem Radio besondere Bedeutung bei der Notfallkommunikation und der Katastrophenhilfe, so die UNESCO.

Trotzdem sollen laut Schätzungen der UNESCO immer noch rund eine Milliarde Menschen weltweit keinen Zugang zu einem Radio (oder anderen Medien) haben. Das ist für sie einer der Gründe, seit 2012 mit einem weltweiten Aktionstag auf das Radio aufmerksam zu machen.

Vielfalt fördern

Ziel des Welttages ist es, die Öffentlichkeit und die Medien stärker für die Bedeutung des Radios zu sensibilisieren, die Entscheidungsträger zu ermutigen, seine Nutzung und Zugänglichkeit weiter auszubauen und die internationale Zusammenarbeit der Rundfunkanstalten zu verbessern.

Am Welt-Radio-Tag 2020 (WRD 2020) ruft die UNESCO die Radiosender auf, die Vielfalt zu wahren. Dazu gehört es ihrer Ansicht nach, eine gute Mischung aus öffentlichen, privaten und kommunalen Sendern aufrechtzuerhalten. Außerdem soll der Pluralismus gefördert werden, indem verschiedene gesellschaftliche Gruppen in den Nachrichtenredaktionen repräsentiert sind. Wichtig ist auch die Förderung einer Vielfalt an redaktionellen Inhalten und Programmtypen, die die Diversität der Zuhörer widerspiegelt.

Erinnerung an die Pioniere

Guglielmo Marconis "Improvements in transmitting apparatus for use in wireless telegraphy and telephony" von 1913 (GB191302918A)

Warum der 13. Februar? An diesem Tag wurde 1946 das Radio der Vereinen Nationen (UN Radio) gegründet. Daran möchte die UNESCO ebenso erinnern wie an die Erfinder aus vielen Ländern, die dem Radio den Weg bereiteten: Heinrich Hertz, Alexander Popov, Edouard Branley, Nikola Tesla, Guglielmo Marconi, Oliver Lodge, Cervera Baviera, Jagadish Chandra Bose und viele andere. Nachdem lange Zeit die Grundtechnik des Radios relativ unverändert blieb, passen sich die Rundfunkdienste in Zeiten der Medienkonvergenz an und greifen neue technologische Formen wie Breitband, Mobiltelefone, DAB+ und Tablets auf.

Marconis Meilenstein-Patent

In diesem Jahr feiert eines der bahnbrechenden Patente des Radio-Pioniers Guglielmo Marconi sein 120jähriges Jubiläum: "Improvements in apparatus for wireless telegraphy“ ( pdf-Datei GB190007777A), angemeldet am 26. April 1900 in England. Dieses Patent gilt als Meilenstein für die Entwicklung des Radios.

Marconi hatte bereits zuvor weitere Patente angemeldet, z.B. pdf-Datei GB189612039A (1,08 MB)(1897). Außerdem gab es weitere Vorläufer oder Parallel-Entwicklungen wie Nikola Teslas „System of transmission of electrical energy“ ( pdf-Datei US645576A) oder Oliver Lodges „Improvements in syntonised telegraphy without line wires“ ( pdf-Datei GB189711575A (1,74 MB)), beide von 1897. Dennoch begründete Marconis Patent von 1900 seinen Ruhm als einflussreichster Radio-Pionier. Ein Jahr später sendete er erstmals drahtlose Signale über den Atlantik.

Auch die erste öffentliche Rundfunkübertragung in Deutschland feiert 2020 ein Jubiläum: Vor 100 Jahren, am 22. Dezember 1920 strahlte der „Sender Königs Wusterhausen“ erstmals eine Radiosendung aus.

Technisch wird das gute alte Radio bis heute immer weiter verjüngt, siehe etwa pdf-Datei EP 3461010A1. Neue Patentanmeldungen beim DPMA zum Radio stammen vor allem von Automobilfirmen (z.B. pdf-Datei DE102012014938A1, pdf-Datei DE102017203993A1) und -zulieferern (etwa pdf-Datei DE102012216824A1, pdf-Datei DE102014205528A1).

Bilder: UNESCO, DEPATISnet, UNESCO

Stand: 25.03.2020 

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