Luftleitvorrichtungen an Kraftfahrzeugen werden seit langem eingesetzt, um die Fahreigenschaften durch Beeinflussung der aerodynamischen Eigenschaften während der Fahrt zu verbessern. Solche als Spoiler oder (Heck-) Flügel bezeichneten Bauteile erhöhen bei höheren Geschwindigkeiten durch eine gegen die Fahrbahn gerichtete Kraft die Bodenhaftung, wodurch eine bessere Kraftübertragung zwischen Reifen und Fahrbahn während dem Beschleunigen oder Abbremsen und in Kurvenfahrten erzielt werden soll. Dabei kann man prinzipiell zwei unterschiedliche Bauarten von am Heck angebrachten Spoilern unterscheiden. Starr angebrachte Spoiler verändern ihre Lage zum Fahrzeug bei still stehendem und bewegtem Fahrzeug nicht, während bewegliche Spoiler zwischen einer Ruhestellung im Stillstand oder langsamer Fahrt und einer Betriebsstellung bei höheren Geschwindigkeiten bewegt werden können.
In Figur 1 ist ein beweglicher Spoiler aus DE 10 2004 030 571 B4 abgebildet, der in ausgefahrener Betriebsstellung dargestellt ist. Pfeil 16 deutet die Schwenkbewegung an, die der Spoiler ausführt, wenn er von seiner Ruhestellung in einer muldenartigen Vertiefung im Fahrzeugheck in die dargestellte Betriebsstellung bewegt wird. Als Besonderheit zeigt dieser Spoiler verschiebbare Erweiterungen 18, die die effektiv wirksame Fläche des Spoilers vergrößern, wenn diese Erweiterungen in Richtung der Pfeile 20 ausgefahren werden. Dies kann entweder zusammen mit der Schwenkbewegung des Spoilers aus der Ruhestellung, oder erst bei weiterer Erhöhung der Fahrzeuggeschwindigkeit erfolgen (siehe DE 10 2004 030 571 B4). Als Vorteil soll bei geringen Bauraumanforderungen eine große aerodynamische Wirkung in der Betriebsstellung der Luftleitvorrichtung erzielt werden.
Die Figur 2 zeigt Varianten der seitlich ausfahrbaren Spoilererweiterung 18a, wobei zusätzliche Erweiterungen 24a abgeklappt werden können, damit die wirksame Fläche des Spoilers weiter vergrößert werden kann.
In Figur 3 ist eine seitliche Spoilererweiterung 18c in Draufsicht skizziert, bei der fächerartig angeordnete Lamellen entlang Pfeil 20c ausgeschwenkt werden können.
Unterhalb einer vorbestimmten Geschwindigkeit oder im Stillstand des Fahrzeuges werden die Spoilererweiterungen wieder eingefahren oder eingeklappt und der Spoiler 12 wird in die dafür vorgesehene Aussparung im Fahrzeugheck eingeschwenkt.
Figur 4 aus DE 10 2004 030 571 B4 zeigt im Gegensatz zu den starren Spoilergrundkörpern 14 eine Lösung, bei der ein flexibles Zwischenelement 14d zwischen starren Spoilerelementen 26d und 28d eingebaut ist. Der Spoiler 12d wird über das starre Element 26d durch einen Aktor 32d aus der am Fahrzeugheck ausgebildeten Mulde 34d um die Achse 30d geschwenkt.
Durch das flexible Zwischenelement 14d kann entsprechend der Fahrzeuggeschwindigkeit oder der aktuellen Fahrsituation die Krümmung des Spoilers 12d und damit die Position des starren hinteren Spoilerelementes 28d in Richtung des Pfeils 16d beeinflusst werden. Die Änderung der Krümmung des flexiblen Elementes 14d erfolgt durch beidseitig angebrachte Aktorbaugruppen 36d, die einzeln oder gemeinsam durch Druckluft aufblasbar sind und sich dadurch ausdehnen, wobei die Krümmung des flexiblen Elementes 14d vom Fülldruck der Aktoren 36d abhängig ist. Als weitere Möglichkeit die Krümmung zu verstellen, schlägt die DE 10 2004 030 571 B4 vor, elektrische Kleinmotoren anstatt den druckluftbetriebenen Aktoren vorzusehen.
| B62D 37/02 | Stabilisierung der Fahrzeuge ohne Beeinflussung der Radaufhängung, durch aerodynamische Vorrichtungen |
| B62D 35/00 | Stromlinienförmige Aufbauten |
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| DE 10 2004 030 571 B4 | 2004 | Luftleitvorrichtung für ein Kraftfahrzeug |
© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013