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Vor 60 Jahren

Das Atom-Ei und der Beginn der Neutronenforschung in Deutschland

Das Atom-Ei in Garching, ca. 1958

Das Atom-Ei in Garching, ca. 1958 (Bild: Heinz Maier-Leibnitz-Zentrum)

Vor 60 Jahren, am 31. Oktober 1957, nahm das „Atom-Ei“ in Garching im Norden von München seinen Betrieb auf. Der Forschungsreaktor München (so der offizielle Name des „Eis“) war der erste in Deutschland. Sein Spitzname leitet sich von der Aluminium-verkleideten Kuppel ab, die der Architekt Gerhard Weber 30 Meter hoch über den Reaktor wölben ließ.

Als erste kerntechnische Anlage in der Bundesrepublik war das Atom-Ei zunächst nicht gänzlich unumstritten, vor allem bei den Anwohnern. Aber es wurde rasch zum Wahrzeichen der naturwissenschaftlichen Forschung und Symbol der friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Im Atom-Ei legten Wissenschaftler die Grundlage für eine weltweite Spitzenstellung im Bereich der Neutronenforschung. So manche bahnbrechende Forschung in Physik, Chemie und Biologie nahm hier ihren Ausgang. Um das „Ei“ herum siedelten sich allmählich naturwissenschaftlich-technische Abteilungen der Technischen Universität München, weitere Institute und Firmen an. Mit rund 12.000 Studenten zählt der Forschungscampus Garching heute zu den größten Zentren für Wissenschaft und Lehre in Deutschland.

Beim Forschungsreaktor München handelte es sich um einen Schwimmbadreaktor mit einer thermischen Leistung von bis zu 4 MW. Am 28. Juli 2000 um 10.30 Uhr wurde das Atom-Ei abgeschaltet, weil es den wissenschaftlichen Anforderungen nicht mehr genügte. Heute steht es unter Denkmalschutz und ist Wahrzeichen und Wappensymbol Garchings.

Initiator und erster wissenschaftlicher Leiter des Forschungsreaktors war Heinz Maier-Leibnitz (1911-2000), Lehrstuhlinhaber für technische Physik an der TU München. Maier leitete das Atom-Ei bis 1972. Nach ihm ist heute der Forschungsreaktor München II benannt, der seit 2005 das Atom-Ei ersetzt. Maier-Leibnitz, ein international angesehener Wissenschaftler, hatte etliche Erfindungen beim DPMA zum Patent angemeldet, zum Beispiel sein „Verfahren zur Regelung der Reaktivität eines Reaktors“ (DE000001020417B), das in den Datenbanken des DPMA online eingesehen werden kann.

Bild: Heinz Maier-Leibnitz-Zentrum

Stand: 15.02.2018 

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