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Das große Schwitzen

Frau im Laden sucht Deo aus

Frisch erfunden: Antitranspirantien und Deodorantien

Nicht nur in diesem heißen Sommer 2018 kamen wir mächtig ins Schwitzen. So sind auch sportliche Aktivitäten schweißtreibende Angelegenheiten, mit denen ein wenig erwünschter Körpergeruch verbunden sein kann. Dieser entsteht hauptsächlich dadurch, dass Bakterien den Schweiß auf der menschlichen Haut zersetzen. Gegen diesen unangenehmen Geruch hilft, laut Dermatologen, schon die tägliche Anwendung von Wasser und Seife. Allen bekannt sein dürften auch Deos, in der Fachsprache "Antitranspirantien und Deodorantien", die aus dem Repertoire unserer Körperpflegeprodukte nicht mehr wegzudenken sind. Was man vielleicht weniger weiß: Auch, wenn die Geruchsprobleme rund um das Schwitzen seit Jahrtausenden bekannt sind, wird das Alltagsprodukt Deo immer weiterentwickelt und patentiert.

Schon in der Antike wollte man besser riechen

Die Geschichte des Deos geht mindestens bis in die Antike zurück. Hier wurden Parfümöle zum Überdecken von Körpergerüchen eingesetzt. Auch Alaun (wasserhaltiges schwefelsaures Doppelsalz von Kalium und Aluminium) und anderen Aluminiumverbindungen werden seit langem zur Schweißhemmung genutzt.

Was sind Deodorantien und Antitranspirantien?

Hier ist der Lateiner im Vorteil: Deodorant bedeutet wortwörtlich "Entriecher". Bereits früh benutzte man duftende Seifen zur Reinigung und um Gerüche zu überdecken. Auch Puder setze man ein, um Geruchsstoffe zu absorbieren. Im Jahr 1888 wurde in Philadelphia ein Deodorant auf Basis einer Zinkoxid-haltigen Creme entwickelt. Seit damals findet man Patentanmeldungen rund um das Thema. Beispielsweise kombiniert die Patentschrift pdf-Datei CH 69562 A aus dem Jahre 1914 absorbierende und desinfizierende Mittel in einem Puder. Heute werden Deodorantien überwiegend als Spray, Lotion (Roll-on) oder Stick angeboten.

Dagegen enthalten Antitranspirantien (Schweißhemmer) Substanzen, die die Aktivität der Schweißdrüsen reduzieren oder verhindern, dass Schweiß abgegeben wird. Gelangt weniger Schweiß auf die Hautoberfläche, wird den Bakterien die Nahrung entzogen, was den Körpergeruch vermindert. Ursprünglich wurden Antitranspirantien entwickelt, um das Krankheitsbild des übermäßigen Schwitzens zu lindern. So beansprucht die Patentschrift pdf-Datei US 1 371 822 A aus dem Jahr 1921 eine Mischung aus Wasser, Aluminiumchlorid und Borax gegen unerwünschtes oder übermäßiges Schwitzen. Oft reizten diese Produkte jedoch die Haut und konnten sogar die Kleidung beschädigen. Daher befasste sich zum Beispiel die Patentschrift pdf-Datei DE 811 014 B aus dem Jahre 1949 (Priorität 1947) nicht nur mit der Herstellung eines schweißhemmenden kommerziell vertreibbaren Massenproduktes, das einfach herstellbar und lagerstabil war, sondern testete auch die Wirkung auf Haut und Textilien.

Zutaten zum Herstellen von Deos

Wo die Reise hingeht – der Trend zu aluminiumfreien Deos

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was man bei einem Alltagsprodukt wie dem Deo noch Neues erfinden kann. Antworten darauf finden Sie zum Beispiel in den Patentanmeldungen der IPC-Klasse A61Q 15/00 "Schweißhemmende Mittel und Desodorants", die Sie in unserer Patentdatenbank DEPATISnet recherchieren können.

Weil die bisher in Deos verwendeten Aluminiumverbindungen im Verdacht stehen, schwere Krankheiten auszulösen, geht in den aktuellen Anmeldungen der Trend hin zu aluminiumfreien Antitranspirantien: Aluminiumhaltige Verbindungen werden durch andere Schweißhemmer ersetzt oder es wird auf Wirkprinzipien der Deodorantien zurückgegriffen. So wurden in den vergangenen Jahren immer mehr pflanzliche und tierische Rohstoffe in Bioqualität genutzt. Ganz den veganen Wünschen folgend, findet man Deos mit Kokosöl und Natron ( pdf-Datei DE 20 2016 100 816 U1). Die Gebrauchsmusteranmeldung pdf-Datei DE 20 2015 100 862 U1 schlägt Tannine als schweißhemmende Wirkstoffe vor. Tannine sind dafür bekannt, adstringierend zu wirken, das heißt Hautporen und Gefäße werden zusammengezogen. Dies kann auch einen Einfluss auf die Schweißproduktion haben und damit eine schweißhemmende Wirkung zeigen. Eine Alternative zu Aluminiumverbindungen können zudem natürlich vorkommende Hydroxycarbonsäuren sein, siehe zum Beispiel pdf-Datei DE 10 2014 222 270 A1. Hier wird Weinsäure, die in Weintrauben vorkommt, als Wirkstoff beschrieben.

Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass mittelfristig auf Aluminium komplett verzichtet werden kann. Aktuelle Anmeldungen zu aluminiumhaltigen Antitranspirantien legen daher das Augenmerk darauf, die Hautfreundlichkeit dieser Produkte zu verbessern. So schlägt die Patentanmeldung pdf-Datei DE 10 2015 213 345 A1 die Verwendung von Phosphatverbindungen in Kombination mit Aluminiumchlorhydrat vor. Dadurch sollen die Einsatzmenge an Aluminiumverbindungen verringert, die schweißhemmende Wirkung verbessert und die Hautverträglichkeit gesteigert werden. Die Schrift pdf-Datei DE 10 2015 221 058 A1 schlägt vor, vernetzte Silicone zuzusetzen, um aluminiumhaltige Antitranspirantien nicht nur wirksamer zu machen, sondern auch die Fleckenbildung auf Kleidung zu vermindern.

Broschüre Erfinderaktivitäten

Sie wollen mehr zu diesem Thema wissen?

Wenn Sie mehr zu den Erfindungen rund um das Deo wissen möchten, lohnt ein Blick in unsere Erfinderaktivitäten 2016/2017 ab Seite 26. Dort finden Sie auch die Verweise zu sämtlichen Patentschriften, die Sie über die Datenbank des DPMA, DEPATISnet, einsehen können.

Bild 1: iStock.com/sergeyryzhov, Bild 2: istock.com/svehlik, Picture 3: DPMA

Stand: 29.11.2018 

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