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Wilhelm Wien (1864 - 1928), Deutschland

Nobelpreis für Physik 1911

Porträtbild
Bild: Wilhelm Wien[1]

für seine Entdeckungen, die Gesetze der Wärmestrahlung betreffend

Wilhelm Wien, geboren 1864 in Ostpreußen, studierte in Göttingen und Berlin. Von 1883 bis 1885 arbeitete er im Labor von Hermann von Helmholtz und erhielt 1886 seinen Doktortitel. Im Jahre 1900 trat er, als Nachfolger Wilhelm Conrad Röntgens, dem ersten Nobelpreisträger für Physik 1901, eine Professur für Physik an der Universität Würzburg an.[2] 1920 folgte Wilhelm Wien einem Ruf nach München, wiederum als Nachfolger Wilhelm Conrad Röntgens.[3]

Wilhelm Wien entdeckte 1893 und 1896 zwei empirische Gesetze zur Beschreibung der thermischen Strahlung eines Schwarzen Körpers (heute als "Wiensches Verschiebungsgesetz" und "Wiensches Strahlungsgesetz" bekannt), wofür er 1911 den Nobelpreis für Physik erhielt. Das "Wiensche Strahlungsgesetz", welches nur für kurze Wellenlängen korrekt ist, wurde im Jahre 1900 durch Max Planck unter der Annahme von Energiequanten verallgemeinert. Letzterer urteilte über Wilhelm Wien: "Es gibt wohl nur ganz wenige Physiker, welche die experimentelle und die theoretische Seite ihrer Wissenschaft so gleichmäßig beherrschen, wie es Willy Wien getan hat".[3]

Gleichstromquelle für Röntgenröhren

PatentzeichnungBild vergrößert anzeigenFigur 1: Gleichstromquelle für Röntgenröhren (aus DE 376 814 A )

In der Patentschrift pdf- Datei DE 376 814 A beschreibt Wilhelm Wien ein Verfahren zum Betrieb von Röntgenröhren mit Gleichstrom. Um die benötigten hohen Spannungen von 200 kV zu erzeugen, wird die Hintereinanderschaltung von mehreren magnetelektrischen Gleichstrommaschinen vorgeschlagen.

Wie Figur 1 zeigt, werden zwölf magnetelektrische Gleichstrommaschinen in vier Gruppen a1, a2, a3 und a4 unterteilt, die aus Platzgründen übereinander auf mehreren durch Hochspannungsisolatoren b gestützten Platten c aus Isoliermaterial angebracht sind. Die Gleichstrommaschinen sind elektrisch über die Leitungen d zwischen zwei Gleichstrommaschinen einer Gruppe und die Leitungen e zwischen zwei äußeren Gleichstrommaschinen benachbarter Gruppen hintereinander geschaltet, so dass beim Anschluss einer Röntgenröhre an die Leitungen f und g eine entsprechend hohe Gleichspannung abgegriffen werden kann. Zum Antrieb der Gleichstrommaschinen dienen ein Motor h, Ankerwellen i und Kupplungen k. Die freien Enden der Ankerwellen i der äußeren Gleichstrommaschinen sind über Wellen m, die in auf den Platten c befestigten Lagern n laufen und Riemenscheiben o tragen, und über Riemen p1, p2, p3 und p4 mit dem Motor oder dem Antrieb der nächsten Gruppe verbunden. Eine solche Anordnung vermag eine hohe Gleichspannung zu erzeugen, wobei die Anzahl der Gleichstrommaschinen durch den quasi-modularen Aufbau einfach vergrößert werden kann und jede einzelne Maschine leicht zugänglich ist.

Patentdokumente zu Wilhelm Wien
PublikationsnummerJahrTitel
pdf-Datei DE 376 814 A   1921  Verfahren zum Betrieb von Röntgenröhren mit hochgespanntem, reinem Gleichstrom 

Quellen:

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Wien [recherchiert am 19.06.2012]
[2] http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/physics/laureates/1911/wien-bio.html [recherchiert am 19.06.2012]
[3] HERMANN, A.[u.a]: Deutsche Nobelpreisträger. Heinz Moos Verlag, München, 1978. 2. erweiterte Auflage. ISBN 3-7879-0117-5.

© 2016 Deutsches Patent- und Markenamt | 29.02.2016