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Elias James Corey (* 1928), USA

Nobelpreis für Chemie 1990

Porträtbild
Bild: Elias James Corey [1]

für seine Entwicklung der Theorie und Methodik der organischen Synthese

Elias James Corey, geboren am 12. Juli 1928 in Methuen, Massachusetts (USA), wird als einer der kreativsten organischen Chemiker des 20. Jahrhunderts bezeichnet; auf Grundlage seiner Forschungsarbeiten wurde die Synthese vieler hochkomplexer wirksamer Naturstoffe und Arzneimittel erst möglich.

Corey begann 1945 sein Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zunächst in Mathematik, wechselte dann aber ins Chemiestudium, das er 1951 mit dem Doktortitel abschloss. Schon mit 22 Jahren begann er 1951 seine erste Dozententätigkeit an der University of Illinois, Urbana-Champaign, wo er 1956 zum Professor ernannt wurde. 1959 erhielt er einen Ruf an die Harvard University in Cambridge (MA), an der er nach seiner Emeritierung als Sheldon Emery Research Professor tätig ist[2, 7].

Prostaglandinsynthesen

FormelBild vergrößert anzeigenFigur 1: Prostaglandinderivate (aus DE 27 39 277 C2)

Bekannt wurde Corey vor allem durch die Totalsynthese einer Vielzahl von Prostaglandinen (hormonähnliche Stoffe, Figur 1) und Leukotrienen[3, 4].

Unter anderem beschreibt das Patent pdf- Datei DE 23 19 017 C3 ein neues von Corey entwickeltes Verfahren zur Herstellung neuer Ausgangsstoffe für die Synthese von Prostaglandinen der Serie-1.

Diese Prostaglandin-Klasse ist eine Gruppe von Gewebehormonen, die durch Cyclooxygenasen und durch Prostaglandin-Synthasen aus der Dihomo-gamma-Linolensäure entstehen und eine besonders starke Entzündungshemmung und Verringerung der Blutgerinnung bewirken.

FormelBild vergrößert anzeigenFigur 2: Verfahren zur Herstellung neuer Edukte für die Prostaglandinsynthese der Serie-1, AT 347 610 B

Figur 2 aus AT 347 610 B zeigt schematisch das von Corey und anderen entwickelte Syntheseverfahren von Prostaglandin E1-Vorstufen.

Entscheidender Schritt ist hierbei die katalytische Hydrierung des Carbohydroxyesters (I) in Gegenwart eines Protonen liefernden Materials in einem inerten Lösungsmittel (zum Beispiel Palladium auf Kohle in Ethanol) zu (II), um nach mehreren Schritten zur Vorstufe von Prostaglandin PGE1 (XVIII) zu gelangen.

Das Prinzip der Retrosynthese

Um hochkomplizierte Moleküle in mehrstufigen Synthesen wesentlich effizienter herzustellen, entwickelte Corey das Prinzip der Retrosynthese, für die ihm 1990 auch der Chemie-Nobelpreis verliehen wurde.
Bei der Retrosynthese wird das zu synthetisierende komplexe Molekül gedanklich in einfachere Bausteine bzw. Verbindungen zerlegt, für deren Verknüpfung bereits Herstellungsverfahren bekannt sind. Nach Corey "wird die Zielstruktur einem Abbauprozeß - einer 'Dekonstruktion' - unterworfen, der einer umgekehrten Synthesereaktion entspricht, so dass die Zielstruktur in einfachere Vorläufer umgewandelt wird, ohne dass Annahmen über Ausgangsverbindungen nötig sind". Bevor die Retrosynthese eingeführt und verwendet wurde, erfolgte die Synthese aus einer der Zielverbindung ähnlichen Ausgangsverbindung; der Erfolg der Synthese hing dabei von der Wahl der Ausgangsverbindung ab, was in der Praxis eine Vielzahl an Versuchen erforderte, bis schließlich eine geeignete Ausgangsverbindung gefunden wurde[4].

Darüber hinaus entwickelte Corey mehrere synthetische Reagenzien im Bereich der klassischen organischen Chemie. Nach ihm wurde auch eine Vielzahl von organisch-chemischen Reaktionen benannt[5, 6].

Patentdokumente zu Elias James Corey
PublikationsnummerJahrTitel
pdf-Datei DE 16 43 492 C   1967  1,3,5-Trithiacyclohexane und deren Herstellung 
pdf-Datei DE 23 19 017 C3   1972  Verfahren zur Herstellung von Prostaglandinen der Eins-Reihe 
pdf-Datei US 3 992 438 A   1975  Novel prostaglandin intermediates 
pdf-Datei DE 27 39 277 C2   1976  Prostaglandinderivate, Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung 
pdf-Datei US 5 096 892 A   1988  Arylsulfatase inhibition and potentiation of angiostatic steroids and heparin 
pdf-Datei DE 38 53 386 T2   1988  Enantioselektive Reduktion von Ketonen 
pdf-Datei DE 697 19 201 T2   1997  Verfahren zur Herstellung von Ecteinascidin-Verbindungen 
pdf-Datei DE 699 27 039 T2   1999  Synthetische Analoge des Ecteinascidin-743 
pdf-Datei US 6 423 877 B1   2000  Synthesis of pseudopterosin compounds 
pdf-Datei US 6 815 544 B2   2002  Synthetic process for an intermediate for ecteinascidin and phthalascidin compounds 
pdf-Datei US 7 183 417 B2   2004  Simple stereocontrolled synthesis of salinosporamide A 
pdf-Datei US 7 465 720 B2   2005  Proteasome inhibiting beta-lactam compounds 
pdf-Datei US 7 511 156 B2   2006  Analogs of salinosporamide A 
pdf-Datei US 2011/ 0 263 569 A1   2008  Ryanodine channel binders and uses thereof 
pdf-Datei WO 2010/ 123 545 A2   2009  Angiogenesis Inhibitors 

Quellen:

[1] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a2/E.J.Coreyx240.jpg [recherchiert am 22.05.2012]

[2] MLA style: "Elias James Corey - Autobiography". Nobelprize.org. 14.08.2012 http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/1990/corey.html [recherchiert am 14.08.2012]

[3] http://ejcorey.com/ [recherchiert am 22.05.2012]

[4] COREY, E. J.: Die Logik der chemischen Synthese: Vielstufige Synthesen komplexer "carbogener" Moleküle (Nobel-Vortrag). In: Angew. Chem. Vol. 103 (1991) S. 469-479

[5] LI, Jie Jack (Editor): Name Reactions in Heterocyclic Chemistry. Wiley, 2004. ISBN 978-0-471-30215-5

[6] LI, Jie Jack; COREY, E. J.: Name Reactions of Functional Group Transformations. Wiley, 2007. ISBN 978-0-471-74868-7

[7] http://www.hcs.harvard.edu/coreylab/ [recherchiert am 22.05.2012]

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