Das DPMA

Inhalt

Star Wars Tag

Die Macht und das Merchandising: Schutzrechte rund um „Krieg der Sterne“

Weltweit feiern Fans am 4. Mai den Star Wars Tag. Warum gerade an diesem Datum? Nun, auf Englisch ähnelt die Aussprache des Datums „May the 4th“ sehr dem Beginn des wohl populärsten Satz aus der Weltraum-Saga, „May the force be with you“ (zu Deutsch: „Möge die Macht mit dir sein“).

Das Wortspiel wurde angeblich erstmals anlässlich des Regierungsantritts von Margaret Thatcher am 4. Mai 1979 gemacht. Seit etwa zehn Jahren hat sich der 4. Mai als Festtag der weltweiten Fan-Gemeinde etabliert. Die Stadt Los Angeles feiert dagegen den 25. Mai als Star Wars Tag in Erinnerung an die dortige Premiere des ersten Films der Reihe im Jahr 1977.

Seither hat sich Star Wars zur kommerziell erfolgreichsten Filmreihe der Welt entwickelt. Auch der soziokulturelle Einfluss des Weltraum-Märchens dürfte kaum zu überschätzen sein; seine Popularität und Verbreitung übertrifft selbst James Bond oder Harry Potter bei weitem. Nahezu jeder auf der Welt kennt die Geschichten um den Bösewicht Darth Vader, Prinzessin Leia, den Jedi-Ritter Luke Skywalker oder den weisen Meister Yoda.

Mit Schutzrechten zu Milliardenumsätzen

Meister-Yoda-Figur aus der Patentschrift US 265754S

Meister-Yoda-Figur aus der Patentschrift US 265754S

Und was hat das alles mit dem Deutschen Patent- und Markenamt zu tun? Eine ganze Menge. Schätzungen zufolge wurden mit dem Merchandising rund um die Filme bisher rund 30 Milliarden Dollar umgesetzt. Und dies wurde möglich durch eine clevere Schutzrechts-Strategie ihres Schöpfers George Lucas.

Der Regisseur, Autor und Produzent kam 1977 dem Filmstudio bei seiner Gage entgegen, sicherte sich aber die vollen Merchandising-Rechte. Als sich der bis dahin unerreichte Erfolg des ersten Films abzeichnete, operierte Lucas mit allen geeigneten gewerblichen Schutzrechten: Er ließ sich unter anderem Spielzeugfiguren der Protagonisten patentieren und ihre Namen als Marken schützen.

3D-Marke "Darth Vader",

3D-Marke "Darth Vader", Reg.Nr. 005896601

Die Figur des Meister Yoda beispielsweise wurde unter der Nummer pdf-Datei US265754S zum Patent angemeldet. Darth Vader ist als dreidimensionale Unionsmarke eingetragen (Register-Nr. 005896601). Auch der Name des Bösewichts ist unter der Wortmarke „Lord Darth Vader“ (Register-Nr. 990370) geschützt; sein Gegenspieler Obi-Wan Kenobi ist als Wortmarke Nr. 39609975 registriert. Der berühmte Star Wars-Schriftzug wurde natürlich als Wort-Bild-Marke (971996) gesichert.

Gut geschützt galaktisch erfolgreich

Figur "Jabba the Hut" laut Patentschrift US277211S

Figur "Jabba the Hut" laut Patentschrift US277211S

Im globalen Marketing versäumte Lucas es auch nicht, sich die deutsche Aussprache seiner Figuren zu sichern, etwa als Wortmarke „Erzwo-Dezwo R2D2“ (971997).
Selbst groteske oder putzige Nebenfiguren, die in den Filmen nur für wenige Augenblicke zu sehen sind, wurden patentgeschützt als Spielfiguren auf den Markt gebracht, etwa Jabba the Hutt ( pdf-Datei US 277211S) oder ein possierliches blaues Tierchen namens Max Rebo ( pdf-Datei US 277883S). Nicht zu vergessen die fantasievollen Maschinen wie der elefantenartige Kampfroboter „Imperialer Läufer AT-AT“ ( pdf-Datei US266777S), mit denen Millionen Kinder den Kampf der „dunklen Seite“ gegen die Jedi nachspielten.

Gut abgesichert durch gewerbliche Schutzrechte in zahlreichen Ländern, brachten Lucas und seine Firma Lucasfilm eine unübersehbare Flut an Merchandising-Produkten auf den Markt, die noch weit höhere Einnahmen erzielten als die ohnehin schon galaktisch erfolgreichen Filme.

Mieses Gefühl? Markengeschützt!

Spielzeugfigur "Max Rebo" laut Patentschrift US277883S

Spielzeugfigur "Max Rebo" laut Patentschrift US277883S

Dieser erfolgreichen Strategie sind die Star Wars-Macher bis heute treu geblieben: Auch der Titel des bisher letzten Films wurde als Wortmarke angemeldet (THE LAST JEDI, 016429656) Noch einen Schritt weiter ging Lucasfilm, als man kürzlich sogar einen Spruch als Marke eintragen ließ: "I'VE GOT A BAD FEELING ABOUT THIS“ (zu Deutsch meist übersetzt mit: „Ich hab da ein ganz mieses Gefühl“), ein Satz, der als „running gag“ in allen Filmen auftaucht, ist seit 1.3.2018 als Unionsmarke eingetragen (Wortmarke 017480435).

Lucasfilm, das seit einigen Jahren zu Disney gehört, hat aber nicht nur die kommerzielle Verwertung seiner Filme perfektioniert, sondern bringt auch die cinematische Tricktechnik stets neu voran. In den letzten Jahren hat das Unternehmen zahlreiche Patente im Bereich Computergrafik/CGI angemeldet, beispielweise pdf-Datei „Three-dimensional motion capture“ (1,05 MB), pdf-Datei „Computer-generated image of a creature“ oder pdf-Datei „Animation data transfer between geometric models and associated animation models“ (1,71 MB). In der Patentdatenbank des DPMA DEPATISnet hält Lucasfilm stolze 292 Einträge.

Nutze die Macht!

Illustration aus US9858700B2

"Animation data transfer", Illustration aus US9858700B2

Dass sehr viel Forschung und Entwicklung in den Filmen steckt, sieht man ihnen auch an. Alle Star Wars Filme setzten stets ein neues Niveau in der digitalen Tricktechnik.

Kritiker unken bisweilen, dass die Macher allzu sehr auf visuelle Effekte, technische Tricks und exzessives Merchandising setzen. Dem könnte man auf gut Bayerisch entgegnen: „Wer ko, der ko“. Oder, wie Meister Yoda wohl sagen würde: „Große Möglichkeiten die Macht dir gibt. Nutzen du sie musst!“

Stand: 29.11.2018 

Position

Sie befinden sich hier: