Wenn es heute in Deutschland dunkel ist, während in 350 Kilometern Höhe noch oder schon die Sonne scheint, kann man mit bloßem Auge einen Trabanten erkennen, der am Himmel seine Bahnen zieht. Im Gegensatz zu einem Flugzeug blinkt er nicht, sondern kreist mit 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde. Die Rede ist von der Internationalen Raumstation ISS. Vielleicht gelingt es Ihnen, sie während der wenigen Minuten zu beobachten, die sie über Deutschland sichtbar ist.
Die ISS wird nach ihrer Fertigstellung eine Größe von 110 x 90 x 30 Metern erreichen. Anders ausgedrückt haben die dort verbauten Module ein Volumen von 1200 Kubikmetern, was einer 300-Quadratmeter-Altbauwohnung entspricht. In dieser könnte man aber nicht nur den Boden, sondern auch alle Wände und Decken nutzen (LOR08). Nachstehend werden die Raumstation selbst sowie einige Aspekte für ihren Betrieb betrachtet.
Nach dem Ende des Kalten Krieges beschlossen die USA und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten der Sowjetunion (GUS) 1993 die Zusammenführung ihrer bisherigen Weltraumprogramme. Es wurde eine modular aufgebaute, bemannte Raumstation geplant, die nach Inbetriebnahme dauerhaft mit 3 Personen besetzt sein sollte. Nach ihrer endgültigen Fertigstellung war eine Besatzung von 6 Personen im Forschungsbetrieb vorgesehen.
In den folgenden Jahren beteiligten sich Kanada, Japan und elf europäischen Staaten ebenfalls an der Internationalen Raumstation ISS.
Im Laufe ihres Aufbaus wurde die ISS mehrfach umgebaut. Sonnensegel und Module wurden versetzt, Andockadapter umgebaut und überholte Komponenten zurücktransportiert. Bis 2011 sollen alle Aufbauarbeiten abgeschlossen sein.
© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013