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W.2. ISS

W.2.4.2. Arbeitsalltag

Der Arbeitsplan wird vom Kontrollzentrum für jeweils eine Woche grob festgelegt. Er ist derzeit noch durch technische Arbeiten an den diversen Komponenten der Raumstation bestimmt. Wissenschaftliche Experimente stehen nicht im Vordergrund. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter zum Beispiel hat in seinem fünfmonatigen Aufenthalt weniger als 200 Stunden Forschungsarbeit absolviert (LOR08).

a) Außenarbeiten

Astronaut im Raumanzug mit geschlossenem Visier, mit Rucksack und dicken StiefelnBild vergrößert anzeigenFigur WRA: Raumanzug, zum Betreten des Mondes geeignet
(aus US 3 751 727 A).

Zu den beliebtesten Arbeiten zählt ein Einsatz außerhalb der ISS. Der allgemein gebräuchliche Begriff Weltraumspaziergang ist aber irreführend, da es sich entweder um ein Entlanghangeln an einer Führungsleine handelt oder um ein Hängen an einem Greifarm. Dieser kann am Raumanzug angreifen oder aber der Astronaut ist mit seinen Füßen fest mit dem Greifarm verbunden. Bislang haben etwa 100 solcher Außeneinsätze rund um die ISS stattgefunden.

b) Vorsichtsmaßnahme

Unentbehrlich für einen solchen Aufenthalt ist ein Raumanzug, der vor Ersticken, Dekompression, Strahlung und Kälte schützt. In US 3 751 727 A ist der Raumanzug beschrieben, der zur Apollo-Mission verwendet wurde. Die Versorgung des Anzugs erfolgt über nicht lösbare Schläuche, die mit einem als Handgepäck getragenen Rückentornister verbunden sind. Figur WRA zeigt die Außenansicht. In der US 3 751 727 A sind alle Teile des Raumanzuges bis hin zur Unterhose explosionsartig dargestellt.
Auch für eventuell einmal stattfindende Mars-Programme liegen Patente vor (DE 103 30 677 B4, EP 1 382 528 B1). Die Astronauten steigen über eine Schleuse in die Raumanzüge ein, damit sie nie in Kontakt mit der Außenseite des Anzuges kommen.

auf der linken Seite der zusammengeschobene Zustand, rechts die ausgefahrene Druckkammer Behandlung der DekompressionskrankheitBild vergrößert anzeigenFigur WTK: zusammenschiebbare Druckkammer (aus US 6 499 697 B1)

Zur Vorbereitung eines Außeneinsatzes gehört der Aufenthalt in einer Schleuse mit etwas geringerem Luftdruck. Somit soll Dekompressionserkrankungen vorgebeugt werden.

Entsprechend den Vorgehen bei Tauchunfällen wurden auch Vorsorge für den Aufenthalt im All getroffen. Die US 6 499 697 B1 beschreibt sowohl die derzeit im Space Shuttle genutzte den Dekompressionskammer als auch die in Figur WTK abgebildete Platz sparende Weiterentwicklung. Sie wird im Bedarfsfall auseinandergezogen.

Seit kurzem werden die Außeneinsätze weniger oft durchgeführt. Die Astronauten werden von einem Roboter abgelöst, der als Außenhandwerker fungiert.


Zitierte Patentdokumente
PatentnummerJahrTitel
US 3 751 727 A   1968  Space suit 
US 6 499 697 B1   2001  Deployable flexible airlock 
DE 103 30 677 B4   2003  Schutzsystem für extraterrestrische Missionen 
EP 1 382 528 B1   2003  Vorrichtung zum Anlegen eines Schutzanzuges 
US 7 293 743 B2   2007  Method and associated apparatus for capturing, servicing, and de-orbiting earth satellites using robotics 

Ergänzungsdokumente
PatentnummerJahrTitel
US 4 842 224 A   1987  Suitport extra-vehicular access facility 
DE 41 42 538 C2   1991  Textiles Flächengebilde 
US 6 312 398 B1   1996  Actuator for flexing a resilient covering 
US 6 321 746 B1   2000  Portable hyperbaric chambe 
US 6 675 068 B1   2001  Working robot 
US 7 410 338 B2   2003  Exoskeleton for the human arm, in particular for space applications 

© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013