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Messe-Besuch auf der iENA 2017

Nachwuchserfinder präsentieren ihre Innovationen

Rolf Huber sitzt auf der Draisine, xxx xxx auf dem elektronischen Pendant

Historisch und modern: die Draisine und ihr elektronisches Abbild (li.: Rolf Huber, re.: Reinhard Wollherr)

Karl von Drais hat ein Auge auf die jungen Leute in Halle 12. Auf seiner hölzernen Draisine gleitet der ältere Herr in langem Frack und Zylinder an einem Stand entlang, an dem Nachwuchs-Erfinder ihre Kreationen präsentieren. Ein prüfender Blick, ein kurzes Zupfen am Backenbart, ein zustimmendes Nicken. Dann bewegt er sein historisches Gefährt zum nächsten Aussteller.

Der Mann, der tatsächlich aussieht wie der Erfinder des altertümlichen Fahrrads, heißt eigentlich Rolf Huber. In Karlsruhe, der Geburtsstadt Karl von Drais', baut er Draisinen nach. Zur Erfindermesse iENA in Nürnberg ist er auch gekommen, um sich eine moderne Form der Laufmaschine anzusehen: die E-Draisine. Die hat der findige Informatik-Lehrer Reinhard Wollherr aus Freudenstadt mit seinen Schülern konzipiert - samt Infrarotsensoren und elektronischem Antrieb. Wer auf der Messe ankommt, kann das moderne Laufrad gleich am Eingang bestaunen.

Noch bis zum Sonntag präsentieren 260 Aussteller aus 31 Ländern ihre neuesten Entwicklungen auf der iENA. 830 neue Erfindungen hat der Veranstalter gezählt. Ein Ziel der Messe seit Jahrzehnten: Kleinen Unternehmen und Privaterfindern eine Plattform bieten, um ihre Produkte zu präsentieren und womöglich tatsächlich auf den Markt zu bringen. "Die iENA ist eine wichtige Plattform für Erfinder und Vertreter aus Industrie und Wirtschaft: Hier treffen Erfinder auf Lizenznehmer", betonte der Vizepräsident des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA), Günther Schmitz, bei der Messeeröffnung. Das DPMA ist mit einem großen Stand auf der Messe vertreten. Experten des Amtes und von Partnerorganisationen beraten Erfinder zu Schutzrechten und Dienstleistungen.

Marc Braez und Nadja Treiber zeigen ein Stück ihres Kunststoffes

Entwickelten einen neuen Kunststoff: Marc Braez und Nadja Treiber

Auch viele Nachwuchserfinder sind wieder gekommen. Am Stand des Regionalwettbewerbs Mittelfranken der Aktion "Jugend forscht" präsentieren Nadja Treiber und Marc Braez ihren neu entwickelten Kunststoff. Er wird aus Lignin - einem Abfallprodukt der Papierherstellung - und Milchsäure gewonnen. Eine poröse, schwarze Struktur, die biologisch abbaubar ist. Ihre ersten Experimente haben die beiden 16 und 17 Jahre alten Schüler im Chemieunterricht am Willstätter Gymnasium in Nürnberg gemacht. Den Stoff will Marc Braez weiterentwickeln - in der nächsten Runde von "Jugend forscht".

Marcel Fiderer und Ilias Hummel zeigen ihr Mini-Transportgerät

Ilias Hummel und Marcel Fiderer haben ein Mini-Transportgerät konstruiert

Ein paar Stände weiter führen Marcel Fiderer und Ilias Hummel ihr Projekt vor. Ihr "Minicart 4.0" soll ähnlich einem Gabelstapler Waren in einem Lager von A nach B transportieren. Die kniehohen, fahrenden Kästen von der Größe einer Autokühlbox lassen sich per Joystick steuern und sind besonders wendig - ein Vorteil in engen Lagerhallen. Die Erfindung haben die beiden allerdings nicht allein gemacht, sondern mit anderen im Schülerforschungszentrum Südwürttemberg in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten und einem regionalen Maschinenbauer.

Drei Jugendliche präsentieren stolz ihre Erfindung

Christopher Kratschmann, Simon Pirkheim und Nikolaus Sommerhofer sortieren Bohnen und Mais maschinell

Auch viele Jugendliche aus dem Ausland sind gekommen: aus China, Malaysia, Kroatien. Aus dem Nachbarland Österreich präsentieren sich drei Jungentwickler. Nikolaus Sommerhofer, Christopher Kratschmann und Simon Pirkheim haben sich in einem Schulprojekt ihres Abschlussjahrgangs der Verbindung von Technik und Landwirtschaft gewidmet. Mais und Wachtelbohnen könne man besonders gut zusammen anbauen, erklären sie. Das Problem: Bei der Ernte mit dem Mähdrescher landen Mais und Bohnen gemischt im Behälter. Die drei haben sich Verfahren für die Sortierung ausgedacht. Dabei machen sie sich die unterschiedlichen Formen zunutze. In rotierenden Metalltrommeln lassen sich die kleineren, flacheren Maiskörner von den größeren, runderen Bohnen trennen. Problem gelöst!

Bis zu den drei jungen Österreichern hat sich der auf seiner Laufmaschine dahingleitende Freiherr von Drais da noch nicht vorgewagt. Vielleicht unterzieht er aber auch das Wachtelbohnen-Mais-Problem noch seinem prüfenden Blick. Bis Sonntagabend hat er dafür Zeit.


iENA - DPMA

Stand: 15.05.2018 

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