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VIP4SME: KMU-Infotag

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DPMA-Informationstag für Gründer mit Migrations- und Fluchthintergrund

Laut Studien gründen Bürger mit ausländischen Wurzeln besonders häufig Unternehmen und tragen immer mehr zur technischen Innovation bei. In München lud das DPMA nun zu einem Informationstag – und traf auf Gäste mit ambitionierten Plänen.

Pouya Sojoudi ist mit seinem Unternehmen schon auf dem Markt. Seine „Hash-Tech UG“ hat der gebürtige Iraner vor zwei Jahren gegründet: Anwendungen für künstliche Intelligenz will der Ingenieur entwickeln – „wahrscheinlich etwas im Pflegebereich, wo der Fachkräftemangel besonders groß ist“, verrät Sojoudi. Er selbst ist schon seit 2012 in Deutschland, an der TU München hat er studiert. Demnächst kommt auch sein iranischer Mitgründer ins Land. Unternehmerische Erfahrung, mehrere Publikationen und immerhin drei Patente bringe der Medizintechnik-Ingenieur schon mit ins Unternehmen ein, sagt der Gründer. Aber es sollen natürlich irgendwann noch mehr werden. Unter anderem deshalb ist Pouya Sojoudi an diesem Tag ins Social Impact Lab an der Balanstraße in München gekommen.

Geistiges Eigentum von Anfang an konsequent schützen

DPMA-Vortrag beim VIP4SME-Informationstag

DPMA-Vortrag beim VIP4SME-Informationstag

Migranten und Menschen mit Fluchthintergrund über geistiges Eigentum informieren und sie über Fördermöglichkeiten für ihr Start-up beraten – das war das Ziel eines Informationstags, den das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) mit dem Wirtschaftsreferat der Stadt München und der Hilfseinrichtung Social Impact Lab am 12. März im Rahmen des VIP4SME-Projekts (Value Intellectual Property for Small and Medium Enterprises) veranstaltete.

Experten aus dem DPMA Informations- und Dienstleistungszentrum Berlin (DPMA-IDZ) informierten die Gäste über die Bedeutung von Patenten, Gebrauchsmustern, Marken und Designs. Zum einen sei es wichtig, sein eigenes geistiges Eigentum von Anfang an konsequent zu schützen – auch um den Wert des Unternehmens zu steigern, empfahlen die DPMA-Mitarbeiter. Zum anderen müsse man wissen, wann man die Rechte anderer verletze, um nicht Strafen und unnötige Kosten zu riskieren.

Ein Referent der Stadt München erklärte, welche kommunalen Förderangebote es für Migranten gibt – und was vor allem Ausländer aus Nicht-EU-Staaten beachten müssen. Das Social Impact Lab präsentierte Angebote, die sich speziell an Geflüchtete richten.

Längst nicht alle Zuhörer waren schon so weit wie Pouya Sojoudi. Einige kamen mit ersten Ideen, hatten ganz grundlegende Fragen: Warum ist die Schutzdauer für Patente begrenzt, nicht aber die für Marken? Kann ich auch das Design meiner Website schützen lassen? Und wer kann mir bei Übersetzungen helfen? Eine erste Sensibilisierung für die Möglichkeiten bei der Unternehmensgründung.

Beitrag der Migranten zur technischen Innovation wächst

Daten des KfW-Gründungsmonitors zeigen, dass Migranten in Deutschland häufiger Unternehmen gründen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Zum einen, weil ihr Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit stärker ausgeprägt ist, zum anderen, weil sie tendenziell schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ihre Existenzgründungen gehen sie offensiv an und investieren mehr Wochenstunden in ihre Gründungsprojekte als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln legt zudem nahe, dass Migranten in Deutschland auch einen wachsenden Beitrag zur technischen Innovation leisten. 2016 stammten demnach 9,4 Prozent der Patentanmeldungen aus Deutschland von Erfindern mit ausländischen Wurzeln. Im Jahr 2005 seien es noch lediglich 6,1 Prozent gewesen.

Pouya Sojoudi hätte mit seinen Qualifikationen als Robotik-Ingenieur keine Probleme auf dem Arbeitsmarkt – zumal er inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Bevor er sein Unternehmen gründete, war er bei BMW angestellt. Aber die Selbstständigkeit hat ihn einfach gereizt: "Ich bin vom Typ her Unternehmer, mir macht das einfach großen Spaß."

Bilder: Innovaccess, DPMA

Stand: 18.09.2019 

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