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Alfred Nobel (1833 - 1896): Mehr als nur ein Sprengstoffhersteller

Porträtbild: NobelBild vergrößert anzeigenBild 1: Alfred Nobel[1]

Alfred Nobel wurde als Sohn von Immanuel Nobel d. J. und seiner Frau Carolina Andriette Ahlsell 1833 in Stockholm geboren. Von seinen sieben Geschwistern überlebten nur zwei das 21. Lebensjahr, nämlich seine Brüder Robert und Ludwig. Die zunächst in ärmlichen Verhältnissen lebende Familie[2] konnte sich durch das unternehmerische Geschick des Vaters nach anfänglichen Rückschlägen in Schweden schließlich in Russland eine Existenz aufbauen. Immanuel Nobel leitete ab 1840 eine Fabrik in St. Petersburg, die Dampfmaschinen, Rohre und Eisenwaren für die russische Armee produzierte. Daneben widmete er sich der Forschung an Explosivstoffen sowie der Herstellung von Sprengminen. Da das zu dieser Zeit in Europa bereits seit 500 Jahren bekannte Schwarzpulver in Minen eine begrenzte Wirksamkeit entfaltete, die Militärs zudem auf die Entwicklung stärkerer Sprengstoffe drängten, arbeiteten Immanuel Nobel und seine Söhne an der Nutzbarmachung von Nitroglycerin.

Diese Forschungen, die die Nobels teils gemeinsam, teils unabhängig voneinander betrieben und die zu einer Fülle von Patenten führten, bildeten den Grundstock für das gigantische Vermögen, das Alfred Nobel - nachdem er kinderlos blieb - größtenteils in eine Stiftung einfließen ließ. Aus dieser Stiftung speisen sich bis heute die für die Preisträger ausgeschütteten Gelder.

Porträtbild: SuttnerBild vergrößert anzeigenBild 2: Bertha von Suttner[3]

Wie man der einschlägigen Literatur entnehmen kann, stand Alfred Nobel wohl zeitlebens im Zwiespalt zwischen seinem Forscherdrang und der Einsicht, dass seine Produkte nicht nur Einsatz im Bergbau fanden, sondern auch militärischen Zwecken dienten. Wie der Korrespondenz zwischen der Pazifistin Bertha von Suttner, die 1878 für eine Woche seine Privatsekretärin war und 1905 erste Trägerin des "Friedensnobelpreises" wurde, zeigt, stand wohl auch eine Art Wiedergutmachungsgedanke Pate bei der Stiftungsgründung Alfred Nobels, gerade was den Friedensnobelpreis anbelangt. Diese Interpretation sei erlaubt, auch wenn er ihr gegenüber geäußert hat: "Vielleicht werden meine Fabriken die Kriege schneller beenden als deine Friedenskongresse, denn wenn sich zwei gleich starke Armeen gegenseitig in einer Sekunde vernichten können, werden alle zivilisierten Nationen davor zurückschrecken und ihre Truppen auflösen."[2]

Quellen:

[1] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6e/AlfredNobel_adjusted.jpg [recherchiert am 13.09.2011]

[2] MARTIN, W.: Verzeichnis der Nobelpreisträger 1901 - 1987. 1988, K.G. Saur, München, S.1-31. ISBN 3-598-10721-8

[3] http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d6/Bertha_von_Suttner.png [recherchiert am 21.09.2011]

© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013