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Sektion E: Bauwesen; Erdbohren; Bergbau

Erfindung des Monats August

In unserer Internet-Präsentation "Das Auto und die IPC" zeigen wir bahnbrechende und auch vergessene Erfindungen aus den Gebieten Kraftfahrzeugbau und Verkehrswesen. Außerdem stellen wir mit der "Erfindung des Monats" aktuelle oder auch historische Innovationen vor, die bei heutigen Autos und im Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken sind.

Flügeltüren

E05D 15/00

Als "Flügeltüren" werden im Automobilbereich seitlich angeordnete Türen bezeichnet, die um eine im Wesentlichen horizontal sowie parallel zur Fahrzeuglängsachse verlaufende Achse schwenkbar am Fahrzeugdach angelenkt sind. Da sich Flügeltüren üblicherweise bis in das Dach des Fahrzeugs erstrecken, können große Türausschnitte auch bei kleineren Fahrzeugen realisiert werden. Dadurch wird der Ein- und Aussteigekomfort für die Insassen erhöht. Dies mag - neben Aspekten des Designs - einer der Gründe sein, weshalb diese Technik häufiger bei tiefliegenden Sportwagen anzutreffen ist, während sie sich in Großserienfahrzeugen nie durchgesetzt hat. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der heutigen beengten Parkraumsituation in Städten wird die Flügeltür-Technik dennoch stetig weiterentwickelt.

Die Figur 1 aus DE 10 2004 007 054 B4 zeigt eine Schnittansicht eines Kraftfahrzeugs mit Flügeltüren 2 in einer beengten Parksituation neben einer Wand 16. Die Flügeltür 2 ist in drei Abschnitte aufgegliedert, einen Dachabschnitt 3, einen Fensterabschnitt 4 sowie einen Bordwandabschnitt 5, wobei hier jeweils unterschiedliche Öffnungszustände a bis e dargestellt sind. Die verschiedenen Türabschnitte sind über drei parallele Schwenkachsen 8, 9, 10 schwenkbar gelagert, die über separate Schwenkantriebe 11, 12, 13 verfügen. Ein beispielsweise am Bordwandabschnitt 5 angebrachter Sensor 15 ermittelt einen Abstand zwischen der Flügeltür und einem Hindernis (hier der Wand 16) und leitet die entsprechenden Signale an eine Steuerung 17 weiter. Hiermit lassen sich die einzelnen Schwenkantriebe so ansteuern, dass sich der Bordwandabschnitt 5 beim Öffnen der Tür im Wesentlichen nur vertikal nach oben bewegt und eine Kollision mit der Wand vermieden wird. Diese Kinematik bietet also die Möglichkeit, die Flügeltür auch bei einem sehr begrenzten seitlichen Raumangebot zu öffnen oder zu schließen und ist in diesem Fall einer konventionellen Fahrzeugtür überlegen. Wenn seitlich des Fahrzeugs kein störendes Hindernis vorhanden ist, öffnet die Steuerung die Tür wie eine normale Flügeltür (Kreisbahn 20).

Schnittansicht eines Fahrzeugs mit gegliederter Flügeltür nach DE 10 2004 007 054 B4, das in engem Abstand zu einer Wand geparkt ist.Bild vergrößert anzeigenFigur 1: Schnittansicht eines Fahrzeugs mit gegliederter Flügeltür nach DE 10 2004 007 054 B4.

Die mehrgliedrige Ausgestaltung der Fahrzeugtür gemäß DE 10 2004 007 054 B4 löst gleichermaßen ein prinzipielles Problem der Flügeltür-Technik. Nach einer Unfallsituation mit Überschlag ist bei einem auf dem Dach liegendem Fahrzeug eine eingliedrige Flügeltür in der Regel komplett blockiert. Im Gegensatz hierzu bleibt bei der in der Figur 2 dargestellten Unfallsituation zumindest der Bordwandabschnitt 5 verschwenkbar und kann als Notausstieg genutzt werden.

Nach einem Unfall auf dem Dach liegendes Fahrzeug mit gegliederter Flügeltür nach DE 10 2004 007 054 B4.Bild vergrößert anzeigenFigur 2: Unfallsituation eines Fahrzeugs mit gegliederter Flügeltür nach DE 10 2004 007 054 B4.

Bei dem aus DE 10 2005 059 413 A1 bekannten Tür-Konzept steht ebenfalls die Beweglichkeit im Vordergrund. Mit Hilfe des in der Figur 3 dargestellten Gelenks 1, welches drei nicht in einer Ebene liegende Schwenkachsen 7, 8, 9 aufweist, lässt sich die Tür 2 - optional über jeweilige Stellmotoren 13, 14, 15 automatisch - in eine beliebige Position bewegen, vergleichbar einem Roboterarm. Auf diese Weise ist die Öffnungsbewegung an die jeweilige Parkplatzsituation und an persönliche Vorlieben und Bedürfnisse der Insassen anpassbar.

Darstellung eines Gelenks sowie einer hiermit beliebig positionierbaren Fahrzeugtür nach DE 10 2005 059 413 A1.Bild vergrößert anzeigenFigur 3: Beliebig positionierbare Fahrzeugtür nach DE 10 2005 059 413 A1.

Im Übrigen beschäftigte sich auch der herausragende Erfinder Béla Barényi - der sich vornehmlich mit Sicherheitsaspekten im Fahrzeugbau befasste und als Vater der "Knautschzone" gilt - bereits in den 1950er Jahren eingehend mit Flügeltüren, woraus zahlreiche Patente resultierten. So ist das Grundkonzept einer aus mehreren, schwenkbar miteinander verbundenen Teilen bestehenden Flügeltür beispielsweise schon aus DE 1 195 181 B bekannt.

Für eine Recherche relevante IPC-Gruppen
IPCTechnischer Aspekt
E05D 15/00   Aufhängeanordnungen für Türflügel 
B60J 5/04   Seitentüren für Fahrzeuge 

Zitierte Patentdokumente
PatentnummerJahrTitel
DE 10 2005 059 413 A1   2005   Gelenk für eine Tür eines Kraftfahrzeugs 
DE 10 2004 007 054 B4   2004   Personenkraftwagen mit Flügeltür 
DE 1 195 181 B   1954   Verriegelungseinrichtung für eine Klapptür eines Kraftwagens  

© 2014 Deutsches Patent- und Markenamt | 05.08.2014