Das DPMA

Inhalt

Nobelpreis-Verleihung 2017

Forscher und Erfinder in großer Tradition

 Das festliche Dinner anlässlich der Nobelpreisverleihung in Stockholm

Traditionsreich: Das festliche Dinner anlässlich der Nobelpreisverleihung in Stockholm

Am 10. Dezember werden in Stockholm die Nobelpreise für 2017 übergeben, die höchsten Auszeichnungen in Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft.

Ihr Stifter Alfred Nobel (1833–1896) war vor allem als Entwickler und Produzent von Sprengstoffen bekannt und hielt dazu diverse Patente, darunter für pdf-Datei Dynamit (14,36 MB), seine berühmteste Erfindung. Aber von Nobel stammen auch andere patentierte Erfindungen wie ein pdf-Datei Verfahren zur Konservierung von Fleisch (2,64 MB) oder pdf-Datei Produktion von künstlichem Gummi (10,99 MB). In seinem Testament verfügte er eine Stiftung, die seit 1901 die renommierten Preise vergibt.

Oft ist mit der Verleihung des Nobelpreises die Ehrung eines Lebenswerkes verknüpft. Manchmal sind die Stationen eines Forscherlebens an den Patentanmeldungen abzulesen. Der Chemie-Nobelpreisträger 2010 beispielweise, der Amerikaner Richard F. Heck, wurde für palladiumkatalysierte Kreuzkupplungen in organischer Synthese ausgezeichnet. Er hält u.a. ein Patent für ein effektives palladium-katalysiertes Verfahren zur Herstellung von tertiären Aminen aus Vinylhalogeniden und Olefinen ( pdf-Datei US 4175187A).

Zeichung Rainer Weiss, Nobelpreisträger für Physik 2017

Nobelpreis für Physik 2017: Rainer Weiss (Zeichnung: Niklas Elmehed)

Manchmal haben die Patentanmeldungen auch nur am Rande mit der Arbeit zu tun, für die die Preisträger mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Horst Ludwig Störmer erhielt 1998 den Preis für Physik: Er wurde für die Entdeckung einer neuen Art von Quantenflüssigkeit mit fraktional geladenen Anregungen ausgezeichnet. Patente hält er aber u.a. für einen Phononenfilter, eine Apparatur zur selektiven Transmission bzw. Reflexion hochfrequenter akustischer Wellen (Phononen) durch ein sogenanntes akustisches Übergitter ( pdf-Datei US 4349796A).

Mancher Nobelpreisträger betätigte sich aber auf unerwarteten Gebieten als Erfinder: Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger 1921, entwickelte Kühlschränke, erfand ein Hörgerät und hielt Patente im Bereich pdf-Datei Elektroakustik und pdf-Datei Belichtungsautomatik für Fotoapparate.

Albert Einstein kannte sich mit gewerblichen Schutzrechten gut aus, denn er hatte von 1902-07 als Patentprüfer am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern gearbeitet. In dieser Zeit ist ein Großteil seiner bedeutenden Arbeiten entstanden.

In seiner Nachfolge stehen die Physik-Nobelpreisträger 2017 Rainer Weiss, Barry C. Barish and Kip S. Thorne. Sie werden „für entscheidende Beiträge zum LIGO-Detektor und zur Beobachtung von Gravitationswellen“ ausgezeichnet. Mit dem LIGO (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) wurden erstmals Gravitationswellen kosmischen Ursprungs direkt nachgewiesen, die Einstein bereits 1915 in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt hatte.

Joachim Frank, einer der Chemie-Nobelpreisträger 2017

Joachim Frank, einer der Chemie-Nobelpreisträger 2017 (Zeichnung: Niklas Elmehed)

Jacques Dubochet, Joachim Frank und Richard Henderson teilen sich den Preis für Chemie, den sie für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie zur hochauflösenden Strukturbestimmung von Biomolekülen erhalten. Diese Technologie ermöglicht einen Einblick in die atomaren Details des Lebens.

Die „innere Uhr“ des Menschen haben Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash and Michael W. Young erforscht. „Für ihre Entdeckungen molekularer Mechanismen, die den circadianen Rhythmus steuern“, also die Erklärung, wie Pflanzen, Tiere und Menschen ihren biologischen Rhythmus den Lebensbedingungen anpassen, erhalten sie den Medizin-Nobelpreis 2017.

Den Literatur-Nobelpreis erhält der Brite Kazuo Ishiguro, der „in Romanen von großer emotionaler Kraft den Abgrund unter unserem illusorischen Gefühl der Verbindung mit der Welt aufgedeckt hat", so das Nobel-Komitee. Der Friedenspreis, der in Oslo überreicht wird, geht an die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN); den Wirtschaftspreis erhält Richard H. Thaler.

Die Verleihung der Nobelpreise lässt sich per Livestream auf der Internetseite Nobelprize.org verfolgen (10.12., 16.30 Uhr).

nach oben


Bild: Nobel Media AB / Alexander Mahmoud, Bild 2: Nobel Media AB; Zeichnung: Niklas Elmehed, Bild 3: Nobel Media AB; Zeichnung: Niklas Elmehed

Stand: 29.11.2018 

Position

Sie befinden sich hier: