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"Ein Ort für Träume und Ideen"

DPMA-Vizepräsidentin Christine Moosbauer gratuliert Erfindermesse iENA zum 70-jährigen Bestehen – und innovativen Frauen zum Erfinderinnenpreis

Erfinderin Spanier nimmt Preis von Messevertreter entgegen

Ausgezeichnete Erfinderin: Jeanette Spanier (rechts) freut sich über den Preis

Wenn Jeanette Spanier noch vor einigen Jahren Kunden auf der Baustelle empfing, dann schauten viele erstmal, ob da noch irgendwer hinter ihr steht. Der richtige Bauleiter. Denn das könne sie ja wohl kaum sein. Als Frau. Und noch dazu so jung. Heute schmunzelt Spanier, Tochter eines Gerüstbauunternehmers, über diese Geschichten: "Man muss sich da eben durchbeißen und seine Frau stehen." Inzwischen ist sie 34, selbst gestandene Gerüstbaumeisterin, Firmengründerin – und eine Innovatorin ihrer Branche.

Auf der Erfindermesse iENA in Nürnberg wurde Spanier an diesem Donnerstag (1. November) mit dem Erfinderinnenpreis der Initiative "women&work" ausgezeichnet. In der Jury sitzt auch die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), Cornelia Rudloff-Schäffer. Die Handwerkerin aus der Region Trier hat ein System entwickelt, mit dem Gerüste digital verwaltet und überwacht werden können. Es vernetzt alle Akteure, die Daten über das Gerüst brauchen: vom Erbauer über Handwerksfirmen bis zum Architekten. Fallen Mängel auf, können sie sofort über das Smartphone verbreitet, alle nötigen Freigaben können digital und rechtssicher über das System erteilt werden. Hauptvorteile: schnellere und effektivere Arbeitsprozesse, mehr Arbeitssicherheit und nicht zuletzt mehr Transparenz. Seit Oktober ist die "SCAFFEY GbR" mit dem System am Markt.

Vize-Präsidentin Moosbauer am Redner-Pult

Christine Moosbauer, DPMA-Vizepräsidentin, würdigt weiblichen Erfindergeist

Die Preisverleihung ist einer der Höhepunkte am diesjährigen Eröffnungstag der iENA. DPMA-Vizepräsidentin Christine Moosbauer gratuliert den Preisträgerinnen persönlich. Das Thema Erfinderinnen beschäftige auch das DPMA dieses Jahr besonders, sagt sie in ihrer Eröffnungsrede. "Auch wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, den oft verkannten oder nicht bekannten Erfindergeist von Frauen der breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen."

30 000 Erfindungen in 70 Jahren iENA

Die iENA als Messe für Ideen, Erfindungen und Neuheiten (vom 1. bis 4. November) feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Das DPMA ist wieder mit einem großen Stand vertreten und berät mit sechs Experten über Patente, Gebrauchsmuster, Marken und Designs. Die Messe sei "ein Ort für Ideen und Träume", sagt Christine Moosbauer. "Hier finden Sie alles: kreative Ideen, ausgefallene Erfindungen und technische Innovationen". Seit Bestehen wurden nach Angaben der Veranstalter um die 30 000 Erfindungen aus aller Welt auf der Messe präsentiert, in diesem Jahr sind es rund 800 – vom autonom fahrenden Bobby Car bis hin zum Grubenarbeiterhelm, der bei Bedarf Notrufe absenden kann.

Blick von außen in den Messestand des DPMA

Jedes Jahr mit dabei: Das DPMA informiert über gewerbliche Schutzrechte

Die Männer dürften bei den Ausstellern auch dieses Jahr wieder deutlich in der Überzahl sein, aber auch der weibliche Nachwuchs ist hier und da sichtbar: An einem Stand steht die 16-jährige Marie vor einer kanaldeckelgroßen Drohne aus Carbon. Diese hat sie für den Schülerwettbewerb "Jugend forscht" mit ihrem Team gebaut und Software selbst entwickelt. Immerhin Platz 3 dieses Jahr in Baden-Württemberg. Mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, soll die Drohne immer besser lernen, Müll im Meer oder im Stadtpark aufzusammeln. Ingenieurin für Luft- und Raumfahrt würde Marie nach dem Abitur gerne werden, Flugtaxis oder Ähnliches entwickeln. Vielleicht gibt es ja auch dafür irgendwann eine Auszeichnung.

Bilder: DPMA

Stand: 14.11.2018 

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