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Die Grundlagen: Von den Tüftlern der Antike zu James Watt

Motivation und Streitpunkte

Der Mensch ist von Haus aus faul, aber auch bestrebt, seine Lebensumstände zu verbessern. Daher treibt es ihn schon immer an, Erleichterungen für sein Alltagsleben zu entwickeln. Ob nun schon der "Erfinder" des Rades in grauer Vorzeit als erster Automobilist zu gelten hat, weil er dieses einen Hang hat herunterrollen lassen, oder erst Carl Benz mit seiner Motorkutsche 1886 ist eine heikle Frage. Es gibt die unterschiedlichsten Schulen und Philosophien zum Thema. Sicher ist jedoch, dass sich über die Jahrtausende hinweg immer wieder Menschen darüber Gedanken gemacht haben, wie man Güter oder Personen möglichst ohne zusätzliche Kosten, wie sie durch Zugpferde, Esel, Ochsen oder Mulis entstehen, über Land von einem Ort zum anderen transportiert.

Es ist überliefert, dass Menschen Wagen mit Segeln ausstatteten oder mit Muskelkraft antrieben und schließlich versuchten, sich die bestimmten Materialien innewohnende chemische oder physikalische Energie zur Fortbewegung nutzbar zu machen. Leider ist die Quellenlage von der Antike bis in die frühe Neuzeit zum Thema mit Vorsicht zu genießen, und ob wirklich Heron von Alexandria im ersten Jahrhundert n.Chr. die erste Dampfmaschine erfunden hat, sei hier dahingestellt. Details seiner Apparatur sind nicht genau überliefert und sein Wissen ging im Laufe der folgenden Jahrhunderte wieder verloren.

Europäische Neuzeit

Der Wunsch, eine lineare Bewegung (nämlich die eines Kolbens) in eine Drehbewegung (etwa die eines anzutreibenden Rades) umzusetzen, wie es heute in jeder modernen Dampf- oder Verbrennungskraftmaschine verwirklicht ist, war spätestens mit Christiaan Huygens' (1629-1695) Kolbenmaschine 1674 geweckt. Nur käme heute wohl niemand mehr auf die Idee, Schießpulver als Energiequelle zu nutzen, auch wenn das zugrunde liegende Prinzip bei Verbrennungsmotoren unserer Zeit noch dasselbe ist.

Parallel versuchte man, sich die Dampfkraft nutzbar zu machen und als Antriebsmittel für Maschinen zu bändigen. Nicht nur Namen wie Isaac Newton (1643-1727) und James Watt (1736-1819) sind mit der Entwicklung und praktischen Umsetzung der Dampfmaschine verbunden, auch wenn letzterer bis heute als "Vater der Dampfmaschine" gilt und darauf auch erste Patente erhielt (GB 1769-913, GB 1781-1306, GB 1782-1321, GB 1784-1432). Die Kärrnerarbeit und viele kleinere Verbesserungen wurden auch von einer Vielzahl anderer Erfinder geleistet, deren Namen heute weitgehend vergessen sind, wie dem Franzosen Denis Papin (1648-1713) oder dem Engländer Thomas Newcomen (1663-1729). Letztlich führte die Nutzung der Dampfkraft auch zu deren Einsatz in Fortbewegungsmitteln, wie es Newton bereits 1680 konzipiert hatte.


PatentnummerJahrTitel
GB 1769-913   1769   Steam engine 
GB 1781-1306   1781   Steam engine 
GB 1782-1321   1782   Steam engine 
GB 1784-1432   1784   Fire and steam engine 

© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013