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130 Jahre Grammophon

Ein Patent begründet den Musikmarkt

Als die Musik auf die Scheibe kam: Emil Berliner erhielt vor 130 Jahren, am 8. November 1887, ein pdf-Datei Patent auf sein Grammophon. Zusammen mit der ebenfalls von ihm entwickelten Schallplatte machte Berliners Erfindung das Musikerlebnis konservierbar, unabhängig vom Konzertsaal und massentauglich.

Zwar hatten bereits zehn Jahre zuvor Thomas Edison seinen Phonographen zum Patent angemeldet und auch Charles Cros in Paris sein „Paléophon“ skizziert. Aber beide Erfindungen nutzten eine Walze als Tonträger, die im Vergleich zu Berliners Scheibe eher unpraktisch und teuer in der Herstellung war. Daher setzte sich die platzsparende, leicht reproduzierbare und länger spielende Schallplatte nach der Jahrhundertwende auf dem Markt durch und wurde schließlich weltweit in gewaltigen Mengen produziert.

Grammophon

Emil Berliner (1851-1929) stammte aus Hannover und war 1870 in die USA ausgewandert. Sein US-Patent von 1887 wies als technische Weiterentwicklung u.a. das Aufzeichnungsverfahren in einer schneckenförmigen Schallrille mit V-förmiger Seitenschrift (statt Edisons Tiefenschrift) auf. Später verbesserte er das Grammophon und besonders die Schallplatte immer weiter, indem er die zunächst verwendeten Glasscheiben erst durch Zink, dann Hartgummi und schließlich durch Schellack ersetzte, bis sie reif für den Massenmarkt waren.

Seine Erfindungen vermarktete er mit unternehmerischem Geschick und gründete die ersten Plattenfirmen, darunter (mit seinem Bruder Joseph) die Deutsche Grammophon-Gesellschaft. Die Schellack-Schallplatten wurden damals mit 78 Umdrehungen pro Minute abgespielt; erst mit der Herstellung aus Vinyl seit den 1950er Jahren wurden die bis heute gebräuchlichen 33 („LP“) bzw. 45 („Single“) Umdrehungen pro Minute Standard.

Für beinahe 100 Jahre blieb die Schallplatte die Standardtechnik der Klangwiedergabe für jedermann. In den letzten Jahren erfreut sich das Vinyl im Schatten der Digitalisierung auch wieder steigender Beliebtheit bei Freunden des analogen Musikerlebnisses.

(Anmerkung: Emil Berliner änderte seinen Vornamen in "Emile", nachdem er die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte.)

Bild: iStock.com/jakkapan21, Bild: iStock.com/jakkapan21

Stand: 18.05.2018 

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