
für seine Verdienste um die theoretische Physik, besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts
Albert Einstein, 1879 in Ulm geboren, trat nach seinem Studium am Polytechnikum in Zürich 1902 eine Anstellung als "technischer Experte III. Klasse" am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern an, wo er bis zu seiner Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Zürich 1909 blieb. In dieser Zeit ist ein Großteil seiner bedeutenden Arbeiten entstanden, für die er 1922 rückwirkend für das Jahr 1921 den Nobelpreis für Physik erhielt.[2,3] Rückblickend betrachtete Einstein seine Zeit am Schweizer Patentamt als die beste Zeit überhaupt, so dass er seinem Studenten Leó Szilard empfahl, sich eine Stelle am Patentamt zu suchen.[4]
Von seiner Zeit am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum bis weit nach seiner Emigration nach Amerika 1932 befasste sich Albert Einstein mit diversen Erfindungen und Patenten, sowohl als Berater als auch als Miterfinder.[4,5] Im Folgenden wird nur auf Patentdokumente eingegangen und speziell nur auf solche Patentdokumente, bei denen er explizit als Erfinder genannt ist. Darüber hinaus ist es z.B. bekannt, dass Albert Einstein bereits während seiner Zeit am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum an der Entwicklung einer Apparatur zur Messung kleiner elektrischer Potentiale (von ihm "Maschinchen" genannt) arbeitete[4-6], zu der jedoch keine Patentdokumente existieren. Später wirkte er z.B. an der Entwicklung eines Kreiselkompasses mit - die zugehörige Patentschrift lässt seine Mitwirkung jedoch nicht erkennen.[4,5]
Der Schwerpunkt von Patentanmeldungen und Erfindungen von Albert Einstein liegt im Bereich von Kühlschränken. Zusammen mit seinem jüngeren Kollegen, dem theoretischen Physiker Leó Szilard, widmete sich Albert Einstein über mehrere Jahre der Weiterentwicklung von Kühlschränken. Da zu dieser Thematik ausführliche Literatur existiert[4,5,7-10], wird an dieser Stelle nicht näher auf diese Erfindungen eingegangen. Der interessierte Leser wird auch auf die Patentliteratur in der Tabelle unten verwiesen.
Aus der Zusammenarbeit Albert Einsteins mit dem Ingenieur der Elektrotechnik Rudolf Goldschmidt ab 1928 bis zu seiner Emigration 1932 sind drei gemeinsame Anmeldungen beim Reichspatentamt auf dem Gebiet der Elektroakustik hervorgegangen, wobei nur eine dieser Anmeldungen als Patent veröffentlicht wurde. Die Patentschrift
DE 590 783 A beschreibt Vorrichtungen zur Schallwiedergabe, bei der elektrische Stromänderungen durch Magnetostriktion Bewegungen eines Magnetkörpers hervorrufen. Unter Magnetostriktion versteht man die Eigenschaft ferromagnetischer Materialen, beim Anlegen eines Magnetfeldes die Form oder die Größe zu ändern.

Figur 1: Vorrichtung zur Schallwiedergabe (aus DE 590 783 A )
Figur 1 zeigt beispielsweise einen Aufbau, bei dem ein Eisenstab B in die Schenkel eines U-förmigen steifen eisernen Joches A eingeschraubt ist, so dass er entlang seiner Längsachse zusammengepresst wird. Erreicht die Längskraft eine Größe in der Nähe des so genannten Knickwertes, so genügt eine kleine weitere Kraft, um große Bewegungen des Eisenstabes B hervorzurufen. In diesem Fall hat also eine schwache Erregung der Spulen D eine erhebliche Bewegung des Eisenstabes B zur Folge, was zur Schallwiedergabe eines elektrischen Signals verwendet werden kann.
Motiviert durch den Gehörverlust einer befreundeten Sängerin arbeiteten Albert Einstein und Rudolf Goldschmidt auch an der Entwicklung eines Hörgerätes. Diese Arbeiten mündeten jedoch nicht mehr in eine gemeinsame Patentanmeldung. [4,5] Darüber hinaus ist die beratende Tätigkeit Albert Einsteins bei diversen anderen Erfindungen von Rudolf Goldschmidt belegt.[5]

Figur 2a: Belichtungs-
automatik für Kameras (aus US 2 058 562 A )
Der bedeutendste Partner Albert Einsteins für Erfindungen nach seiner Emigration nach Amerika war über Jahre hinweg der Radiologe und Erfinder Gustav Bucky, heute am besten bekannt für seine Erfindung des Streustrahlenrasters in der Röntgentechnik.[4] Die aus dieser Partnerschaft resultierende Patentschrift
US 2 058 562 A beschreibt eine Belichtungsautomatik für Kameras (Figuren 2a und 2b). Um die einfallende Lichtintensität im Objektiv 12 (mit Linsen 13 und 14) automatisch zu steuern, ist im Schlitz 26 des Objektivs über eine geeignete Befestigung 20, 21, 22, 24 ein Kreissegment 23 drehbar um eine Achse 16 angeordnet. Dieses Kreissegment 23 (in Figur 2b gezeigt) ist aus einem transparenten Material gefertigt, dessen Transparenz entlang des Kreissegments graduell variiert ist. In Abhängigkeit von der durch den röhrenförmigen Aufsatz 17 auf den Belichtungsmesser 15 fallenden Lichtintensität wird das Kreissegment 23 im Objektiv gedreht und somit die Belichtung automatisch geregelt.
Obwohl die Patentschrift
US 2 058 562 A sowohl Gustav Bucky als auch Albert Einstein als Erfinder nennt, ist belegt, dass Albert Einstein seiner Überzeugung nach nichts Wesentliches zu dieser Erfindung beigetragen hat.

Figur 2b: Belichtungsautomatik für Kameras (aus US 2 058 562 A )
Nichtsdestoweniger wurde er nach der Veröffentlichung der Patentschrift in der Presse als der wesentliche Erfinder dargestellt.[4]
Im Alter von 52 Jahren stellte Albert Einstein in Erinnerung an seine Kindheit fest:[5] "Als Kind schwebte mir vor, Ingenieur zu werden, aber ich sagte mir: So viel ist schon erfunden worden. Warum soll ich es auch noch versuchen?" Bei aller Unsicherheit, welchen Beitrag Albert Einstein bei diversen Erfindungen mit seinen Kooperationspartnern geleistet hat, lässt sich dennoch zweifelsfrei feststellen: Nicht zuletzt durch das Wirken Albert Einsteins selbst ist die Situation des Erfinders heute nicht einfacher.
| Publikationsnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| 1926 | Improvements relating to Refrigerating Apparatus | |
| 1926 | Refrigeration | |
| 1926 | Machine réfrigérante avec pompage du liquide par élévation intermittente de la pression de vapeurs | |
| 1926 | Refrigerating Machine in which the Pumping of Liquid is Effected by Intermittently Increasing the Vapour Pressure | |
| 1927 | Refrigerating Machine with Organic Solvent | |
| 1927 | Improvements in Refrigerating Processes and Apparatus | |
| 1927 | Kältemaschine | |
| 1927 | Kältemaschine | |
| 1927 | Machine frigorifique | |
| 1927 | Electrodynamic Movement of Fluid Metals particularly for Refrigerating Machines | |
| 1927 | Vorrichtung zur Bewegung von flüssigem Metall, insbesondere zur Verdichtung von Gasen und Dämpfen in Kältemaschinen | |
| 1928 | Elektromagnetische Vorrichtung zur Erzeugung einer oszillierenden Bewegung | |
| 1928 | Verdichter für Kältemaschinen | |
| 1928 | Pump, especially for Refrigerating Machines | |
| 1928 | Pumpe, vorzugsweise für Kältemaschinen | |
| 1929 | Vorrichtung, insbesondere für Schallwiedergabegeräte, bei der elektrische Stromänderungen durch Magnetostriktion Bewegungen eines Magnetkörpers hervorrufen | |
| 1929 | Kompressor | |
| 1930 | Pumpe, vorzugsweise für Kältemaschinen | |
| 1930 | Kältemaschine | |
| 1930 | Kältemaschine | |
| 1935 | Light Intensity Self Adjusting Camera |
[1] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Albert_Einstein_(Nobel).jpg&filetimestamp=20100905214712 [recherchiert am 22.05.2012]
[2] BENETTE, R. & JOSHI, P.C.: The Encyclopaedia of Nobel Laureates, Physics 2004 - 1901. 2007, Dominant Publishers and Distributors, New Delhi, 1. überarb. und aktual. Aufl., 2 Bände, S. 561-562. ISBN 81-7888-491-7.
[3] http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/physics/laureates/1921/ [recherchiert am 22.05.2012]
[4] ILLY, J: The Practical Einstein. Experiments, Patents, Inventions. The John Hopkins University Press, Baltimore, 2012. ISBN 13-978-1-4214-0457-8.
[5] GRAFF, K.W.: Albert Einstein als Erfinder in den Jahren 1907 bis 1933. Dissertation Universität Stuttgart, 2005.
[6] MAAS, A.: Einstein as Engineer: The Case of the Little Machine. In: Physics in Perspective, Vol. 9 (2007). S. 305-328.
[7] ALEFELD, G.: Einstein as inventor. In: Physics Today, May (1980). S. 9-13.
[8] DANNEN, G.: Die Einstein-Szilard-Kühlschränke. In: Spektrum der Wissenschaft, Juni (1997). S. 94-100.
[9] GEBRANZIG, U.: 250 Jahre Kältetechnik - vom Kühlschrank zur Laserkühlung. In: DPMA Erfinderaktivitäten 2004/05 (2006). S. 28-36.
[10] ENGELS, W.: Der "Volkskühlschrank" von Albert Einstein und Leo Szilard. In: Physik in Unserer Zeit, Vol. 37, No. 3 (2006). S. 144.
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