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Tag des offenen Denkmals 2019

Innenansicht des Gebäudes

Mit dabei: DPMA Informations- und Dienstleistungszentrum Berlin in Kreuzberg

Am 8. September beteiligt sich das Deutsche Patent- und Markenamt - IDZ Berlin am deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals. Das Gebäude des Amtes am Hauptstadt-Standort kann auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken, wobei die Definition des Begriffes "lang" speziell im Zusammenhang mit Bauwerken natürlich relativ ist.

DPMA-Domizil war lange Zeit größtes Gebäude der Hauptstadt

Eigens für den Zweck des gewerblichen Rechtsschutzes wurde von 1903 bis 1905 das Gebäude in Berlin-Kreuzberg an der Gitschiner Straße errichtet; es war das fünfte Domizil nach der Gründung des Amtes am 1. Juli 1877 in Berlin. Lange galt es als größtes Gebäude der Stadt, bis es diesen Rang an das Hauptgebäude des nahegelegenen Flughafens Tempelhof verlor. Doch während jenes mittlerweile den Titel "ehemaliges Empfangsgebäude" trägt, ist das DPMA in Berlin mit dem Informations- und Dienstleistungszentrum weiterhin aktiv.

Als das Kaiserliche Patentamt ab 1895 nach einem angemessen großen und repräsentativen Sitz in der Hauptstadt Berlin suchte, fiel die Wahl auf das Gelände einer Kaserne am Südrand des damaligen Stadtgebietes. Die Berliner Architekten Solf & Wichards erhielten vom Preußischen Staat den Auftrag, ein ebenso repräsentatives wie funktionales Gebäude zu errichten, das auch den erwarteten Zuwachs aufnehmen würde und Erweiterungspotential bieten sollte. Anfang des 20. Jahrhunderts boomte die Wirtschaft im Deutschen Reich und jedes Jahr wurden – gerade von Berliner Unternehmen – immer mehr Patente, Marken und Geschmacksmuster (wie die Designs seinerzeit hießen) angemeldet; Aufwand und Personalbestand des Amtes stiegen also kontinuierlich an.

Gebäude aus der Luft aufgenommen

Um eine angenehme und produktive Arbeitsumgebung für die Prüfer zu schaffen, wurde eine vierflüglige Grundstruktur mit langen und vom Tageslicht beleuchteten Fluren angelegt. Insgesamt entstanden auf fünf Stockwerken 700 Diensträume, der Material- und Stilmix umfasst Bau-und Dekorelemente aus allen Gegenden des aufstrebenden Reiches in einer architektonisch bemerkenswerten Komposition.

Ebenfalls mussten – dem damals natürlich noch nicht so bezeichneten Arbeitsgebiet Wissensmanagement angemessen – umfangreiche Möglichkeiten geschaffen werden, Patentliteratur und Schriften vorzuhalten und bei Bedarf schnell zur Verfügung zu stellen. Die Bibliothek des Amtes war seinerzeit die größte technische Bibliothek der Reichshauptstadt.

Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt

Diese Entwicklung setzte sich bis zum Zweiten Weltkrieg fort, obwohl es durch das Herausdrängen aller jüdischen Beschäftigten ab 1933 bereits tiefe Risse im Lack gab. Die Bombenangriffe auf Berlin hatten auch für das Amt schwerwiegende Konsequenzen: Als größtes Gebäude am Südrand der Berliner Innenstadt diente es als Orientierungspunkt der Bomberverbände und erlitt schwere Bombentreffer und Brandschäden.

Wiederaufbau ohne "Stuck und Schnörkel"

Außenansicht des Gebäudes

Beim Wiederaufbau, den man in den 1960er Jahren in Angriff nahm, wurden – dem geschichtsverdrängenden Stil der Zeit entsprechend – viele Gestaltungselemente der Außenfassade und des Dachs nicht rekonstruiert. Der damalige Kampf gegen "Stuck und Schnörkel" war hier sehr erfolgreich. Immerhin wurde aber das Innere des Gebäudes erhalten und wiederhergestellt. Und so kann man in den Treppenhäusern weiter in wilhelminischer Neo-Gothik schwelgen und sich im Foyer unter Renaissancegewölben ergehen – alles in einem Gebäude.

Machen Sie sich am 8. September selbst ein Bild

Beim Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 werden diese und andere Details den geschichtsinteressierten Besucherinnen und Besuchern des Hauses in drei Führungen vorgestellt und natürlich alle Fragen beantwortet. Die Führungen starten um 10:00, 11:30 und 13:00 Uhr im Foyer. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, bitte bringen Sie aber einen gültigen Ausweis für den Einlass in das Gebäude mit.

Bilder: DPMA

Stand: 16.10.2019 

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