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Girls' Day im DPMA

Vizepräsidentin als Vorbild:
Christine Moosbauer ermutigt Schülerinnen, technische Berufe zu ergreifen

DPMA-Vizepräsidentin Christine Moosbauer beim Girls' Day

DPMA-Vizepräsidentin Christine Moosbauer beim Girls' Day

Die Zahlen machen Eindruck: Ein Universitätshörsaal mit 900 neuen Studierenden der Elektrotechnik – und davon genau vier Frauen. So sei das gewesen, 1975 an der Technischen Universität München, erzählt DPMA-Vizepräsidentin Christine Moosbauer. Sie muss es wissen, denn eine dieser vier Frauen war sie selbst. Noch stärker als heute waren Studentinnen in technischen Disziplinen in der Minderheit.

Eine Ingenieurin der Nachrichtentechnik, 30 Schülerinnen, deren Laufbahn noch völlig offen ist: Das ist die Situation am vergangenen Donnerstag in Raum 1006 des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA). Das DPMA hat zum Girls' Day geladen. Die Schülerinnen lernen Patentprüferinnen kennen, entwickeln eigene Maschinen, testen Virtual-Reality-Brillen. Und die Vizepräsidentin steht den jungen Gästen Rede und Antwort. Sie erzählt, dass technische Berufe spannender sind, als manche Jugendliche glaubt. Dass man mit einer technischen Ausbildung beste Berufsaussichten hat. Und vor allem davon, dass man es selbstverständlich auch als Frau weit bringen kann, in der vermeintlichen Männerdomäne.

Die Schülerinnen der 7. und 8. Klasse hören interessiert zu. Sie habe schon immer „ein Faible für Technik“ gehabt, sagt Christine Moosbauer. In der kleinen Landwirtschaft ihrer Eltern hantierte sie früh mit technischen Geräten. „Meine Mutter hat auch selber ihre Waschmaschine repariert, das war ganz klar.“ Ingenieursstudium, zehn Jahre in der Medizintechnikbranche, 1992 dann der Wechsel zum Deutschen Patentamt, wie die Behörde damals noch hieß. Dort wurde Moosbauer Referentin, Patentprüferin, Leiterin einer IT-Abteilung und später der Hauptabteilung „Information“. Seit dem vergangenen Jahr ist Christine Moosbauer Vizepräsidentin. Was ihr an den Ingenieursberufen gefalle? „Man arbeitet oft sehr praktisch und kann konkrete Probleme lösen“, erzählt sie.

Sehr konkret sind auch die Fragen an die Vizepräsidentin. Braucht man Abitur, um beim DPMA zu arbeiten? Das komme auf die Position an, sagt Moosbauer. Als Patentprüfer oder Patentprüferin brauche man Abitur, zudem ein technisches Studium und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. In anderen Positionen sei Abitur nicht unbedingt notwendig. In welchen Schulfächern muss man gut sein, um Ingenieurin zu werden? „Es schadet sicher nichts, wenn man in Mathematik und Physik ganz gut ist“, sagt die Vizepräsidentin. Verlegene Blicke und Lachen im Saal.

Zukünftige Ingenieurinnen darunter?

Die Schülerinnen und ihre selbstgebastelten "Eierflugmaschinen"

Die Schülerinnen und ihre selbstgebastelten "Eierflugmaschinen"

Am Nachmittag dürfen die Schülerinnen dann ihre selbst gebastelten Erfindungen testen. Fünf Eierflugmaschinen aus Pappe, Schnüren und Luftballons, aber in unterschiedlicher Bauweise. Das Ziel: Ein Ei drei Meter in die Tiefe fallen lassen, ohne dass es zerbricht. Ein Fluggerät nach dem anderen segelt von der Galerie im ersten Stock nach unten ins DPMA-Foyer. Immerhin drei Eier bleiben heil. „Allesamt sehr ausgefeilte Konstruktionen“, lobt Christine Moosbauer. Vielleicht ist ja tatsächlich die eine oder andere zukünftige Ingenieurin dabei.

Bilder: DPMA

Stand: 04.10.2019 

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