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Pionier der Protein-Forschung

Porträtfoto von Matthias Mann

Nominiert in der Kategorie "Forschung": Prof. Dr. Matthias Mann

Hoffnung auf Früherkennung schwerer Krankheiten: DPMA-Präsidentin erfreut über die Nominierung des deutschen Proteomikforschers Matthias Mann für den Europäischen Erfinderpreis

Seine wegweisenden Erfindungen helfen dabei, schwere Krankheiten vorherzusagen und besser zu diagnostizieren: Die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Cornelia Rudloff-Schäffer, hat mit Freude auf die Nominierung des Physikers und Biochemikers Matthias Mann für den Europäischen Erfinderpreis reagiert. "Als Pionier der Proteomik hat Professor Mann ein neues und ungeheuer wichtiges Kapitel in der Forschung mitaufgeschlagen", sagte Rudloff-Schäffer. "Mich beeindruckt besonders, dass er seine Entwicklungen trotz anfänglicher Skepsis in Fachkreisen gemeinsam mit seinen Teams vorangetrieben hat: Das zeichnet große Erfinder aus!" Die DPMA-Präsidentin würdigte vor allem den gesellschaftlichen Nutzen der Arbeit: "Die Erfindungen von Professor Mann entsprechen einem großen Wunsch, den wir alle hegen: schwere Krankheiten früh und sicher zu diagnostizieren und möglichst individuell zu therapieren." Mann ist beim Europäischen Erfinderpreis als einer von drei Finalisten in der Kategorie "Forschung" nominiert.

Professor Dr. Matthias Mann ist Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Seit mehr als 30 Jahren forscht er in der Proteomik – also der Identifizierung und Auswertung der in lebenden Organismen vorkommenden Proteine. Proteine sind die Bausteine des Lebens und funktionieren in Organismen zugleich als Botenstoffe und Steuerungselemente. Weist man Existenz und Konzentration eines bestimmten Proteins in einer Zelle nach, so kann man zum Beispiel Rückschlüsse auf Gesundheitsgefahren und Krankheiten ziehen.

1988 promovierte Mann im Chemieingenieurwesen an der US-Universität Yale bei Professor John Fenn. Er erhielt 1994 ein Patent auf eine Technik, die man Nano-Elektrospray nennt und die prägend für die Proteomik als eigene Forschungsdisziplin war. Damit kann man Proteine in großen Mengen analysieren. Unter anderem wegen dieser Technik erhielt John Fenn 2002 den Chemie-Nobelpreis. Zehn Jahre später stellte Mann dann die SILAC-Technik (Stable Isotope Labeling by Amino Acids in Cell Culture) vor. Damit ist eine deutlich schnellere und genauere Analyse des menschlichen Proteoms – also aller im menschlichen Organismus vorhandenen Proteine – möglich. Mann und sein Team haben nicht nur die Methode entwickelt, sondern auch spezielle Präparationstechniken für biologische Proben, Markierungstechniken für Zellen und Softwaretools für Messung und Auswertung.

Porträtfoto von Maximilian Haider

Prof. Dr. Maximilian Haider

In der Kategorie "Lebenswerk" ist der Experimentalphysiker Prof. Dr. Maximilian Haider nominiert, der ebenfalls seit Jahrzehnten in Deutschland forscht und lehrt. Dank der Erfindungen von Professor Haider haben Elektronenmikroskope eine fünffach höhere Auflösung als zuvor. So werden zum Beispiel Atome von Halbleiterkristallen für den Menschen sichtbar. Dank der verbesserten Mikroskope können Chip-Hersteller etwa Komponenten für mobile Geräte verkleinern. Maximilian Haider ist Professor für Elektronenoptik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Mitbegründer der Corrected Electron Optical Systems GmbH (CEOS) in Heidelberg.

Der Europäische Erfinderpreis wird jedes Jahr vom Europäischen Patentamt in München in fünf Kategorien vergeben. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr am 20. Juni im Rahmen einer Galaveranstaltung in Wien statt. Weitere Informationen und Videos zu Matthias Mann, Maximilian Haider und allen Nominierten finden Sie auf den Internetseiten des Europäischen Patentamts.

Ihre Stimme zählt beim Publikumspreis 2019

Am 20. Juni 2019 verleiht das Europäische Patentamt (EPA) den Europäischen Erfinderpreis. Jetzt ist die Meinung der Öffentlichkeit gefragt: Welche Erfindung beeindruckt am meisten? Während eine internationale Jury die Gewinner in den fünf Kategorien "Industrie", "Forschung", "Nicht-EPO-Staaten", "Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)" und "Lebenswerk" auswählt, entscheiden Sie über den Publikumspreis. Jeder ist aufgerufen, seinen Favoriten unter den 15 Finalisten mit seiner Stimme zu unterstützen. Dazu können Sie bis zum 16. Juni 2019 am Online-Voting teilnehmen.

Bilder: EPO

Stand: 13.08.2019 

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