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Arno Allan Penzias (* 1933), USA

Nobelpreis für Physik 1978

Bild: Arno Allan Penzias [1]

für die Entdeckung der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung
(gemeinsam mit Robert Woodrow Wilson)

Arno Penzias ist der Prototyp eines Wissenschaftlers, der seine Forschungen nicht ausschließlich an Universitäten durchführte sondern überwiegend im Rahmen seiner Arbeit für kommerzielle Unternehmen. Geboren in München, aufgrund des jüdischen Glaubens seiner Eltern 1939 in die USA emigriert und dort akademisch ausgebildet, heuerte er 1961 bei den Bell Labs in New Jersey an. Dort entstanden auch die maßgeblichen radioastronomischen Messungen zur kosmischen Hintergrundstrahlung, für die er mit Robert Woodrow Wilson den Nobelpreis erhielt. Bemerkenswert an seinen Messergebnissen ist, dass sie zunächst als "Mülleffekte" interpretiert wurden. Erst nach Ausschluss aller Fehlerquellen setzte sich die Gewissheit durch, dass die Messwerte den Nachhall des "Big Bang", also des Beginns unseres Universums, so wie wir es heute verstehen, widerspiegeln.

Seine Patentanmeldungen geben kaum seine Tätigkeit in der Radioastronomie wieder. Vielmehr zeichnen sie das Bild eines Mannes, der sich immer mehr in den eigentlichen Aufgabenbereich seines jeweiligen Arbeitgebers einbringt, nämlich die Telekommunikation. Aber auch auf den ersten Blick etwas abseitig erscheinende Anmeldungen finden sich in seinem breit gestreuten Portfolio. Zeigen die Dokumente aus den 1970er und 1980er Jahren, als er in der Kommunikationstechniksparte der Bell Labs tätig war, noch Schwerpunkte in der Antennentechnik (pdf- Datei US 3 605 105 A , pdf- Datei US 4 410 894 A ) und der Millimeterwellen-Technik (pdf- Datei US 4 023 258 A ), ändern sich diese mit der Aufsplitterung der Bell Labs durch das US-Justizministerium aufgrund von Anti-Trust-Gesetzen 1982 erheblich.[2] Arno Penzias ist nun für AT&T tätig, die aus der Western Electric hervorging und Teile der Bell Labs übernommen hatte. So arbeitet er verstärkt im Bereich der Softwareentwicklung und Hardware-Elektronik für die Telekommunikation. Diese entwicklungstechnisch sehr produktive Phase spiegelt sich beispielsweise in pdf- Datei US 5 805 680 A wieder, in der softwaregesteuerte Abrechnungsverfahren für Telefonnetze vorgestellt werden, oder in pdf- Datei EP 0 744 856 A2 , die unter anderem Peripheriegeräte, Hardware und Verfahren behandelt, die nach dem Einlesen eines Produkt-Strichcodes für einen Kunden sofort die telefonische Verbindung mit einem kommerziellen Anbieter des Produktes herstellen.

Kartenspielgerät

PatentzeichnungBild vergrößert anzeigenFigur 1: Fern-Kartenspiel (aus DE 694 07 377 T2 )

Auf ein nur scheinbar komplett anderes Gebiet dieser Technik begibt er sich mit pdf- Datei (0,81 MB) DE 694 07 377 T2 (1993), die ein Multimedia-Kommunikationssystem zum Kartenspielen für räumlich weit voneinander entfernte Spieler zeigt. Figur 1 ermöglicht eine Vorstellung davon, wie zwei Kartenspieler 120, 121 über Videobildschirme 115, 116 und Kameras 117, 118 mit zwei weiteren an einem anderen Ort befindlichen Mitspielern 122, 123 optisch in Kontakt treten können. Mikrophone an den Spielorten ermöglichen zusätzlich eine akustische Kommunikation. Eine weitere Kamera 130, die ein Bilderkennungssystem beinhaltet, und ein Kartenspender 10, der Spielkarten identifizieren, heraussuchen und entsprechend den Spielregeln des Kartenspieles auch verteilen kann, stellen weitere Zusatzgeräte dar.

Multifunktionsmaus

Trat Arno Penzias bereits bei der zuletzt besprochenen Patentanmeldung als alleiniger Erfinder auf, so ist dies auch bei pdf- Datei (0,94 MB) US 2006/0 178 212 A1 , der Fall, die ebenfalls einen Spielhintergrund aufweist.

PatentzeichnungBild vergrößert anzeigenFigur 2: Modifizierte Computermaus als Spieleingabegerät (aus US 2006/0 178 212 A1 )

In dieser wird eine Computermaus beschrieben, die verschiedene Zusatzsensoren enthält, wie etwa einen Rotationssensor und einen Beschleunigungsmesser, um etwa aus der Handbewegung eines Nutzers dieser Maus Eingabesignale für ein rechnergestütztes Spiel bereitzustellen, wie es heutzutage für viele Spielkonsolen zur Standardausrüstung gehört (Figur 2).

Die Breite und Vielschichtigkeit der Patentanmeldungen von Arno Penzias, wie sie zum Teil der unten aufgeführten Tabelle zu entnehmen sind, zeigt einen bis ins hohe Alter wachen und innovativen Geist. Seine bis dato letzte Anmeldung (pdf- Datei (1,34 MB) US 2011/0 026 693 A1 ) mag hierfür das abschließende Beispiel sein.

Patentdokumente zu Arno Allan Penzias
PublikationsnummerJahrTitel
pdf-Datei US 3 605 105 A   1969  Stabilizer for reflector of a pole-mounted antenna 
pdf-Datei US 4 023 258 A   1976  Method of manufacturing semiconductor diodes for use in millimeter-wave circuits 
pdf-Datei US 4 410 894 A   1981  Array phasing techniques for wide area coverage in a failure mode 
pdf-Datei US 5 475 738 A   1993  Interface between text and voice messaging systems 
pdf-Datei DE 694 07 377 T2   1994  Systeme zum Kartenspielen auf Abstand 
pdf-Datei US 5 604 676 A   1994  System and method for coordinating personal transportation 
pdf-Datei DE 694 29 379 T2   1994  Betrugsschutz für Kartentransaktionen 
pdf-Datei EP 0 744 856 A2   1996  Apparatus for and method of utilizing product identifier codes to establish communication connections 
pdf-Datei US 5 805 680 A   1996  Method and apparatus for telephone call sub-billing 
pdf-Datei US 2002 / 0 004 910 A1   2001  Network lock 
pdf-Datei US 2002 / 0 103 779 A1   2001  Migration of computer personalization information 
pdf-Datei US 2006 / 0 066 438 A1   2004  Method and system for controllably and selectively securing a portable computing device to a physical holding device 
pdf-Datei US 2006 / 0 178 212 A1   2005  Semantic gaming and application transformation 
pdf-Datei US 2011 / 0 026 693 A1   2010  Apparatus and method to bridge telephone and data networks 

Quellen:

[1] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Arno_Penzias.jpg&filetimestamp=20070811025104 [recherchiert am 7.9.2011]
[2] BENETTE, R. & JOSHI, P.C.: The Encyclopaedia of Nobel Laureates, Physics 2004 - 1901. 2007, Dominant Publishers and Distributors, New Delhi, 1. überarb. und aktual. Aufl., 2 Bände, S.349-353. ISBN 81-7888-491-7.

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