
Figur 1: links Drahtlitzenseil mit sieben verseilten Litzen, rechts einzelnes Rundlitzenseil mit Stahleinlage (aus DE 36 32 953 A1)
Elektrische Antriebe sind im modernen Kraftfahrzeug nicht mehr weg zu denken. Eine Vielzahl von Motoren soll dem Fahrer und den weiteren Insassen einen bestmöglichen Komfort bieten und ihnen etwa beim Bewegen und Verstellen von Schiebedach, Fahrersitz, Rückspiegel und Fensterhebern behilflich sein. Die Antriebsbewegung kann hierbei über verschieden ausgebildete Mechanismen übertragen werden. Ein in Fahrzeugen häufig eingesetztes Übertragungsmittel für die von einem Motor aufgebrachten Stellkräfte sind Zugseile. Diese Seile sind üblicherweise Drahtlitzenseile, die aus verseilten mehrlitzigen Rundlitzenseile mit einer Stahleinlage bestehen (siehe Figur 1 aus DE 36 32 953 A1)
Die Zugseile in Fahrzeugen werden nicht nur auf Biegung beansprucht, die von der Umlenkung an Führungsrollen herrührt, sondern es wirken auch dynamische Zugbeanspruchungen, die durch die Regelung des Motors, schwergängige Stellen im Verfahrweg oder ruckartiges Betätigen durch den Bediener auftreten. Durch diese Dynamik werden solche Zugseile stark belastet, weshalb nach Lösungen für eine erhöhte Festigkeit der Seile gesucht wird, ohne die Seile dick und schwer zu gestalten. Hierauf zielt die Patentanmeldung DE 10 2004 061 385 A1, bei der die Hohlräume zwischen den Drähten der einzelnen Litzen mit Kunststoff aufgefüllt werden (siehe Figur 2).
Zusätzlich umgibt das Seil mit der Kunststofffüllung ein Kunststoffmantel, der aus unterschiedlichen Kunststoffen bestehen sollte. Ein derart aufgebautes Seil weist eine wesentlich höhere Biegewechselfestigkeit und eine verbesserte dynamische Stabilität gegenüber herkömmlichen Stahllitzen auf. Dadurch können die Materialeigenschaften des Füllmaterials und des Mantels den unterschiedlichen Anforderungen angepasst werden. So sollte das Füllmaterial weicher als der Mantel gewählt werden und das Material des Mantels kann besonders abriebfest sein. Dabei verbindet sich der Kunststoff des Füllmaterials und des Mantels bewusst nicht, damit der Mantel auch in automatisierten Montageanlagen an bestimmten Stellen entfernt werden kann, um die blanken Litzen definiert klemmen zu können.
| IPC | Technischer Aspekt |
|---|---|
| D07B 1/16 | Seile oder Kabel mit einer umhüllenden Schutzschicht oder Einlagen aus Kautschuk oder Kunststoffen |
| D07B 3/00 | Herstellung von Seilen oder Kabeln aus Litzen von gleichem oder verschiedenem Material |
| E05F 11/48 | Handbetätigte Vorrichtungen zum Betätigen von zu öffnenden und zu schließenden Schiebefenstern, durch Seile oder Ketten betätigt |
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| DE 10 2004 061 385 B4 | 2004 | Zugseil mit Kunststoffverfüllung und Kunststoffaußenmantel |
| DE 36 32 953 A1 | 1986 | Drahtseil |
© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013