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Beelitzer Spargel

Sterne der EU-Flagge

Was Beelitzer Spargel mit Europa zu tun hat

"In Vielfalt geeint", so lautet seit dem Jahr 2000 der Leitspruch der Europäischen Union. Er bringt zum Ausdruck, dass sich die Europäer gemeinsam für Frieden und Wohlstand einsetzen wollen, und dass gleichzeitig die vielen verschiedenen europäischen Sprachen, Kulturen und Traditionen den gesamten Kontinent bereichern. Dazu zählen zum Beispiel die hervorragenden regionalen Spezialitäten bei Agrarprodukten und Lebensmitteln. Wer kennt sie nicht, die "Nürnberger Lebkuchen", "Spreewälder Gurken", den "Französischen Champagner" oder den "Prosciutto di Parma"? Insgesamt etwa 1.400 geschützte geographische Herkunftsangaben sind registriert, davon allein 90 aus Deutschland. Bei den geschützten geographischen Herkunftsangaben handelt es sich um ein europaweites Schutzrecht. Rechtliche Grundlage ist die EU-Verordnung Nr. 1151/2012 mit den deutschen Ausführungsbestimmungen in §§ 130-136 MarkenG. Für Weine gelten übrigens die besonderen Bestimmungen der EU-Verordnung Nummer 1308/2013.

Insgesamt sechs geschützte Spargelsorten kommen aus Deutschland

grüner Spargel in Kelle

Jüngst und passend zur Spargelzeit hat der "Beelitzer Spargel" das Gütezeichen "geschützte geographische Angabe (g.g.A.)" erhalten. Das heißt: Wo "Beelitzer Spargel" draufsteht, muss auch Beelitzer Spargel drin sein. Das Gemüse aus Berlin-Brandenburg ist die sechste Spargelsorte aus Deutschland im Register der geschützten Herkunftsbezeichnungen der Europäischen Union. Ebenfalls geschützt sind: "Bornheimer Spargel", "Walbecker Spargel", "Fränkischer Spargel", "Abensberger Spargel" und der "Schrobenhausener Spargel". Aus Österreich und Großbritannien stammen immerhin jeweils eine geschützte Spargelsorte, nämlich der "Marchfeldspargel" und der "Vale of Evesham Asparagus".

Spargelzeit ist bekanntlich bis zum 24. Juni, dem so genannten "Spargelsilvester". Also noch genug Zeit, um den "Beelitzer", "Bornheimer", "Schrobenhauser" oder den "Marchfeldspargel" in Europa zu genießen. Am besten natürlich mit einer "Sauce Hollandaise", "Prosciutto di Parma" und einem spritzigen Weißwein aus der Saale-Unstrut-Region oder einem der zahlreichen geschützten Wein-Anbaugebiete Europas.

Zum Hintergrund: geschützte Ursprungsbezeichnungen und geschützte geographische Angaben

Logos zu den Herkunftsangaben

Man unterscheidet zwei Schutzkategorien, nämlich

  • geschützte Ursprungsbezeichnungen (g.U.), z.B. "Allgäuer Sennalpkäse"
  • geschützte geografische Angaben (g.g.A.), z.B. "Thüringer Rostbratwurst"

In beiden Fällen muss es sich um einen Namen handeln, den der Hersteller zur Bezeichnung seines Produkts verwendet. Das Produkt selbst muss aus einem bestimmten Ort, aus einer bestimmten Gegend oder aus einem bestimmten Land kommen. Wesentliche Schutzvoraussetzung ist der Zusammenhang zwischen den Eigenschaften des Produkts und dessen Herstellung im Herkunftsgebiet.

Bei der Ursprungsbezeichnung muss dieser Zusammenhang besonders eng sein, das heißt alle Produktionsschritte müssen in dem fraglichen Gebiet erfolgen. Bei der geografischen Angabe reicht es hingegen aus, wenn einer der Produktionsschritte in dem Herkunftsgebiet stattfindet und die Qualität, das Ansehen oder eine andere Eigenschaft des Erzeugnisses wesentlich auf diesen geografischen Ursprung zurückzuführen ist.

Wie die geschützte geographische Angabe ins Register kommt

Der Antrag auf Eintragung einer geografischen Angabe/Ursprungsbezeichnung ist beim DPMA einzureichen. Die Prüfung erfolgt zweistufig, zunächst durch das DPMA und anschließend durch die EU-Kommission, die auch die Eintragung vornimmt. Nähere Informationen hierzu finden Sie im "Merkblatt über den Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen" ( pdf-Datei W 7729).
Welche Produkte aus Deutschland diese Gütesiegel tragen oder beantragt haben, können Sie in DPMAregister unter dem Reiter "Geografische Herkunftsangaben" einsehen. Geographische Herkunftsangaben aus ganz Europa finden Sie in der von der EU geführten DOOR-Datenbank; geschützte geografische Angaben, Ursprungsbezeichnungen und traditionelle Begriffe für Wein aus allen EU-Mitgliedsländern werden in der Datenbank E-Bacchus gespeichert.

Bild 1:iStock.com/EduardHarkonen, Bild 2:iStock.com/fcafotodigital, Bild 3: DPMA

Stand: 29.11.2018 

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