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Totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018

Erklärung Mondfinsternis

Der Mond ist ausgegangen

Am 27. Juli erleben wir die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Und sie dauert mit etwa 1 ¾ Stunden nicht nur besonders lang, sondern ist in unseren Breiten auch besonders gut zu sehen: Wenn der Mond um 20.48 Uhr aufgeht, hat der Eintritt in den Kernschatten der Erde bereits begonnen. Die Finsternis findet also nicht mitten in der Nacht, sondern am späten Abend statt und lässt sich daher auch für Familien gut beobachten.

Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn der Vollmond auf seiner Bahn vollständig vom Kernschatten der Erde verdeckt wird. Wenn das Sonnenlicht den Mond noch teilweise direkt erreicht, der Erdtrabant also im sogenannten Halbschatten liegt, spricht man von einer partiellen Mondfinsternis.

Roter Mond

Phasen der Mondfinsternis

Der Mond wird bei dieser Finsternis glutrot leuchten. Der Grund: Aus der Erdatmosphäre wird langwelliges (rotes) Streulicht in den Schattenkegel gelenkt. Wenn die Mondscheibe nun komplett in den Erdschatten eintaucht, „färbt“ dieses rote Streulicht den Vollmond ein. Der Mond wird also quasi ins irdische Abendrot getaucht.

Das Naturspektakel beginnt (in München und Umgebung) ab 19.15 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde, also einer partiellen Finsternis, die kontinuierlich zunehmen wird. Gegen 21 Uhr wird die Sonne untergegangen sein. Um 21.30 Uhr beginnt dann die „Totalität“ der Mondfinsternis, um 22.23 Uhr erreicht sie ihren Maximalwert und Höhepunkt. Etwa 50 Minuten hält die „Totalität“ der Mondfinsternis an. Um 00.19 Uhr hat der Mond dann den Kernschatten der Erde verlassen, um 01.29 Uhr schließlich auch den Halbschatten.

Eine weitere Besonderheit dieser Mondfinsternis: Wenige Minuten nach Beginn der Totalität geht der Mars knapp unterhalb des verfinsterten Mondes auf. Er wird wie ein besonders hell leuchtender Stern aussehen. Während der Totalitätsphase werden rings um den verfinsterten Mond außerdem die Sterne wieder sichtbar, die vorher vom Mondlicht überstrahlt wurden; etwa die Sternbilder Steinbock, Wassermann und Adler.

Rund um die Mondfinsternis bieten in München u.a. das Deutsche Museum und die Volkshochschule etliche Veranstaltungen an. Das Programm finden Sie pdf-Datei hier. (2,35 MB)

Mit modernster Technik die Weiten des Weltalls erforschen

Die Mondfinsternis lässt sich mit einem Teleskop besonders gut beobachten. Seit Jahrhunderten wird dieses Instrument ständig weiterentwickelt. Dem optischen Teleskop, spätestens seit den Zeiten von Galileo Galilei Hauptwerkzeug aller Astronomen, wurden längst die Infrarot- und Ultraviolett-Teleskope zur Seite gestellt. Heute umfasst die Teleskop-Technologie auch die Radio-, Röntgen- und Gamma-Astronomie.

Ob Mann im Mond, Männchen auf dem Mars oder Göttinnen auf der Venus – dank moderner Teleskope steht unsere planetare Nachbarschaft unter ständiger Beobachtung. Aber der Blick der Wissenschaft soll noch viel weiter hinaus in die Weiten des Weltalls gehen.

Das größte Projekt im Bereich der Teleskope ist das „Extremely Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte ESO in der Atacama-Wüste in Chile. Es soll 2024 in Betrieb genommen und mit 39 Metern Durchmesser das weltweit größte optische Teleskop werden. Bereits mit dem aktuellen „Very large telescope“ der ESO konnten Kohlenmonoxid-Moleküle in einer Galaxie in einer Entfernung von etwa elf Milliarden Lichtjahren analysiert werden.

Ein Blick in die DEPATISnet Patentdatenbank des DPMA zeigt, dass im Bereich der Teleskope noch immer zahlreiche neue Entwicklungen angemeldet werden. Beispiele für neueste Entwicklungen sind z. B. „Antenne oder Teleskop für Terahertzstrahlung“ ( pdf-Datei DE102015215336A1), „Weltraumteleskop mit hoher Stabilität und niedriger Trägheit“ ( pdf-Datei EP2202553B3) oder „Kompaktes Teleskop, das eine Vielzahl von Brennweiten aufweist, die durch einen deformierbaren Spiegel kompensiert wird“ ( pdf-Datei EP3336595A1 (1,61 MB)). Besonders in China werden derzeit viele technische Neuerungen an Teleskopen angemeldet, etwa „Radio astronomical telescope system“ ( pdf-Datei CN107732462A).

Bilder: Marco Sproviero / munichspace.de

Stand: 29.11.2018 

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